Archiv des Autors: Hans-Georg Kloetzen

Eiswein

Vor ein paar Wochen fand ich bei Aldi Eiswein. Allem Guten und Edlen zu annehmbaren Preisen immer aufgeschlossen nahm ich eine Flasche mit.

Der Anlass, heute davon zu trinken war die Vertragsunterzeichnung für das neue Auto, auch wenn das schon vor zwei Tagen geschehen ist. Zu „Wetten dass“ machten wir es uns auf dem Sofa gemütlich.

Vorher ging ich in die Küche und machte die Flasche Eiswein auf, bzw. ich versuchte, sie zu öffnen. Der Korken zerbröselte teilweise, d.h. in der Mitte, dort wo der Korkenzieher eingedreht war, klaffte ein Loch, der Korken selbst sass wie festgeklebt in der Flasche. Ich versuchte es mit einem anderem Korkenzieher mit dem Resultat, dass das Loch grösser wurde und noch mehr Korkbrösel in der Küche lagen. Mir viel dazu ein „Etwas bröselig im Abgang“ obwohl ich noch keinen Tropfen getrunken hatte. Mit Hilfe eines Filetiermessers gelang es mir, den Korken zu lösen. Hätte noch gefehlt, dass ich mit dem Messer abgerutscht wäre und es mir dabei in die Hand gestossen hätte. Mittlerweile lagen überall in der Küche Korkbrösel umher. Aber es gelang mir dann doch, den Korken zu entfernen. Anschliessend musste ich erst Mal die Küche fegen.

Ich schenkte uns ein. Beim ersten Schluck brach Bernd sofort in Entzücken aus. Ich hatte seinen Geschmack getroffen, liebt er doch halbtrockenen, lieber noch lieblichen Wein. Nun, Eiswein ist ja schon fast wie Likör. Mehr als ein Glas konnte auch Bernd nicht davon trinken. Es ist eigentlich auch kein Wein, „mal so“ am Abend ein Glas zu trinken, so wie man z.B. Rotwein trinkt. Aber wann kauft man schon mal ein neues Auto?

Gedanken

Ein neues Auto zu kaufen ist, jedenfalls für uns, etwas Besonderes. Etwas Besonderes veranlasst mich immer, gedanklich etwas tiefer in die Materie einzutauchen. Das Resultat war die Erinnerung an mein bzw. unser bisher erstes und einziges Neufahrzeug, ein Nissan Cherry, den ich vor 20 Jahren mit meiner Frau zusammen gekauft habe. Das Kennzeichen war: HL – KL 77. Alle unsere Auto hatten die Buchstaben „KL“, die beiden Anfangsbuchstaben meines Nachnamens.

Es gab damals schon den Nissan Micra, er war gerade neu auf den Markt gekommen. Der Cherry war das nächst grössere Modell von Nissan. Er kostete DM 15.000,00 und war serienmässig mit einer beachtlichen Anzahl von Extras ausgestatten, von denen deutsche Autos zu dem Zeitpunkt nur träumen konnten, unter anderem ein von innen entriegelbarer Tankverschluss, Beleuchtung im Kofferraum, 2/3 bzw. 1/3 umklappbare Rückbank. Besonders praktisch war, dass die hinteren Seitenfenster ausstellbar waren, und zwar zu bedienen aus der Mittelkonsole. Ein weiterer Vorteil war die abschaltbare Aussenlüftung, die wir erst nach der Maueröffnung 1989 zu schätzen wussten als Lübeck von den Trabbis überrannt wurde.

Vor 20 Jahren gab es also DM 15.000,00 für ein wirklich schönes und praktisches Auto. Kann man heute für Euro 10.000,00 einen Neuwagen bekommen?

Ich erinnere mich nicht mehr, wann wir den Wagen verkauft haben. Aber ich erinnere mich noch an die Übergabe an den Käufer, die auf dem Parkplatz der Zulassungsstelle in Bad Schwartau stattfand. Wir waren ein wenig traurig und zum Abschied hab ich das Auto gestreichelt, dass uns ohne Probleme und pannenfrei immer heil nach Hause gebracht hat.

Magenschmerzen

Der Vertrag ist unterschrieben und per Fax an den Händler zurückgeschickt. Und dann bekam ich Magenschmerzen! Ich wüsste gerne warum. Vor Freude? Oder war es Angst? Aber wovor Angst?

Die Lieferzeit beträgt ca. 4 Monate. Wenn die eingehalten wird, ist es Mai, der ideale Cabrio-Monat.

Der Vertrag

Heute ist der Vertrag für den Wagen angekommen. Leider ist nicht alles komplett: Die Unterlagen für die Finanzierung fehlen. Sofort als ich nach Hause kam rief ich den Händler an. Die Sackbearbeiterin, die die Angelegenheit bearbeitet, hat diese Woche frei wurde mir erzählt, aber man wolle sich drum kümmern und zurückrufen. Ich hatte angenommen, dass das heute Abend noch geschehen würde und gab meine private Telefonnummer an. Jetzt ist es gleich 19.00 Uhr und nichts ist passiert. Also muss ich morgen von der Firma aus dort wieder anrufen. Ich hoffe nur, dass die Abwicklung nach der Bestellung besser funktioniert.

Wunschdenken

Sonntag, ausschlafen, nichts tun, surfen, chatten. Volker war kurz online bei GayRoyal. Mit Holli hab ich mich auch wieder nett unterhalten.

Die Sonne scheint, es sieht freundlich aus. Es zieht mich nach draussen, einen Moment in der Sonne zu stehen. Kann man es auch 2 Momente oder länger aushalten? Ist es vielleicht schon ein ganz klein wenig warm? Kann ich den Frühling schon erahnen? Ich mach die Balkontür auf, trete auf den Balkon in die Sonne. Es ist windig und kalt. Die Balkonstühle stehen da. Soll ich? Nein, es geht nicht. Es wird wirklich nur ein Moment.

Ca. eine halbe Stunde später: Es reizt mich, es noch ein Mal zu versuchen. Wieder gehe ich auf den Balkon. Ein Hauch von Frühling? Vielleicht, ein winzig kleiner Hauch nur. Die Luft ist irgendwie anders. Oder bilde ich mir das ein? Ist es wirklich nur Wunschdenken? Ich weiss es nicht. 2 Momente habe ich es ausgehalten! Dann wird es zu kalt.

Ich habe gerade mal nachgelesen im Tagebuch: Im vorigen Jahr hab ich am 3. Februar die Balkonsaison eröffnet und eine Stunde draussen sitzen können. Das sind ja nur noch 2 Wochen!

Die Siedler

„Wir müssen mal wieder einen Spieleabend machen“. Das sagen wir immer (Klaus, Stephan, Bernd und ich) wenn wir uns irgendwo treffen oder miteinander telefonieren. Heute war es endlich so weit. 2 Runden haben wir gespielt. In der 2. Runde hatten alle (bis auf Klaus) kurz vor dem Ende die gleiche Punktzahl. Es wurde richtig spannend. Wer würde in der Lage sein, den Siegpunkt zu machen? Bernd war der glückliche Gewinner.

Die Siedler, ein Spiel, bei dem es immer noch Hoffnung gibt, zu gewinnen. Anders als bei Monopoli. Wenn man dort am Ende ist, kommt man nicht wieder hoch. Deshalb hab ich das Spiel nie gemocht.

Liegt es am Mond?

Kurz nach Mitternacht waren wir aus Lübeck zurück und gingen gleich schlafen – ich versuchte jedenfalls zu schlafen, konnte aber nicht. Lag es daran, dass ich es nicht gewohnt bin abends viel zu essen? Lag es am Kaffee, den ich spät abends zum Butterkuchen getrunken habe? Selbst das Ankuscheln an Bernd liess mich nicht zur Ruhe kommen. Plötzlich wurde mir bewusst, dass ich geträumt hatte. Es war in wirrer Traum, allerdings mit Personen aus dem realen Leben. Was genau ich geträumt hatte wusste ich nicht mehr. Wieder lag ich da, mehr oder weniger wach. Und dann merkte ich etwas, das kein Traum war. Sofort war ich hellwach und gab mich dem ganz entspannt hin, was mit mir passierte. Es war sehr real und es war sehr schön! Es war noch dunkel, also war es noch früh. Danach?: Ich schlief weiter unruhig, träumte wieder wirres Zeug.

Ich wurde wach und realisierte, dass ich tatsächlich geschlafen hatte. Bernd war noch nicht wach. Ich kuschelte mich an ihn und genoss es, seine warme Haut zu spüren – Skin on Skin! Als wir aufstanden war es etwas später als gewöhnlich. War der Mond an allem schuld – Träume und was sonst noch passierte?

Mütter!

Meinen Bummeltag hatte ich mir für heute aufgespart damit wir rechtzeitig nach Lübeck fahren können zum Geburtstag meines Vaters. Um 15.30 Uhr hätte ich das Büro verlassen können – wenn nicht was dazwischen gekommen wäre, das keinen Aufschub duldete und unbedingt noch erledigt werden musste. Na ja, 16.05 Uhr war dann auch noch OK, obwohl das schon wieder ein wenig hetzig war, wollte ich doch auf dem Weg nach Hause noch ein paar Geburtstagsblumen kaufen. Verschwitzt kam ich zu Hause an, ich muss wohl heute besonders schnell gegangen sein. Dann schnell den Bart in Form gebracht, geduscht, angezogen und schon waren wir unterwegs nach Lübeck.

Mein Vater wurde heute 79 Jahre alt. Der Geburtstag wurde im Rahmen eines kleinen Familientreffens mit 14 Personen gefeiert bei meinen Eltern zu Hause gefeiert. Meine 90-jährige Tante, die Schwester meines Vaters, war ebenfalls anwesend. Meine Mutter hatte warmes Essen nach Hause bestellt. Sie wird in diesem Jahr ebenfalls 79. Klar dass sie sich nicht mehr die Arbeit macht und selbst ein Essen für so viele Personen zubereitet.

Es war wie immer wenn wir alle da sind: Es wurde gut gegessen und getrunken. Wir haben uns über Gott und die Welt unterhalten und miteinander unsere Spässe gemacht. Ich hoffe, dass meine Eltern noch lange Zeit ihr Leben geniessen können und wir bei und mit ihnen schöne Geburtstagsfeiern haben werden. Im nächsten Jahr werden beide 80. Meine Mutter hat angekündigt, dass, vorausgesetzt die Gesundheit macht mit und sie leben noch, diese Geburtstage im grösseren Rahmen in einem Restaurant gefeiert werden.

Wir kamen natürlich auch auf das Thema Auto zu sprechen. Meine Mutter, die so viel davon nicht versteht, bekam irgendwie mit, dass unser Wunschauto zwar ein 4-Sitzer ist, allerdings hinten mit stark eingeschränkter Beinfreiheit. Fast wie ein Aufschrei tönte es durch den Raum als sie sagte:
Kauf dir ja kein Auto in dem wir keinen Platz haben. Du musst uns doch mal vom Bahnhof abholen.

Sie tat gerade so, als wenn ich meine Eltern alle Augenblicke durch die Gegend kutschiere. Genau so wenig wie ich eine Wohnung aussuche bzw. einrichte im Hinblick auf eventuelle Gäste werden wir uns einen Wagen aussuchen mit Rücksicht auf eventuelle Mitfahrer. Für kurze Strecken ist der 206cc durchaus geeignet, mit 4 Personen zu fahren. Notfalls holt sie einer alleine vom Bahnhof ab, für 3 Personen reicht es auf jeden Fall.

Ich bin auf ihren Schreckensschrei jedenfalls nicht weiter eingegangen.

Überlegungen

Heute haben wir uns ganz intensiv mit dem Kauf eines neuen Wagens beschäftigt. Der Favorit ist immer noch der Peugeot 206cc Roland Gaross. Um uns diesen Wagen kaufen zu können muss ein Teil des Kaufpreises finanziert werden. Bei meiner Bank habe ich dazu eine Online-Berechnung durchgeführt. Nach Eingabe aller benötigter Daten wurde mir der Kredit schon fast bestätigt und ich wurde darauf hingewiesen, dass der Kredit erhöht werden könnte, wenn ich mehr Geld benötigen würde. Brauchen wir aber nicht und wollen wir auch nicht. Der Vertrag wird mir jetzt zugeschickt und ich brauch nur noch zu unterschreiben und mit den geforderten Unterlagen zurückschicken. Von der Bank wird dann alles noch mal geprüft und dann wird das Geld auf mein Konto überwiesen. Sobald der Betrag auf meinem Konto gutgeschrieben wurde, werden wir uns wohl den Wagen bestellen. Bei einer 3-monatigen Lieferzeit kommt er dann genau richtig zur Saison.

Tauwetter

Ich hatte es befürchtet: Wenn es Tauwetter gibt werden die Gehwege teilweise zentimeterhoch mit Matsch bedeckt sein. Meine Befürchtungen wurden heute Morgen zur Realität.

Was hält Hausbesitzer eigentlich davon ab, den Schnee vom Gehweg vor ihrem Haus zu räumen? Ist es Geiz oder Faulheit? Ich hatte mich letzte Woche schon darüber geärgert, dass der Schnee vor einigen Häusern nicht geräumt wurde. Dabei gibt es eine Verordnung, in der die Schneebeseitigung geregelt ist. Nur kümmert sich darum wohl niemand wenn es nicht gemacht wird. Wenn auf einem sehr breiten Gehweg verbotener Weise Autos abgestellt werden, die wirklich gar keine Behinderung sind, bekommen die natürlich prompt einen Strafzettel. Aber ich armer Fussgänger muss mich durch dicken nassen Schneematsch kämpfen und aufpassen, dass ich mich nicht da reinlege. Das ist eine wirkliche Behinderung. Gibt es kein Bussgeld gegen Hausbesitzer wegen Nichtschneefegen? Es war wirklich eine Zumutung heute Morgen!