Ich bin überrascht

Wer hätte das je erwartet: Arbeitgeberpräsident Hundt fordert Moral und Anstadt in Bezug auf die Entlohnung von Zeitarbeitern. Gleichzeitig fordert er, Tarifverträge flächendeckend anzuwenden!

Was ist denn da in ihn gefahren? Hat er was genommen? Ich wiederhole: Herr Hundt ist Arbeitgeberpräsident, also der oberste Vertreter unserer Brötchengeber! Was hat ihn zu solchen Forderungen bewogen?

Nicht, dass ich seine Meinung verurteile, nein, ganz im Gegenteil. Ich begrüsse seine Meinung sehr. Es ist nur sehr erstaunlich, solche Worte aus dem Mund einer Person in dieser Funktion zu hören.

Das, was er nun von sich gegeben hat, ist meine Meinung schon seit Jahren: Wenn alle Menschen mehr Geld zur Verfügung hätten, würden sie dieses – jedenfalls zum Teil – auch ausgeben, d.h., dass der Einzelhandel und damit die Hersteller mehr Umsatz machen würden was zur Folge hätte, dass der Staat mehr Steuereinnahmen hätte.

Warum sind einige Leute nur so kurzsichtig, bei den Politikern, die gegen einen Mindestlohn sind, mal angefangen.

Ein Gedanke zu „Ich bin überrascht

  1. CeKaDo

    Dieser scheinbare Wandel lässt sich leicht erklären.

    Die Betriebe zahlen noch immer viel zu hohe und frei ausgehandelte Löhne und Gehälter. Dadurch kommt es zu den seltsamen Gehaltsgefällen in manchen Betrieben, wo neue Mitarbeiter weniger verdienen als alt Eingesessene. Das möchten die Arbeitgeber ändern und flächendeckend den gleichen Lohn zahlen. Nämlich den geringeren!

    Da unsere Gewerkschaften schon lange nicht mehr Arbeitnehmervertreter sind, werden sie, wie schon in vielen Branchen (so auch die, in der ich arbeite) einen Tarif- und einen Mindestlohn einführen.

    Dieser Mindestlohn ist an das angelehnt, was derzeit nicht mehr dafür reicht, dass ein ausgebildeter Mitarbeiter davon seine Familie ernähren kann.

    Im Falle meines Arbeitgebers führt das dazu, dass inzwischen bestehende Altverträge mit Änderungskündigung an das neue Gehaltsniveau “angepasst” wurden und Mitarbeiter dadurch bis zu 40 Prozent ihres Nettolohnes verloren haben. Alternativ dazu hätten sie mit gehen können, weil man den Vertrag nicht verlängert hätte.

    Außerdem sind alle Gehälter dem Mindestlohn von 12,63 € brutto die Stunde angepasst und damit arbeiten Studierte und Meister für brutto weniger als 2.200 €. Die Alternative ist wie oben.

    Außerdem wurde von der Gewerkschaft abgesegnet, dass jeder Mitarbeiter nur Jahresverträge bekommt, die beliebig verlängerbar sind (incl. entsprechender Gehaltsanpassungen wie oben), denn es wurde eine pauschale sachliche Begründung für ein solches Vorgehen akzeptiert.

    Wenn also der Arbeitgeberpräsident vollmundig solche Worte ausspricht, dann weiß er die Gewerkschaften hinter sich und den Gewinn in naher Zukunft deutlich erhöht.

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