
Gestern nahm ich an der dritten Trauerfeier in diesem Jahr teil, es war eine Seebestattung, hatte ich bisher auch noch nicht erlebt. Der langjährige Partner meiner Cousine war im Alter von 89 Jahren nach längerer Krankheit gestorben. Er hatte sich eine Seebestattung gewünscht.
Als die kleine Trauergesellschaft an Bord der Yacht kam, stand die blumengeschmückte Urne in der Kabine, umgeben von elektronischen Kerzen. Meine Cousine stellte noch ein kleines Bild dazu. Das Schiff legte dann am Ostpreussenkai in Travemünde ab und es ging hinaus auf die Ostsee. An Bord wurden Softdrinks, Tee und Kaffee gereicht. Der Kapitän erklärte kurz den Ablauf der Beisetzung. In der Kajüte war es nicht trauerlich-ruhig, es herrschte ein reger Gedankenaustausch im Beisein von P’s. Asche.
Nach ca. 30 Minuten Fahrt, während der die Wellen das Schiff kräftig schaukeln liessen, hatten wir die Beisetzungsstelle erreicht. Es gibt nach den ersten Erfahrungen, als Seebestattungen in Mode kamen, vorgeschriebene Seegebiete, an denen die Urnen zu Wasser gelassen werden müssen. Zwei Damen war während der Fahrt schon leicht unwohl geworden.
Als wir das Seegebiet erreicht hatten, hielt der Kapitän eine kleine Ansprache im Salon. Der Name des Verstorbenen wurde erwähnt, es ging um Liebe, um die Reise des Verstorbenen, er ist noch da, aber nicht sichtbar für uns, und ähnliches. Dann traten hinaus ins Cockpit. Wir hatten Mühe uns auf den Beinen zu halten, so rupping ging die See mit uns um. Jemand meinte: Eine bewegte See, passend zu P’s. bewegtem Leben.
Der Kapitän nahm seine Mütze hab und liess die Urne an einem Seil in die Ostsee. Mit der Schiffsglocke wurden 4 Glasen angeschlagen, das bedeutet Wachwechsel. Wir warfen Blütenblätter ins Wasser. „Seemann, deine Heimat ist das Meer“ sang Lolita aus den Boxen. Wir stiessen mit Eierlikör an, P’s. Lieblingsgetränk. Dann wurde das Schiff eine Runde um den Beisetzungsort gesteuert und aus dem Schiffshorn ertönte das traditionelle 3 x Lang, der traditionelle Begrüssungs- und Abschiedsgruss, in diesem Fall zum Abschied. Dem Autor dieser Zeilen liefen die Tränen, nicht aus Trauer sondern weil er eben sehr sentimental verlanlagt ist.
Wir machten uns zurück auf den Weg in den schützenden Hafen von Travemünde. Der Wind hatte weiter zugenommen, dementsprechend höher waren die Wellen. Die bereits erwähnten zwei Damen benötigten jetzt eine Spucktüte. Die Damen kotzten spuckten zum Glück im Cockpit, nicht ins Cockpit. In der Kajüte war es merklich ruhiger als auf der Ausfahrt.
In einem Restaurant hatte meine Cousine für einen Leichenschmaus reserviert. Ich war auf die Bahnzeiten angewiesen und machte mich rechtzeitig auf den Weg zum nahegelegenen Bahnhof Travemünde-Hafen. Die An- und Abreise war für mich etwas abenteuerlich. Aber das erzähle ich ein anderes Mal. Ich muss jetzt erstmal meine Schuhe entsorgen, die sich irgendwann irgendwo im Lauf des Tages aufgelöst hatten.

Ich habe schon mehrere Seebestattungen mitgemacht, alle auf der Ostsee. Eine von Niendorf aus, die anderen von Travemünde. Ich fand das immer sehr bewegend.
Auf der Nordsee müssen sie weiter rausfahren, wegen der Tide. Deshalb sind Nordseebestattungen auch teurer.
Alles was mit Wasser zu tun hat, bewegt mich immer sehr. Eine Einäscherung kommt für uns eh nicht in Frage. Da sind wir uns einig.
Aber Seebestattung geht ja nur mit Urne, also vorheriger Einäscherung. Wir haben uns für einen Friedwald entschieden.
Ich hätte das spezifizieren sollen: Wir wollen eine traditionelle Erdbestattung.
Die habe ich gerade letzte Woche erlebt. Mit Sargträgern in Uniform.
Oha Hans-Georg.
Was sagt das über Dich aus?
Zurück in vorsintflutliches Vokabular, in rudimentäre Sprache, in niveauloses Gerede und unmögliches Benehmen.
Was sagt das über dich aus, über andere Menschen zu urteilen, die du nicht kennst? Deine Kritik an mir und meinen Worten ist unangemessen und übergriffig.
Ich habe lange überlegt, deinen Kommentar in den Papierkorb zu fegen, aber ich wollte meinen Leserinnen und Lesern mal zeigen, was für dumme Menschen es gibt, die sich bemüssigt fühlen, in Kommentaren Aufmerksamkeit zu erregen.
Ach wie schade.
Von Dir hätte ich mehr erwartet.
Du urteilst über mich. Mir wirfst Du Dummheit vor…ohne mich zu kennen.
Ich zitiere Deine Worte: „unangemessen und übergriffig“.
Im Papierkorb wäre mein Schreiben an Dich gut aufgehoben gewesen.
Aufmerksamkeit hast DU mir mit der Veröffentlichung gegeben. Ich benötige diese nicht.
Angel
over and out
Ich lass deinen Kommentar mal in der Sache unbeantwortet stehen. Meine Zeit ist einfach zu schade, um mit dir zu diskutieren.
Ganz Recht, Hans Georg!
Es gibt Menschen, bei denen wohl schon immer Hopfen und Malz verloren ist – Dieser annonyme Kommentator gehört wohl dazu.
-_-_-_-_-
Btw. gibts Pannen ja nicht nur bei Seebestattungen, bei denen die Urne doch meistens ins Meer kommt, ohne stecken zu bleiben.
Bei Erdbestattungen habe ich allerdings auch schon völlig abstruse Dinge erlebt:
Angefangen vom stecken gebliebenen, weil zu breiten Sarg bis hin zu einem Gebiss, was einem der Trauergäste bei seiner flammenden Leichen-Rede ins offene Grab gefallen ist – oder bei der sehr schwergewichtigen Dame, deren Sarg zum guten Schluss hochkannt im Grab stand, weil eines der beiden Hölzer gebrochen war, wo der Sarg vor dem Abseilen draufgesetzt wird…
Bei aller Pietät konnte sich da keiner der Trauergäste ein Schmunzeln verkneifen, weil die Gute auch schon zu Lebzeiten immer ziemlich widerborstig war
Sowas hab ich ja auch schon selbst erlebt:
https://queergedacht.de/2007/12/einkuhlen-mit-pannen/
Hast Du eigentlich sonst keine Hobbies, ausser völlig sinnbefreit bei anderen Leuten zu kommentieren? DAS finde ich unmögliches Benehmen, aber das haben so anonyme Feiglinge ja meistens.
Hatte ja bei Martin angefragt, wer eventuell dahinterstehen könnte. Er hatte mir geraten, den Kommentar zu löschen. Ich wollte aber mal zeigen, was für sinnbefreite Menschen es gibt. Hab das Problem dann auf andere Weise gelöst.