Protest ist gut

Anfang 2024 gingen landesweit die Menschen auf die Strasse und protestierten gegen die AfD. Die Medien hatten Wind davon bekommen, dass es ein Geheimtreffen gab, bei dem es um die Remigration ging. Hier in der kleinen Stadt an der Elbe trafen 1000 Menschen zusammen, bundesweit waren es Hunderttausende, mit dem Ergebnis, dass die Umfragewerte für die AfD in den Keller gingen.

Ich frage mich, warum es im Vorfeld der anstehenden Landtagswahlen nicht möglich war, solche Protestaktionen wieder auf die Beine zu stellen. Vielleicht hätte es geholfen, dass das Wahlergebnis für die gesichert rechtsextremme AfD in Sachsen-Anhalt geringer ausgefallen wäre.

Jetzt, nachdem das Kind in den Brunnen gefallen ist, wird wieder zu Protestversammlungen aufgerufen. Besser spät als nie! Vielleicht tragen diese Proteste dazu bei, dass sich es einige Kackblau-Wähler doch noch überlegen, bei den nächsten anstehenden Landtagswahlen ihr Kreuz nicht bei den Bewerbern der AfD um ein Landtagsmandat zu machen. Hoffen kann man ja.

17 Gedanken zu „Protest ist gut“

  1. Birte

    Die großen Demos gab es nach Bekanntwerden der Remigrationspläne. Seit Monaten gibt es zumindest in den Hauptstädten monatliche Demos. Der Zulauf war überschaubar. Vielleicht wird er jetzt wieder größer. Aber es gab und gibt viele Proteste, die teilweise auch nicht ungefährlich sind, weil sie vor Ort stattfinden. Die Omas gegen Rechts, die unermüdlich unterwegs sind, zivilgesellschaftliche Initiativen und und. Gerade vor der Wahl in S-A gab es Konzerte, Kundgebungen und vieles mehr. Letztlich braucht es immer Menschen, die sowas organisieren und das kostet Geld und Man-Power.

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    1. Hans-Georg

      Ich hatte den Eindruck, dass es seinerzeit ziemlich spontan war, die Proteste aus dem Boden zu stampfen. Wer das in den einzelnen Städten organisiert hatte, weiss ich nicht, aber es war beeindruckend und hat der AfD in den Umfragen Prozente gekostet.

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      1. Birte

        Ja, natürlich war das spontan als Reaktion auf dieses Treffen. Trotzdem ist es ein Kraftakt, personell und finanziell.
        Es werden auch aktuell händeringend Leute gesucht, die helfen. Ordner*innen, Leute für die Vorbereitungen und und.
        Ausserdem müssen Wagen und Bühnen bezahlt und aufgebaut werden. Es muss mobilisiert werden. Die Social Media Kanäle bespielen sich ja auch nicht von selbst. Selbst Campact ruft immer wieder zu Spenden für konkrete Aktionen auf.
        Die Prüf Demos hat Nico Semsrott ins Leben gerufen, aber der kann das natürlich nicht alleine stemmen, zumal es immer mehr werden.
        Meistens sind es ja Bündnisse, die aufrufen.

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  2. Trulla

    Das muss dir wohl entgangen sein. Es gab welche.
    Ich selbst bin von den Organisationen, bei denen ich mich auf die eine oder andere Weise seit je einbringe, aufgefordert worden, auch nach Sachsen Anhalt zu kommen um die Demos zu verstärken. Was ich, wenn es mir möglich gewesen wäre, gern getan hätte.

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    1. Birte

      Das geht mir ähnlich. Jetzt bekomme ich auch Aufrufe, in Meck-Pomm zu unterstützen. Ich kann das auch nicht, werde aber am Samstag in Hamburg dabei sein und unterstütze z.B. die Omas gegen Rechts mit einem jährlichen Mitgliedsbeitrag

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    2. Hans-Georg

      Ich folge bei Insta vielen Accounts, die sich mit dem Thema auseinandersetzen. Aber massive Ankündigungen von Demos waren nicht dabei. Erst jetzt, nach der Wahl scheinen die Leute aufzuwachen.

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      1. Birte

        In Sachsen Anhalt hat es viele Aktionen gegeben. Auch die Kirchen haben etliches auf die Beine gestellt. Selbst der MDR hat mal kurz schwarze Bildschirme gesendet, um darauf aufmerksam zu machen, was wäre, wenn der Rundfunkstaatsvertrag gekündigt würde,
        In einem Bundesland mit so wenigen Einwohner*innen gab es aber naturgemäß keine Massenveranstaltungen. Am Abend vor der Wahl gab es in Magdeburg noch ein großes Demokratiefest mit ca. 20.000 Menschen.
        Das eine Landtagswahl nun nicht überregional die Massen mobilisiert, finde ich nicht so erstaunlich.
        Am Sonnabend sind wieder zahlreiche Prüf Demos. Ich schätze mal, wie bekommen wieder deutlich mehr Zulauf

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        1. Hans-Georg

          Ich glaube schon, dass es Einfluss auf das Abstimmungsverhalten gegeben hätte, wenn es deutschlandweit zu massiven Versammlungen gekommen wäre. Die Menschenmassen auf den Strassen nach Bekanntwerden der Remigrationskkonferenz haben ja gezeigt, dass die Umfrageergebnisse der AfD danach gesunken sind. S-A war zwar offziell eine Landtagswahl, aber es war inoffiziell eine Protestwahl gegen die Bundesregierung.

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    1. Hans-Georg

      Die Aufrufe vor der Wahl waren eher spärlich vorhanden, aber jetzt, nach der Wahl, ist es sehr massiv – was natürlich gut ist. Es wäre natürlich besser gewesen, das bereits vor der Wahl zu tun, mit Listen, in denen jede Stadt, die teilnimmt, mit Uhrzeit und Protesort veröffentlicht wird. Sowas gab es vor der Wahl nicht, jedenfalls wurde mir das nicht vorgeschlagen.

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      1. Birte

        Ich wage zu bezweifeln, dass überregionale Proteste da viel gebracht hätten. Viele haben sich ja vor Ort face to face bemüht. Mit Gesprächen, Demokratiefesten usw.
        Aber ich finde es auch ehrlich gesagt etwas einfach, vom Sofa aus zu beurteilen, was man hätte machen können.
        Und nur weil Dir nix in Deine Bubble gespült wurde, heißt es nicht, dass es nichts gab. Oder folgst Du vielen Initiativen aus S-A?

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          1. Hans-Georg

            Ich habe nicht gesagt, dass es gar keine Demo-Aufrufe gab. In meinen Augen hätte es davon viel mehr geben müssen, viel intensiver, ja, agressiver, so wie sie mir nach der Wahl ständig eingespielt werden.

          2. Birte

            Nein, zumal ich weiß, dass alte Männer eben manchmal auch nicht mehr so können, wie sie gerne wollten. Selbst ich latsche ja nicht mehr kilometerlang mit oder fahre sonst wohin, um mich an Protesten zu beteiligen, so wie früher. Aber tatsächlich klang es für mich schon so ein bisschen danach, dass andere doch bitte mal machen sollen. Tatsächlich versuche ich aber auch, dann wenigstens etwas Geld beizusteuern. Früher hatte ich kein Geld, konnte aber immer dabei sein, heute habe ich etwas Geld, bin aber körperlich nicht mehr zu allem in der Lage.

  3. Trulla

    Es geht nicht um Vorwürfe, jeder kann nur tun, wozu er umständehalber in der Lage ist. Umso mehr muss man aber denen Anerkennung zollen, die keinen Aufwand und Mühe scheuen, die Planung und Organisation auf die Beine zu stellen. und das können sie nur, wenn sie entsprechende Unterstützung, ob materieller oder anderer Art, erhalten.
    Deshalb muss sich jeder fragen, was er/sie/es selbst getan hat.
    Viele kleine Summen ergeben eine größere, mit der man arbeiten kann, das Motto ist „every little helps“. Und es gibt genügend Möglichkeiten, die passende für sich zu finden, je nachdem, wo die eigenen Prioritäten liegen. Mit Steuer zahlen allein ist jedenfalls nicht alles abgetan.

    Ich habe mich in jungen Jahren entschlossen, in eine Partei einzutreten, in der ich meine Vorstellungen von einer sozialen, freien, toleranten, solidarischen und friedenswilligen Gesellschaft am ehesten verwirklicht sah und wollte mich daran beteiligen. Willy Brandts Worte „mehr Demokratie wagen“ waren ausschlaggebend, besonders im Vergleich zu den Verhinderern jeden Fortschritts aus dem konservativen, angeblich christlichen Lager, die sich nicht einmal zu schade waren, einem Menschen wie ihm seine nichteheliche Herkunft vorzuwerfen.

    Seitdem ist eine Menge Wasser die Elbe hinuntergeflossen. Gerhard Schröder hat Frau Merkel eine florierende Wirtschaft hinterlassen, auf der sie es sich 16 Jahre lang recht gut gehen ließ ohne neue Ideen.

    Danach passierte eine Katastrophe nach der anderen: Klimawandel wurde deutlicher, Pandemie, Ukraine, Hamas, Trump usw.. Dennoch erwarteten die Wähler von der Nachfolgeregierung Wunderlösungen. Tja, wär schon gewesen, aber mit tätiger Hilfe der Medien, die alles runter schrieb (ach ja, nicht vergessen, auch der AfD) wurde lieber ein neuer Wunderdoktor gewählt und voila, das wurde der Herr Merz! Aber Ach und Weh, die Wunder blieben wieder aus, das Gegenteil davon aber blieb, die Realität!

    Damit müssen wir nun klarkommen. Geht nur mit Zusammenhalt und gegenseitiger Unterstützung.

    Danke, dass ich den Platz hier nutzen durfte, etwas Frust abzulassen, die Enttäuschungen der letzten Zeit nagen schon schwer am Optimismus.

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    1. Hans-Georg

      Es ist ja nicht so, dass ich untätig zu Hause auf dem Sofa sitze. Im Rahmen meiner bescheidenen Möglichkeiten versuche ich mich, dem Faschismus entgegenzustellen, auch wenn ich laufend Prügel in schriftlicher Form dafür bekomme, die mich aber kaltlässt. Die Ausdrucksweise und die Grammatik dieser „Prügel“ lässt darauf schliessen, dass ein Grossteil der Wähler der Rechtsextremen unsagbar dumm und ungebildet ist.

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