Seit zwei Jahren hat mein Mann einen Job nachdem er lange Zeit arbeitsuchend war. Es hat sich so eingespielt, dass er montags seinen freien Tag hat. Er arbeitet im Einzelhandel und hat auch samstags einen vollen Arbeitstag und kommt immer erst ca. 30 Minuten nach mir nach Hause.
Montags ist er dann zu Hause wenn ich nach Hause komme. Und gestern Abend erinnerte ich mich an die Zeit, als er immer da war, wenn ich nach Hause kam. Er kommt in die Diele, begrüsst mich mit einem Kuss und wir knuddeln kurz. An meinem Arbeitsplatz steht eine Saftschorle bereit um den ersten Durst zu löschen, das Abendessen wird mir serviert. Es ist so, wie es damals war, als er keinen Job hatte.
Natürlich ist es super, dass wir beide berufstätig sind. Dadurch sind wir finanziell natürlich etwas besser gestellt. Und er macht seinen Job gern, hat nette Kollegen und nur einen kurzen Arbeitsweg, der ohne Auto oder ÖPNV auskommt, selbst das Fahrrad zu nehmen wäre sinnlos. Aber es ist auch schön, wenn jemand zu Hause ist, wenn man heimkommt – so wie gestern, oder so wie davor.
An den anderen Wochentagen ist es natürlich anders herum. Nur es ist nicht ganz so entspannt: Ich komme nach Hause, ziehe mich um, kümmer mich um den ersten Durst für mich und für meinen Mann, bereite das Abendessen vor und dann steht er auch schon in der Tür und ich kann ich endlich begrüssen. Aber ich habe keinen Grund mich zu beschweren. Ich mach das gern, sehr gern. Und im nächsten Jahr wird eh alles viel entspannter.



