
Ich weiss, man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Und jetzt, kurz nach 19:00 Uhr ist der Tag ja auch noch nicht vorbei. Aber bis jetzt war es ein guter Tag. Der fing nämlich schon gut an:
Wie an jedem Arbeitstag klingelt bzw. piept der Wecker so zeitig, dass noch ein wenig Zeit zum Kuscheln bleibt. Das muss einfach so sein. Und wie ich da so lag, mein Kopf auf der Brust meines Mannes gebettet, hörte ich das erste Mal in diesem Frühling eine Drossel singen. Der Gesang kam nicht aus der Brust meines Mannes, er kam von draussen, das konnte ich eindeutig hören. Ich bin immer ganz hin und weg, wenn ich das erste Mal im Frühling eine Drossel höre.
Als wir dann den Morgenkakao schlürfend im Wintergarten saßen, beobachteten wir zwei Eichhörnchen, die sie um eine der Pappeln jagden. Immer den Baum rauf und runter und drumherum um den Stamm, in einer wahnsinnigen Geschwindigkeit. Ob die Jagd nun mit den Frühlingsgefühlen der Eichhörnchen zu tun hatte oder ob das ein Revierkampf war, entzieht sich unserer Kenntnis. Aber es war niedlich anzusehen.
Auf dem kurzen Weg vom Haus zum Carport war ein vielstimmiger Chor von Vogelstimmen zu hören. Es piepte und tschiepte, dass es eine Freude war. Frühlingsstimmen eben. Wie der Koloraturwalzer von Johann Strauss.
Dann die Autofahrt ins Büro gen Westen. Im Rückspiegel sah ich einen goldgelben Himmel. Und dann sah ich sie, die Sonne. Das erste Mal bei meiner Fahrt ins Büro war die Sonne zu sehen!
Und der Tag im Büro war auch locker und entspannt, was nicht jeden Tag so ist und schon gar nicht unbedingt auf einem Montag. Vielleicht hat das auch mit dem Frühling zu tun.
Das Bild habe ich übrigens geklaut, im Elbe-Penthouse. Da hab ich auch über den Frühling geschrieben.



