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Die Folgen von Herwart


Ein weiterer Herbststurm, namens Herwart, fegte in der vergangenen Nacht über das Land. Es war eine unruhige Nacht, es war laut, ständig polterten morsche Zweige auf das Dach. Gefühlt habe ich kaum geschlafen. Während Xavier nur etwa eine Stunde wütete, hat sich Herwart die ganze Nacht Zeit gelassen.

Am späten Vormittag schaute ich aus dem Fenster runter zur Elbe und entdeckte, dass der Wasserstand ziemlich hoch ist. Starke Regenfälle am Oberlauf der Elbe und deren Nebenflüsse kann nicht die Ursache sein. Und die Sturmflut? Die Staustufe bei der Schleuse Geesthacht hält den Tidenhub eigentlich zurück. Wenn also hier ein erhöhter Wasserstand anzutreffen ist, der nichts mit Niederschlägen zu tun hat, muss die Flut über die Staustufe getreten sein.

Bernd und ich sind ja eigentlich eher die Bewegungsmuffel. Aber da ist Hochwasser, da müssen wir doch mal gucken, sozusagen Katastrofentourismus. Also zogen wir uns windfest an und gingen runter an die Elbe. Das kommt ja nicht so oft vor, dass der große Strom oberhalb der Staustufe so viel Wasser führt. Das muss man sich doch mal angucken.

Nicht nur der Sturm war in der Nacht aktiv. Ein Biber – also nicht der Justin – hat sich nicht stören lassen und einen kleinen Baum umgelegt. Die Bissspuren waren noch ganz frisch. Ein tiefbeladener Binnentanker mühte sich gegen Wind, Strom und Wellen in Richtung Schleuse. Der Sturm spritzte die Gischt über den Bug. Eigentlich gibt es immer was zu gucken an der Elbe. Man sollte öfter mal runtergehen. Es sind doch nur ein paar Meter.

In die Ecke getrieben

Der kurze aber heftige Herbststurm hat so einiges durcheinandergewirbelt hier im Norden. Auswirkungen auf den Bahnverkehr sind auch weiter südlich heute immer noch zu spüren da zahlreiche Bäume und Äste auf die Gleise und Oberleitungen gefallen sind. Als sich die Lage gestern Nachmittag beruhigt hatte, machte ich einen kleinen Kontrollspaziergang an die Elbe. Ich entdeckte am Uferrand eine entwurzelte Weide, aber ungefährlich für Spaziergänger.

Mein Weg war dann doch ziemlich begrenzt. Auf der Seite, zur Schleuse hin, war es sehr matschig und auf der anderen Seite, in Richtung Schwimmbad, hatte die Feuerwehr einen großen Ast entdeckt, der abgebrochen war und über dem Weg in einer Pappel hing. Nee, da wollte ich auch nicht weitergehen. Der Weg sollte dann auch abgesperrt werden.

Viel Laub hat der Sturm nicht von den Bäumen geweht. Viele Bäume stehen noch fast im saftigen Grün und die Blätter halten sich tapfer an den Zweigen. Die Pappeln rund um das Elbe-Penthouse sind eh schon fast kahl.

Im Hafenbereich der kleinen Stadt an der Elbe dümpelte ein kleiner bunter Laubteppich, vom Wind zusammengetrieben in einer Ecke des Hafens, ganz harmlos, als sei nichts gewesen.

August 2017


Der Monat August ist in meiner Erinnerung der heißeste Monat des Jahres schlechthin. Eine meiner Großmütter hatte im August Geburtstag und meine ehemalige Schwiegermutter auch. Ich erinnere mich daran, dass die Geburtstage jeweils in eine ganz heiße Zeit fielen. Mein lieber Mann hat auch im August Geburtstag, aber mit dem habe ich schon seit 20 Jahren eine heiße Zeit, das zählt nicht.

Der August 2017 spotted dem Begriff „Sommer“ jeder Beschreibung. Gut, als Rentier kann ich die Zeit ausnutzen wenn das Wetter mal so ist, dass ich auf der Terrasse sitzen kann, deshalb kann ich mich nicht so richtig beschweren. Aber Abende lange draußen sitzen, in den Himmel gucken und nach den langsam aufgehenden Sternen ausschau halten oder nach Satelliten, die hell ihre Bahn am Himmel ziehen, dafür ist dieser Augst, wie der ganze Sommer 2017, nicht gemacht, jedenfalls nicht hier im Norden.

Kürzlich musste ich nun sogar feststellen, dass trotz der vielen Regentage das Laub rund um das Elbe-Penthouse langsam schon gelb wird. Es ist erstaunlich weil das sonst nur nach Perioden mit langer Trockenheit geschieht. Dieser Baum im Hintergrund, es handelt sich um eine Pappel, ist zwar immer sehr früh dran, aber wie unschwer zu erkennen ist, beginnt sich auch das Laub der Pappel im Vordergrund rechts bereits zu verfärben. Der Herbst kommt!

Sommer?


Das erste Getreide ist geerntet. Eigentlich sollten die Stoppelefelder wie gold in der Sonne glänzen. Stattdessen hängen dunkle Wolken am Himmel. Heute regnet es seit Stunden. Statt hier im Blog zu schreiben würde ich lieber auf unserer Terrasse sitzen und lesen und dem Gezwitscher der Vögel und dem Plätschern des Brunnens lauschen. Heute lausche ich nur den Regentropfen, die gegen die Fensterscheibe und auf das Oberlicht im Bad prasseln – Sommer in Norddeutschland, man kennt das.

Zum Glück bin ich in der Lage, spontan auf das Wetter reagieren zu können. Wenn die Sonne scheint gehe ich raus, ein Espresso dabei, vielleicht ein Gläschen Rum dazu oder Brandy. Wer allerdings während der Woche arbeiten muss, wenn vermutlich die Sonne scheint, und sich auf das Wochenende freut, ärgert sich, wenn es in seiner Freizeit regnet. Das ging mir früher auch so. Aber aus dem Alter bin ich raus.

Da ich flexibel bin, finde ich diesen Sommer nicht schlimmer als alle anderen – weil ich die guten Stunden ausnutzen kann. Warm ist es ja ohnehin. Heute gibt es eben mal einen warmen Regen. Leider ist die Wettervorhersage für die nächsten Tage nicht sehr positiv. Wer es kann sollte deshalb die trockenen Stunden ausnutzen.

Für das aktuelle Wetter, was Regen betrifft, kann ich die App „Rain Today“ sehr empfehlen. Es lässt sich ein Alarm einstellen, der anzeigt, wann mit dem Beginn des Regens zu rechnen ist. Ebenso kann man ablesen, wann der Regen aufhören wird. Das Regenradar bei „Rain Toay“ lässt sich regional sehr genau heranzoomen. Ein tolles Teil, welches man aber eigentlich lieber gar nicht benutzen möchte.

Ein Sommerabend

Aufgrund der etwas unsicheren Wettervorhersage für heute, beschlossen wir, bereits gestern, am Samstagabend zu grillen. Nach wie vor kann es ab heute Mittag Gewitter geben. Das Regenradar zeigt ein schmales Regengebiet. Wenn es durchgezogen ist, soll wieder die Sonne scheinen – aber man weiß ja nie. Egal, was nun auch passiert heute – wir hatten einen wunderschönen Sommerabend auf unserer Terrasse mit einem Sternenhimmel über uns, an dem wir Flugzeuge und Satelliten ziehen sehen konnten.

Solche Abende sind selten hier im Norden Deutschlands. Meistens wird es irgendwann doch frisch und man möchte unter die Bettdecke kriechen. Aber gestern war so, dass wir gar nicht schlafengehen wollten. Wir wollten es einfach nur ausnutzen, lange draußen sitzen zu können, umgeben von der romantischen Illumination unserer Terrasse und eingelullt vom Plätschern des Brunnens.

Uns wurde mal wieder bewusst, wie gut es uns geht, wofür wir sehr sehr dankbar sind.

Wie geht es weiter?

Ohne Frage hatten wir in dieser Saison schon mehr Winter als im vorigen Jahr. Während 2015 Weihnachten noch die Fuchsien blühten, war 2016 alles weggefroren. Vor einem Jahr wagte ich die Prognose, dass es das nun war mit dem Winter – und ich alter Wetterfrosch sollte recht behalten. Nicht mal mehr Schneefall hatten wir hier im Norden – glücklicherweise.

Meine Prognose für den diesjährigen Restwinter:
Ab und zu noch mal Frost, aber nicht so heftig, vermutlich noch mal Schnee. Aber einen richtigen strengen Winter werden wir hier nicht mehr bekommen.

Ich habe mal die beiden, zeitlich fast identischen, Grafiken von Wetteronline gegenübergestellt. Die Linke Grafik zeigt die Vorhersage für den Bereich Hamburg vom 21. Januar bis zum 3. Februar 2016. Rechts die Grafik vom 19. Janaur bis zum 1. Februar 2017. Ganz eindeutig ist zu erkennen, dass die vorhergesagten Temperaturen für Ende Januar/Anfang Februar fast identisch sind. Was soll noch großartig passieren? Und wenn ich rund um uns herum das Gezwitscher der Vögel höre, könnte man annehmen, die gefiederten Freunde sind schon im Frühlingsmodus.

Wie wird der Winter?

Oder Wetterfrosch trifft Wetterfee:

Was ist eigentlich „Winter“? Erinnert sich noch jemand daran, was bzw. wie ein „richtiger“ Winter ist? In den vergangenen Jahren fand ein Winter ja eigentlich gar nicht statt. Wenn es hoch kommt, gab es mal 1 cm Schnee, die Temperaturen waren meistens um den Gefrierpunkt, eher darüber. Winter? Pah! Wie ich vor ein paar Tagen in meinem Blog gelesen habe, blühten im vorigen Jahr Weihnachten noch Fuchsien auf unserer Terrasse. Gut, man sagt ja: Wenn die Tage längen fängt es an zu strengen, was so viel bedeutet wie: Es wird erst Winter wenn die Tage wieder länger werden, also im Januar. Und da ist was dran. Meistens ist es auch so. Weiße Weihnachten – das ist ein Märchen, jedenfalls hier im Norden Deutschlands.

Aber wie wird es denn nun in den kommenden Monaten? Wird es mal wieder richtig Winter? Eine Vorhersage ist schwierig. Ich vermute, dass der kommende Winter mehr Winter wird als sonst. Seit Tagen haben wir Ost- bzw. Nordostwind. Die Kälte bekommt bekanntlich aus den östlichen Regionen, nicht nur politisch. Seit ein paar Tagen sichten wir den Eichelhäher auf der Terrasse. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass wir den im Herbst schon bewundern konnten.

Ein Indikator, ob es einen strengen oder milden Winter gibt, ist ja die Menge von Kastanien oder Eicheln. Gibt es viele davon, soll es einen strengen Winter geben – sagt man. Leider mußte in der Nachbarschaft ein großer Kastanienbaum abgeholzt werden, er war innen morsch. In den letzten Jahren lagen immer recht wenig Kastanien unter dem Baum. Das passt ja zu dieser Wetterregel. Im Park des Heimes, in welchem meine Mutter wohnt, liegen ganz viele Kastanien auf dem Rasen. Sollte das ein Hinweis sein?

Ich sprach kürzlich mit der Wetterfee, meiner Mutter, über den zu erwartenden Winter. Erstaunlich – mit ihren 92 Jahren hat sie sich auch bereits mit dem Thema Winter befasst. Und sie kommt zu dem gleichen Ergebnis wie ich: Wir kriegen dieses Mal mehr Winter als in den Jahren zuvor. In 6 Monaten sind wir schlauer.