1 Woche Santorini – Teil 3

27. Juli 2020

Dieser Blick, das glitzernde Wasser in der Morgensonne – traumhaft und jeden Tag immer wieder schön und nie langweilig.


Das Frühstück hatten wir um 30 Minuten verschoben. Die Morgensonne beschien zwar noch den Tisch aber wir saßen obenrum im Schatten, sehr angenehm. Bernd bestellte jeden Tag sein Omelette spezial mit Zwiebeln, Oliven, Tomaten, Schinken und Feta, ich wechselte jeden Morgen, mal Huhn, mal Schinken, mal Käse. Zusätzlich zur bestellten Frühstücksauswahl bekamen wir heute noch eine Schale mit Trauben, als kleiner Dank für das Trinkgeld. Auf dem Frühstückstablett lag immer der Wunschzettel für den nächsten Tag bereit.

Heute waren wir noch fauler als bisher. Wir gingen gar nicht aus dem Haus. Für das Abendessen hatten wir uns ja schon im Mini Supermarkt eingedeckt. Tagsüber gab es auch das eine oder andere Glas Wein im Pool. So ein Glas Rosé sieht doch ganz dekorativ aus.

Die Französinnen nebenan nervten heute mit lauter Musik aus einem plärrenden Miniempfänger, lauten Gesprächen und noch lauteren Telefonaten. Gemütlich geht anders. Meine eindrigliche Bitte auf englisch, doch die Musik leiser zu drehen, wurde frech beantwortet, auf englisch (!), sie würden das nicht verstehen, sie sprächen kein englisch. Immerhin wurde die Musik leiser gemacht. Dafür wurden die Telefonate lauter. Es gab jetzt keine andere Lösung als Vicky, die Rezeptionistin, zu informieren. Sie hatte uns bereits früher gesagt, dass wir zu ihr kommen sollten wenn es zu schlimm werden würde.

Wenig später klopfte es nebenan an der Tür. Wir hörten Stimmen und danach bemühte man sich tatsächlich, leiser zu sein.

Bernd und ich unterhielten uns noch eine Weile über die Französinnen. Dabei fiel der Ausdruck „French Bitches“. Da sie ja kein englisch verstehen, konnten wir das unbedenklich sagen.


Unser Abendessen bestand heute aus Käse, Schinken und einer Flasche Wein.

28. Juli 2020

Unser morgendliches Bad musste heute ein wenig warten: Der Poolboy kam seinen Aktivitäten nach und saugte den Staub vom Grund des Beckens. Er stimmte zu als ich ihn fragte, ob ich Fotos mache dürfte.

Zum Frühstück hatte ich heute ein Omelett mit Cherrytomaten bestellt. Ich wurde gestern schon von der „Frühstücksdame“ gefragt, ob sie es mit Feta verfeinern dürfte, nur die Tomaten, das wäre ja ein wenig fade. Klar, das durfte sie. Und das Omelett war perfekt.

Die French Bitches reisten heute ab. Eine himmlische Ruhe umgab uns.

Wir fröhnten dem üblichen Tagesablauf, mit viel sitzen und gucken. Heute war es recht stürmisch. Staubwolken wirbelten vorbei, nein, nicht nur vorbei. Auf unserem Tisch und den Sitzpolsten war der Staub zu sehen. Unsere Handys waren von einer feinen Staubschicht überzogen. Ich machte noch ein Foto Vourvoulos aus der Vogelperspektive. Als ich mich umdrehte, plantschte Bernd schon wieder im Pool.


Jeweils nach dem Verlassen des Pools war es richtig frisch. Das von der Sonne gewärmte Badelaken half, sich wieder aufzuwärmen.

Heute speisten wir wieder im Restaurant Aidani am Dorfplatz in Vourvulos. Der Liter Hauswein, serviert in der Alukanne, kostet nur 11 Euro. Die Flaschenweine sind auch hier erheblich teurer. Als die Kanne leer war, wurde sie vom Sturm umgeweht. Ein Zeichen für Nachschub? Nein, lieber nicht, wir mussten den Hügel ja noch wieder hinauf. Die Rechnung wurde vorsorglich in einer Kunststoffhülse gebracht. Am Haus gegenüber wehte die Griechische Flagge.

Nach dem beschwerlichen Aufstieg gab es wieder ein Nacktbad im Pool. Die Bitches waren weg, neue Gäste waren noch nicht da. Auf der anderen Seite war auch alles ruhig und zu, keiner da, der hätte spannern können.

29. Juli 2020

Unser letzter Tag, morgen ist Abreise. Wieder war es stürmisch und staubig. Auf dem Meer waren Schaumkronen zu sehen. Die Suite rechts von uns war noch nicht wieder bewohnt, von links hörte man leise Stimmen, ab und zu planschen im Pool – so wie bei uns.


Unser täglicher Besucher krabbelte auch wieder umher, heute waren es sogar zwei Mauereidechsen, die uns beehrten. Die kleinen Racker sind sehr scheu. Nur eine kleine Bewegung und sie laufen davon und verstecken sich.

Am Abend machten wir uns zum letzten Mal an den Abstieg nach Vourvoulos. Wir aßen als Vorspeise Fetaröllchen, zum Hauptgericht Hähnchenfilet. Ich hatte den Eindruck, dass die Portion heute etwas größer war. Natürlich durfte der Wein nicht fehlen, wie immer eiskalter Hauswein. Wir beobachteten das Dorfleben. Am Minisupermarkt gegenüber hielt George mit der Limousine und holte sich Zigaretten. Die alten Griechinnen schlurften mit ihren Einkäufen durch die Straßen, ein Hund lungerte an unserem Tisch und wurde vom Wirt verjagt. Hier unten im Dorf hat man zwar keinen Meerblick wie oben in Imerovigli oder in Oia, aber das Dorfleben zu beobachten ist wahnsinnig interessant und schön.

Ein Wagen hielt vor dem Restaurant und brachte Obst und Gemüse. Äpfel? Na ja, wurden ja wohl bestellt.

Als ich bezahlte, bekam ich zum Abschied eine Plastiktüte in die Hand gedrückt. Ich schaute hinein: Kleine grüne Äpfel? Nein, es waren frische grüne Feigen, die gerade geliefert worden waren. Wir würden sie morgen mit nach Hause nehmen.

Erstaunlich ist, dass wir in keinem der Restaurants, in denen wir gespeist haben, Ouzo gereicht bekamen. Oben in Imerovigli gab es am ersten Abend Raki, am 2 Abend Grappa. Im Restaurant Aidani gab es immer ein Gläschen hausgemachten „Aufgesetzten“: Rotwein mit Geranien, ziemlich süß, aber eine tolle Geschmackserfahrung.

30. Juli 2020 – Abreise

Um 11:35 Uhr ging unser Flug mit Olympic Airlines von Santorini nach Athen. George brachte uns zum Flughafen. Das Einchecken war etwas merkwürdig: Erst zum Schalter, dort wurde uns die Bordkarte für alle 3 Flüge ausgedruckt. Der Koffer wurde gewogen und bekam die übliche Banderole verpasst. Mit dem Koffer musste man dann zur Sicherheitskontrolle und ihn dort höchstselbstpersönlich auf das Laufband legen. Man musste warten, bis er durchleuchtet worden war und bekam dann die Freigabe, in den Wartebereich zu gehen.


Beim Start versuchte ich, unsere Unterkunft am Hang zu entdecken, was auch gelang, glaube ich. Auf dem kurzen Flug gab es ein Tütchen mit Kräckern und ein Fläschchen Wasser. Wir überflogen diverse Griechische Inseln, u.a. Milos. Unter uns zog ein Containerschiff der Reederei Maersk, zu erkennen an der hellblauen Farbe, seinen Kurs. Nach der Landung in Athen wurden die Passagiere wieder nach Sitzreihen aufgerufen, das Flugzeug zu verlassen. Das hat auch geklappt, aber nun ja. Man kann das auch etwas ruhiger gestalten.

Beim Boarding in Athen war vom Sicherheitsabstand nicht viel zu bemerken. Warum die Leute immer meinen, schnellst möglich an Bord gehen zu müssen, ist mir unbegreiflich. Niemand, der je am Gate gestanden hat, musste zurückbleiben.


Der Weiterflug von Athen nach Frankfurt verzögerte sich um fast eine Stunde wegen eines renitenten Passagiers. Unterwegs hatten wir schon befürchtet, den Anschlussflug von Frankfurt nach Hamburg zu verpassen. Auf diesem Flug gab es wieder ein pappiges Brötchen, der Belag war aber recht schmackhaft, sowie ein Schokoriegel. Und es wurden Getränke nach Wunsch serviert.

In Frankfurt hatten wir dann doch noch 30 Minuten Zeit bis zum Weiterflug, welcher sich auch noch um 10 Minuten verzögerte. Eine Flasche Wasser wurde jedem Passagier gereicht.

Der Kofferservice in Hamburg ist unter aller Sau. Es ist ja nicht viel los, aber es ist ein Skandal, dass wir am Band länger als 30 Minuten auf die ersten Koffer warten mussten.

Als unser Shuttleservice uns zu Hause absetzte, waren wir etwas mehr als 12 Stunden unterwegs gewesen und froh, endlich die Masken abnehmen zu können.

Bevor ich die Feigen im Kühlschrank verstaute, musste ich eine anschneiden und probieren. Sie war so süße und aromatisch – phantastisch. Man hatte uns übrigens so viele Feigen mitgegeben, dass wir sie nach Mönchnengladbach mitnehmen würden.

Fazit
Santorini ist schön, besonders wenn, wie zurzeit, nicht viel los ist und sich keine Menschenmassen durch die Gassen schieben.

Siete Mares Luxury Suites ist eine tolle kleine Anlage mit sehr freundlichem Personal. Der Pool vor der eigenen Schlafzimmertür ist phantastisch. Die Suiten sind wunderbar eingerichtet und dekoriert, nichts ist standadisiert, keine Suite gleicht der anderen. Das Besitzerpaar hat ein glückliches Händchen bewiesen.

Es gibt leider nur einen Nachteil: Die Anlage liegt ziemlich einsam. Mal eben einen kleinen Spaziergang um die Häuser zu machen, ist nicht möglich. Entweder muss man mühsam nach Imerovigli hinaufgehen oder sich fahren lassen, oder man muss runter ins kleine Dorf Vourvoulos und dann wieder mühsam hinaufklettern.

Aber wir hatten wirkich ein paar wunderschöne Tage auf Santorini, an denen die Siete Mares Luxury Suites großen Anteil hatten. Es ist wirklich eine wunderschöne Anlage.
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7 Gedanken zu „1 Woche Santorini – Teil 3

  1. Miehling

    Vielen Dank für den Austausch über Ihre Reise. Schöne Bilder auch. Es macht mir Lust, die Reise in der Zukunft zu machen. Ich freue mich darauf, mehr aus Ihrem Reise-Blog zu lesen.

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  2. Kormoran

    Auf meiner Lieblingsinsel und dann noch 2020 gereist Glückwunsch.
    *bitsches*, das möchte ich in keiner Sprache hören nicht in polnisch, nicht in französisch, nicht in deutsch, nicht in spanisch.

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