Schnupfentag


In der Früh um 4 war die Nacht zu Ende. Bis dahin hatte ich zwar gut geschlafen, aber das war’s dann auch. Vermutlich hat mich das Kribbeln in der Nase geweckt, die war nämlich randvoll und drohte schon, überzulaufen. Na ja, Nase voll ist besser als Nase dicht. Taschentücher hatte ich vorsorglich bereitgelegt. Ist ja nur so, dass kräftiges Ausschnoddern den neben mir liegenden Gatten stört.

Nach dem Ausschneutzen, oder Ausschnäutzen, hatte ich ein paar Minuten Ruhe – dann ging das wieder los. Auch das Körperwenden auf die eine oder andere Seite brachte nichts, die Nase lief wie eine undichte Waschtischamatur.

Ein Toilettengang brachte auch keine Erleichterung, war das falsche Ende. In der Küche hab ich dann den hoch am Himmel stehenden Mond angeschnoddert. Der ließ sich davon aber auch nicht beeindrucken. Nochmal Nasenspray gesprüht, wieder ins Bett – oh, ich merke nichts, hat wohl geholfen. Hat aber nicht lange gedauert, dann ging das wieder los.

Um 7 Uhr hatte ich die Nase im wahrsten Sinn des Wortes voll und bin aufgestanden. Kurz den Liebsten begrüßt und dann ab ins Bad. Die feucht-warme Luft in der Dusche tat gut, deshalb wurde besonders lange geduscht. Inzwischen hatte Bernd unser Frühstück bereitet: 1 Glas kühler Schokodrink. Danach begann meine Meditour: 1 x Ibu400, 30 Tropfen Umkadingsbums und gurgeln. Und viel trinken, der ganze Schnodder muss ja ersetzt werden.


Vormittags habe ich dann das Abendessen für heute vorbereitet. Auf Wunsch eines einzelnen Herrn gibt es Hackbällchen. Das Kneten übernimmt unsere Küchenmaschine. Einfach das Hackfleisch, Gewürze und was sonst nach dazugehört rein – und das Ding mischt das alles toll zusammen. Bei den Vorbereitungen habe ich eine interessante Erfahrung gemacht: Zwiebeln und Knoblauch schneiden, Senfaroma riechen und dann auch noch den Löffel ablecken und alle die anderen Aromen sorgten dafür, dass ich eine freie Nase hatte. Als ich vor der auf kipp gestellten Terrassentür die Wäsche zum Trocknen auf den Wäscheständer hängte, war die Nase auch noch frei. Zum Glück ist nichts ins Essen oder auf die Wäsche getropft. Spazierengehen in frischer Luft soll ja gut sein. Anderseits soll man seinem Körper in so einer Situation auch keine Anstrengungen zumuten. Kochen und Wäscheaufhängen reicht für heute an Anstrenungen.

Tja, und irgendwann war tatsächlich die Luft raus. Hatte nicht mal Lust auf einen Kaffee als Bernd zur Pause kam. Was heißt „Luft raus“? Ich kriegte erst gar keine rein ohne durch den Mund zu atmen, was ich hasse. Entgegen meiner langjährigen Überzeugung habe ich dann doch tagsüber ein Nasenspray genommen. Eigentlich mache ich das nur zur Nacht.

Nachdem mein Mann wieder aus dem Haus war, habe ich übliche Körperpflege zum Wochenende gemacht und mich mit einem Erkältungsbad in die Badewanne gelegt. Gerade bei solchen Gelegenheiten bin ich sehr froh, dass wir seinerzeit auf die Gästetoilette verzichtet haben und den Raum zum Hauswirtschaftsraum gemacht haben. So haben wir im Badezimmer Platz für eine Dusche und eine Wanne. Wenn wir denn mal Gäste haben, was nicht oft vorkommt, gehe ich da immer mit dem Dampfstrahler durch wenn sie wieder weg sind. Ist natürlich quatsch. Aber ich habe sowas in der Art vor vielen Jahr mal gemacht. Aber das ist eine andere Geschichte.

Von den schmackhaften Hackbällchen habe ich eigentlich nur die Schärfe geschmeckt. Aber ich hatte wenigstens Appetit, so schlimm kann es also nicht mich bestellt sein. Nachdem ich anfangs dachte, ich würde lieber keinen Wein zum Essen trinken, war das dann doch ganz ok. Man soll ja viel trinken wenn man erkältet ist *hihi*. Immerhin habe ich den ganzen Tag wohl 3 Liter Wasser in mich hineingeschüttet, wenn nicht sogar mehr.

So, nun werde ich das Schlafgemach aufsuchen, noch ein wenig lesen und dann hoffe ich, dass ich eine angenehme Nacht haben werde. Die Taschentuchbox steht bereits am Bett. Ich bin gespannt, wie groß der Papierberg morgen früh sein wird.

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