Rettungsaktion auf See

Das Kreuzfahrtschiff MS Albatros hat schon viele Jahre auf dem Puckel Kiel. Sie wurde 1974 als Royal Viking Sea in Dienst gestellt, segelt also schon mehr als 40 Jahre über die Weltmeere. Die fabelhaften Linien dieses Oldtimers sind kein Vergleich mit den heutigen riesenhaften Stahlklötzen.

Vor einer Woche kreuzte das Schiff in der Südsee als die Besatzung den Notruf eines in Seenot geratenen Fischerbootes aus Tonga auffing. Der Kapitän der Albatros änderte daraufhin den Kurs seines Schiffes um die Besatzung, 6 Fischer, zu retten.

Phoenix Reisen, bei denen das Schiff in Charter fährt und die es vermarkten, hat jetzt ein Video über die Rettungsaktion veröffentlicht (siehe oben). Beim Ansehen bekam ich mal wieder feuchte Augen und Gänsehaut. Mehrmals, z.B. als das Rettungsboot beim Zuwasserlassen gegen die Bordwand schlug, entfuhren meinem Mund spontan erschrockene Laute. Mein Mann schaute mich mit fragenden Augen an.

Die Fischer konnten gerettet werden Passagiere, Besatzung und die Reederei spendeten einen namhaften Betrag damit das Boot der Fischer repariert werden kann. Wer weiß, vielleicht ist es ihnen mit dem Geld sogar möglich, ein neues Boot zu kaufen, sicher nicht ganz neu, aber ein besseres gebrauchtes als das, mit dem sie bisher ihrem Gewerbe nachgegangen sind.

Was mir allerdings nicht gefällt ist die Tatsache, dass die Passagiere die Rettungsaktion sensatsionslüstern vom Deck aus beobachten konnten. Es hätte sich gehört, dass der Kapitän die Passagiere auffordert, sich in die Innenbereiche des Schiffes zurückzuziehen. Niemand möchte bei so einer Aktion beobachtet werden, die Schiffbrüchigen schon gar nicht.

8 Gedanken zu „Rettungsaktion auf See

  1. Elke

    Danke, dass Du das gepostet hast. Sehr interessant und bewegend. Und ich glaube gar nicht mal, dass die „Zuschauer “ sensationslüstern“ waren. Vielleicht war es auch wirklich nur echte Anteilnahme. Den Fischern war es bestimmt Wurscht, wer bei der Rettung zuschaut; Hauptsache Rettung! LG Elke

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    1. Hans-Georg

      Sicher war es für die Fischer die Hauptsache, in Sicherheit zu sein.
      Ich bleibe aber bei meiner Meinung, dass der Kapitän die Außenbereiche für die Passagiere gesperrt haben müsste.

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  2. Heidi

    ja, wie immer, die Neugier, die Sensationslust der Menschheit lässt sich schlecht bremsen.. leider. Ob auf den Strassen, oder wie hier in dem Video.. was für diese Gaffer zählt..dabei sein ist für sie wichtig.
    Positiv ist, die Spendenaktion fiel vielleicht etwas höher aus, weil die Spender alles live erlebt haben.
    Doch ich bin auch Deiner Meinung, die Aussenbereiche hätten gesperrt werden müssen.
    Vielleicht wäre auch gespendet worden, wenn die Passagiere dieses Video später gesehen hätten, da wäre ihnen dieses “ ich war dabei Gefühl“ auch sicher gewesen.

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    1. Hans-Georg

      Nun, es ist schon ein Unterschied, ob ich als Betroffener, nämlich als Schiffbrüchiger, live von sensationslüsternen Menschen vom Promenandendeck aus begafft werden oder ob man sich die Aktion im Video anschaut. Das Video zeigt mit Sicherheit nur einen sehr kleinen Teil der Aktion während diese doch in Wahrheit viel länger gedauert haben muss.

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