
Es gibt wohl kaum jemanden, der nicht weiss, was er gerade gemacht hat, als er davon hörte, dass zwei Passagiermaschinen in die Twin Towers in New York geflogen sind.
Ich war im Büro und habe gearbeitet, nebenher lief das Radio auf der Fensterbank. Als die erste Meldung kam, dachte man, es sei ein Privatflugzeug, welches irrtümlich in einen der Türme geflogen ist. Erst nach und nach kam das ganz Ausmass an die Oberfläche.
Unser Sohn studierte damals in Flensburg. An diesem Tag hatte er frei und ich rief ihn an, er solle den Fernseher einschalten.

Dieser Tag vor 25 Jahren hat die Welt verändert, politisch wie auch technisch. Die Sicherheitsvorschriften für Schifffahrt und Luftfahrt wurden geändert, verschärft.
2017 waren wir mit der Mein Schiff 6 in New York. Der Liegeplatz war ausserhalb, in Bayonne, aber in Sichtweite von Manhattan. Dort befindet sich ein kleiner Park mit dem Teardrop Memorial, eine Gedenkstätte, die Putin anlässlich 9/11 gestiftet hat. Im Sockel des, in meinen Augen gut gelungenen Denkmals, sind die Namen all derer eingraviert, die den Anschlag nicht überlebt haben.

Ich bin kein Freund von Putin, noch nie gewesen und seit dem Überfall auf die Ukraine noch viel weniger. Aber das Teardrop Memorial ist wirklich gelungen.

Ja, ich weiß noch genau, wo ich war.
Das Denkmal finde ich auch gelungen. Gerade mal nachgelesen:
Aufgrund des Russischen Überfalls auf die Ukraine 2022 ließ die Stadt Bayonne den Namen Wladimir Putins auf dem Mahnmal entfernen.
Es war 2017 als wir, ganz ergriffen, vor der Erinnerungsstätte gestanden haben. Alle Passagiere mussten von Bord weil die Amerikanische Gesundheitsbehörde bei dem Erstanlauf des Schiffes das Schiff inspiziert hatte. Es gab 99 von 100 möglichen Punkten! Dass Bayonne den Putin getilgt hat, wusste ich nicht, ist aber nachvollziehbar.
Bei uns war’s umgekehrt: unser ältester Sohn rief uns aufgeregt an, sofort den Fernseher einzuschalten (wir waren gerade von einem Ausflug zurückgekommen in unser Ferienhaus in Portoroz/Slowenien). Totale Fassungslosigkeit und Entsetzen beherrschte den Tag und in der Folgezeit die Berichterstattung.
Was die wundervolle Gedenkstätte angeht bin ich allerdings im Zweifel, ob es richtig sein kann, von einem Geschenk einfach den Namen des Schenkenden zu tilgen, das Geschenk aber zu belassen. Es würde mich aber auch nicht wundern, wenn der GröPaZ eines Tages Putin durch seine eigenen 5 Buchstaben ersetzen lässt – bekanntlich hat er es ja nicht so mit der Wahrheit.