
Angeregt von Shayanna eröffneten wir heute die Grünkohlsaison mit dem Grünkohlauflauf. Dazu gab es eine Flasche gutgekühlten Grauer Burgunder Spätlese.
Wie das immer so ist wenn man das erste Mal in einer Saison etwas isst, schmeckt es dann besonders gut. Entsprechend schlägt man sich den Bauch voll. Was lag da näher, als nach dem Essen einen kleinen Verdauungsspaziergang an die Elbe zu machen. Die Frage, ob wir nach links die Elbe hoch oder nach rechts die Elbe runter gehen, erübrigte sich. „Guck mal da!“ sagte Bernd. Aus dem Schleusenkanal schob sich ganz langsam das 5-Sterne Flusskreuzfahrtschiff „Dresden“ der Reederei Peter Deilmann heran.
Dieses Schiff hatten wir bereits früher auf der Reise nach Hamburg beobachten können. Heute kam es aus Hamburg und machte tatsächlich direkt vor unseren Augen am Elbanleger Geesthacht fest. Im ersten Moment wussten wir nicht, warum das Schiff hier anglegte. Dann aber sahen wir einen in der Nähe geparkten Bus, aus dem ca. 20 Personen ausstiegen und in Richtung Anleger gingen. Da erst noch die Gangway ausgebracht werden musste, dauerte es noch ein Weilchen, bis die Rentner an Bord gehen konnten. Währenddessen hatten wir Gelegenheit, unseren Blick über das Schiff schweifen zu lassen.
Auf dem Vorschiff war bereits der Salon zum Abendessen eingedeckt. Eine Dame beobachtete das Anlegemanöver interessiert aus dem Fenster ihrer Kabine. Andere Passagiere schauten vom Sonnendeck oder aus der Lounge zu, wie das Schiff in der Weltstadt Geesthacht festmachte. In einigen Kabinen brannte ein Kaminfeuer im Fernseher (wie schrecklich – dafür müsste es einen Sternabzug geben).
Als alle Reisenden an Bord waren, wurden sie über Lautsprecher von ihrem Landausflug zurück an Bord willkommen geheissen. Langsam legte die „Dresden“ ab und machte sich wieder auf die Reise und der Elbanleger lag wieder verlassen und einsam im letzten Licht des Herbstabends.

Für ein paar Momente war die kleine Stadt an der Elbe mit dem Namen Geesthacht ein Teil der mondänen Welt von 5-Sterne-Kreuzfahrern.