Archiv des Autors: Hans-Georg Kloetzen

Eiszeit


Während vor St. Petersburg die Schiffe mit dem dicken Eis kämpfen, ruht auf der Alster zum zweiten Mal in diesem Winter der Schiffskverkehr. Die Alster war nämlich schon mal eisfrei. Aufgrund der immer noch recht niedrigen Temperaturen, die sich nachts noch im Minusbereich bewegen, hat sich auf der Alster wieder Eis gebildet.

Bei mir begann die Eiszeit heute insofern, als dass ich mir für diese Saison das erste Eis to go gönnte während sich andere Menschen die Hände am Heissgetränk to go wärmten.

Die Eisbude an der Binnenalster nimmt 90 Cent für eine Kugel Eis. Und es hat nicht mal geschmeckt. Ich werde mir dort wohl in dieser Saison kein Eis mehr holen.

Das Foto ganz oben habe ich vor zwei Tagen aus unserem Bürofenster heraus aufgenommen. Es zeigt die Sonne am späten Nachmittag im Hochnebel über Hamburg.

Rücktritt II

Zu Guttenberg ein Opfer, so sehen offebar viele Bürgerinnen und Bürger den zurückgetretenen Verteidigungsminister. Und er sich selbst auch. Sonst hätte er in seiner Rücktrittsrede voller Schneid – wie es sich für einen adeligen Verteidigungsminister gehört, alle Schuld auf sich genommen, nämlich die, dass er mit seiner Doktorarbeit betrogen hat. Stattdessen schiebt er die Schuld auf andere.

Zwei Kommentare möchte ich hier Publik machen, die besonders für die lesenswert sind, die immer noch „bestürzt“ oder „entsetzt“ über den Rücktritt eines charismatischen Senkrechtstarterers sind, der eine guter Politiker war. Wahrscheinlich haben die Bestürzten und Entsetzten ihre Meinung aus der Blödzeitung und der sonstigen Boulevardpresse. Aber die, dich ich gern ansprechen würde, beziehen ihre Meinung wohl eher nicht aus dem Internet und noch viel weniger lesen sie Weblogs, wenn sie denn überhaupt wissen, was das ist.

Aber hier nun zu den Kommentaren, die mir aus der Seele sprechen:

Nachdenkseiten

n-tv.de

Ich kann mir nur anschliessen und sagen „guttbye“. Nun ist er nicht nur „zu“ sondern auch noch „auf und davon“.

Rücktritt

Nun ist er endlich weg, der Verteidigungsminister zu Guttenberg. Und natürlich sind die anderen schuld. Wo er das wohl wieder abgeschrieben hat?!

Die Medien z.B. haben ihn niedergemacht. Wer die Medien in seinen Bann zieht und sich medienwirksam inszeniert muss sich nicht wundern, wenn die Medien auch wühlen und das, was sie ausgwühlt haben, öffentlich machen.

Im Computer- und Internetzeitalter wird es wohl kaum noch möglich sein, irgendwas unter der Decke zu halten. Aber das haben wohl noch nicht alle begriffen.

Übrigens: Die Verteidungsministers in Deutschland scheinen auf einem Schleudersitz zu sitzen. Es gab schon einige vor ihm, die das Ende ihrer normalen Amtszeit nicht erlebt haben.

Von Frühling keine Spur


Während wir uns hier nach dem Frühling sehnen, ist in anderen Teilen der Welt noch tiefster Winter, und das gar nicht mal so weit weg.

Heute wurden uns Fotos aus St. Petersburg geschickt. Das Seegebiet vor St. Petersburg ist mit Eis von ca. 60 – 80 cm dicke bedeckt. Einige Schiffe sind nicht in der Lage, mit eigener Kraft die Fahrt fortzusetzen und benötigen Eisbrecherunterstützung.

Da die Ostsee also noch recht kalt ist und wir ständig Ostwind haben, ist es kein Wunder, dass es hier im Norden noch immer recht frisch ist. Erst wenn der Wind auf westliche Richtungen dreht, können wir damit rechnen, dass wir hier ein wenig Frühling bekommen.

Nochmal zu Guttenberg

Lau Focus hält jeder zweite Deutsche zu Guttenberg nach wie vor die Stange. Wenn ich so die Bloggerwelt durchstreife, finde ich eher negative Reaktion auf den Betrug des Freiherrn. Entweder sind Focusleser eher konservativ und Rechtswähler oder Blogger sind eher weltoffen und Linkswähler – oder gar beides ist der Fall?

Nach wie vor bin ich der Meinung, dass der Verteidungsminister schnellstmöglich zum Teufel gejagt gehört. Und von dieser Meinung lass ich mich auch nicht abbringen. Er hat zugegeben, Mist gebaut zu haben, also hat er in einer verantwortungsvollen Position mit Vorbildfunktion nichts mehr zu suchen. Hinfort mit ihm.

Schwachsinn

Astrid Lindgren und ihre Pippi Langstrumpf – wer kennt sie nicht?! Wir haben das Buch in unserer Jugend gelesen, ohne uns was dabei zu denken, dass Pippi von ihrem Vater als den Negerkönig spricht.

Nun fällt es einem in Bonn Lebenden mit dunkler Hautfarbe und Migrationshintergrund ein, internationale Literatur in Frage zu stellen weil da der Ausdruck Negerkönig steht. Das sei rassistisch.

Wie viele andere auch habe ich in meiner Kindheit das Lied „Zehn kleine Negerlein“ gelernt. Na und? Wir haben uns nichts dabei gedacht. Ebenso denke ich mir nichts dabei, wenn ich den gleichnamigen Krimi von Agatha Christie lese – oder einen Negerkuss esse.

Neger, ein Ausdruck, mit dem wir aufgewachsen sind ohne dass wir ihn als Schimpfwort benutzt haben. Neger, das war einfach nur die Bezeichnung für dunkelhäutige Menschen. Neger – ist das nicht auch eine Art Ableitung von „negro“, also schwarz? Was ist schändlich daran? Nichts.

Es soll sogar Neger geben, die sagen, dass man sie als Neger bezeichnen dürfe. Ebenso wie es Zigeuner gibt, die es gestatten, sie als Zigeuner zu nennen.

Political correctness hin oder her – für mich bleiben Neger eben Neger und Negerküsse Negerküsse. Ich finde diese Diskussion einfach schwachsinnig.

Ach so, gibt es in der Konditorei eigentlich noch Mohrenköpfe zu kaufen?

Wie lange noch?

Ich hoffe, die Zeit des obersten Soldaten, nämlich des KriegsVerteidigungsministers zu Guttenberg ist bald abgelaufen. Er sollte nämlich bei sich den gleichen Maßstab anlegen, wie er es als Dienstherr von den Studenten der Hochschulen der Bundeswehr verlangt. Entweder seine Chefin, die Bundeskanzelrin, kommt nicht umhin, ihn demnächst zu entlassen, was ich allerdings bezweifel. Da sie ihm ja erst den Rücken gestärkt hat, würde sie dann in einem ganz schlechten Licht dastehen. Wahrscheinlicher ist es, dass er seinen HelmHut nimmt und zurücktritt. Und ich hoffe, dass das bald der Fall sein wird. Dann ist er endlich nicht nur „zu“ Guttenberg sondern auch noch „auf und davon“. Dieser Mann ist in meinen Augen untragbar und unerträglich.

Unerwartet

Unser Ticketcenter war durch den Besuch der Aufführungen von Cats und Viktor Viktoria schon etwas geschrumpft. Unerwartet hat das Ticketcenter heute eine kleine Auffüllung erfahren und beschert uns im nächsten Monat einen zusätzlichen Theaterbesuch. Wir gehen ins Operettenhaus an der Reeperbahn und schauen uns das Musical Sister Act an.

Wenn man an recht günstige Karten kommt, muss man eben einfach zugreifen.