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Eine schwere Entscheidung

Heute, am 19. Oktober 2014, haben wir frühlingshafte Temperaturen. Unser Aussenthermometer zeigte nachmittags 22 Grad, im Schatten wohlgemerkt. Eigentlich das ideale Wetter, um einen kleinen Spaziergang an die Elbe zu machen, besonders auch deshalb, weil ich meinem Rücken gestern wohl ein wenig viel zugemutet habe beim Räumen auf der Terrasse. Aber da ist auch immer noch der Fersensporn, der mich zwickt.

Einerseits wäre der Spaziergang gut für meinen Rücken, anderseits wäre der Spazierging nicht gut für den Fersensporn. Und was hab ich gemacht?: Ich bin hübsch zu Hause geblieben, hab mich auf der Terrasse in die Sonne gestellt (die Stühle wurden gestern in den Keller gebracht), hab Espresso und ein Glas Portwein getrunken und das schöne Wetter genossen.

Gewohnheitssache

Auf unserer Hochzeitsreise haben wir fast täglich Eis gegessen. Auf dem Pooldeck stand ein kleiner Eiswagen mit wohl 10 verschiedenen Sorten. Die machen das Eis selbst an Bord, und was für Eis, einfach traumhaft lecker. Allein das Vanilleeis, sowas hab ich noch nie irgendwo geschleckt.

Die Auswahl fiel immer schwer. Wobei – irgendwann schiesst man sich auf seine Lieblingssorten ein. Drei Kugeln im Becher mussten es immer sein. Die Kugeln waren ja auch nicht so gross. In meinem Becher fand sich jedes Mal die Sorte Limette und Himbeer-Cheesecake. Die dritte Sorte variierte je nach Lust und Laune.

Heute war ja noch mal schönes Wetter, wenn auch nicht so sommerlich wie bei Gerrit. Aber für eine Portion Eis reichte es. Ich steuerte also den Eisstand in der Europapassage an und suchte mir 3 Sorten aus, also 3 Kugeln, so wie ich es von Bord der „Mein Schiff 1“ gewohnt war. Allerdings waren diese Kugeln viel grösser. Nachdem ich sie aufgegessen hatte, war ich pappsatt. Zwei Kugeln hätten auch gereicht. Muss ich mir merken.

Aber nicht nur die Grösse der Kugeln war anders, auch der Geschmack vom Eis. Der reichte nämlich nichtmal ansatzweise an das Eis vom Pooldeck heran. Ein weiterer Grund, sich auf die Reise im nächsten Jahr zu freuen.

Die Hochzeit

Da war doch noch was! Richtig, unsere Hochzeit. Seit 23 Tagen sind wir nun verheiratet. Noch weiss man, wieviele Tage es sind. Bald erinnern wir uns nur noch an Monate und dann nur noch an Jahre, die man spontan sagen kann. Also ein wenig möchte ich über die Feier erzählen.

Am Tag vorher bekam ich ja Halsschmerzen, sowas hab ich noch nicht erlebt. Am Hochzeitstagmorgen war es noch schlimmer geworden. Ich befürchtete schon, ich könnte gar nicht „Ja“ sagen und müsste das „Ja“ zu Papier bringen.

Gleich morgens holten wir die vorbestellen Ansteckblümchen im Blumengeschäft hab. Beim Bäcker nebenan kauften wir belegte Brötchen, fuhren nach Hause und frühstückten erstmal. Dann wurde es auch schon Zeit, dass wir uns umziehen mussten. Kurz vor 10:00 Uhr fuhren wir mit unserem Wagen zum Rathaus. Da die Sonne schien, sind wir natürlich offen gefahren. Holger, unser Nachbar, war als Fotograf engagiert und machte ein paar erste Aufnahmen.

Wir meldeten uns im Standesamt und wurden dann in das Trauzimmer gebeten. Wir lauschten den Worten der netten Standesbeamtin, setzten uns gegenseitig die Ringe auf und unterschrieben ein Formular und wir waren verheiratet. Nach etwa 10 Minuten war die Zeremonie vorbei. Die berühmten Worte, dass man die Braut jetzt küssen dürfe, fielen übrigens nicht.

Als wir das Rathaus verliessen, standen unsere befreundeten Nachbarinnen Astrid und Claudia davor und liessen einen Regen aus Blütenblättern über uns hernieder. Reiswerfen ist bei uns ja nicht angebracht, vermehren wollen wir uns ja nicht. Im übrigen habe ich den Beweis der Fruchtbarkeit ja schon erbracht. Wir tranken Champagner, den die Nachbarinnen mitgebracht hatten und den ich vorsichtig schluckte, mein Hals brannte wie Feuer.

Nachdem die Knutscherei beendet war, fuhren wir zu Café Koch und holten 4 Torten ab, die wir zu Bernds Firma brachten. Dort bekamen wir auch gleich unser Geschenk ausgehändigt. Die Eierlikörtorte war leider etwas derangiert durch den Transport. Aber Eierlikör ist eben flüssig, da kann die Torte schon mal ins Schwimmen kommen. Ausserdem war sie nicht zum Angucken sondern zum Essen. Dem Geschmack wird das sicher keinen Abbruch getan haben.

Dann hatte wir ein wenig Zeit, uns auszuruhen. Dann gings erstmal nach Lübeck um meiner Mutter einen kurzen Besuch abzustatten und mir ihr ein Glässchen Champagner zu trinken. Es traf genau das ein, was ich befürchtet hatte: Wie üblich waren die Straßen voll am Freitagnachmittag. Und so hatten wir leider nur ca. 30 Minuten Zeit für meine Mutter. An der Unterhaltung konnte ich kaum teilnehmen, aus meinem Mund kam nur noch ein heiseres Krächzen.

Gegen 18:30 Uhr trafen wir am Ort der Feier ein, im Restaurant Alte Försterei. Die Restaurantleiterin bemerkte gleich, dass es mir nicht gut ging und brachte mir ein Glas Tee. Sehr aufmerksam! Nach und nach trafen die Gäste ein. Wir nahmen Glückwünsche und Geschenke entgegen. Statt dem üblichen Knutschen wurde es bei mir eher ein zaghaftes Knuddeln, ich wollte ja niemanden anstecken.

Das Essen, bzw. eher das Schlucken, der leckeren Speisen fiel mir ziemlich schwer. Ein halbes Glas Wein kriegte ich gerade so runter, ansonsten nur Wasser. Als Digestif trank ich eine kleine Pfütze meines geliebten Cardenal Mendoza. Und dann bekam ich eine grosse Kanne Tee an meinen Platz gestellt.

Unsere Nachbarin Astrid überraschte uns später am Abend mit einer selbstgeklöppelten Hochzeitstorte. Wow, was hat die Frau sich für eine Arbeit gemacht! Alles Handarbeit aus eigener Herstellung! Und nein, ich hatte kein Fieber!

Aber es gab natürlich noch eine von uns bestellte Hochzeitstorte, bzw. einen Hochzeitskuchen, mit einer Tortenfigur, die einer schwulen Hochzeit angemessenen ist. Bernd und ich kämpften um das Messer, bzw. um die Oberhand, was zwischen uns beiden abgesprochen und gespielt war. Letztendlich griff Bernd das bereitgestellte zweite Messer, in unser Ehe hat nämlich keiner die Hosen an *huch*, und deshalb wurde der Hochzeitskuchen von uns gaymeinsam angeschnitten. Mit dem ersten Stück fütterten wir uns gegenseitig. Die Gäste durften sich dann aussuchen, von welcher Torte sie kosten wollten. Da reichlich vorhanden war, wurden meist beide probiert.

Unsere Enkelin Ida fand in Luca ein hübsches Kindermädchen.
Apropo Enkelin: Wir werden zum zweiten Mal Opa. Wir freuen uns sehr!

Die Feier verlief so, wie wir uns das vorgestellt hatten: Jeder kam mit jedem ins Gespräch. Alle Gäste waren gut drauf, bis auf einen der beiden Gastgeber, shit happens – wie man so schön sagt. Trotzdem hatte auch ich meinen Spass und war sehr zufrieden. Gegen 2 Uhr am nächsten Morgen lag ich endlich im Bett.

Einfach mal abschalten

Seit einer Woche ist der Urlaub vorbei, 3 Arbeitstage sind schon wieder geschafft. Wir sind wieder im Alltagstrott angekommen. Aber die Erinnerungen an den Urlaub wirken noch nach. Es war ja auch schön – trotz der gesundheitlichen Probleme, die leider immer noch nicht ganz ausgemerzt sind.

Der Urlaub sollte dazu dienen, Seele, Geist und Körper zu erholen, am besten einfach mal abschalten. Auf einer Kreuzfahrt können wir uns so richtig entschleunigen. Wir gehen an Bord und lassen uns einfach fallen. Wir brauche keine Betten machen, nichts einkaufen, nicht überlegen, was wir wann essen wollen. Wir können an Bord einfach so in den Tag hineinleben.

Was sonst in der Welt passiert, sei es in fremden Ländern oder vor der Haustür, interessiert nicht, überhaupt nicht. Frau Merkel hätte die Regierung auflösen können, der Amerikanische Präsident hätte einem Attentat zum Opfer fallen können, das Brandenburger Tor oder irgenein anderes Gebäude irgenwo auf der Welt hätte insich zusammenfallen können – wir hätten erst nach der Rückkehr aus dem Urlaub davon erfahren. Unterwegs im Urlaub ist es mir völlig egal, was so los ist.

An Bord liegt täglich eine kleine „Zeitung“ aus mit Neuigkeiten aus aller Welt. Ich habe nichtmal im vorbeigehen einen Blick auf die Titelseite geworfen. Man kann sich auch vor der Reise eine Zeitung für den Urlaub bestellen. Das würde ich nie machen, ebenso wie ich mir nie eine Zeitung in irgendwelchen Urlaubsorten gekauft hatte während andere Menschen nicht ohne die BILD-Zeitung auskommen können und sie täglich kaufen.

Und zurück im Alltag? Tja, da rufe ich täglich meine üblichen Internetseiten mit Nachrichten auf, meist sogar mehrmals am Tag. Man will ja informiert sein und mitreden können. Die Frage ist, ob man die Neuigkeiten wirklich braucht. Ein Teil davon ist doch eh manipuliert. Alles das zu glauben, was uns die Medien vorsetzen – nein, das tu ich schon lange nicht mehr. Am besten wäre es, wenn ich weiterhin Urlaub von den Nachrichten aus aller Welt machen würde. Aber das kann ich nicht.

Wieder daheim!

Heute Mittag, Punkt 12:00 Uhr, oder anders gesagt: high noon, waren wir wieder in unseren eigenen 4 Wänden. In exakt 9 Monaten sind wir mit unserem Traumschiff, Mein Schiff 1, in Bergen. Unter anderem geht es auch dorthin:

Im Urlaub gehen die Uhren tatsächlich anders. Wir waren nämlich der Meinung, dass heute in 9 Monaten die nächste Seereise beginnt. Und dabei sind wir dann schon 2 Tage unterwegs.

Natürlich wird es demnächt einen Reisebericht über unsere Hochzeitsreise geben. Aber erstmal heisst es, hunderte Fotos sichten und natürlich den Bericht selbst schreiben. Also bitte noch etwas Geduld meine Lieben.

Bei dieser Gelegenheit bedanken wir uns recht herzlich für Eure lieben Glückwünsche anlässlich unserer Hochzeit.

Hans-Georg und Bernd

Reich beschenkt

Nun hat uns der Ehealltag erreicht. Wir kennen den zwar schon seit etwa 17 Jahren, während der wir nun zusammensind. Aber jetzt gibt es Alltag mit Ring.

Heute morgen haben wir uns um die Geschenke und Karten gekümmert und endlich alles ein wenig genauer unter die Lupe genommen. Mit viel Liebe und Kreativität wurden die Geschenke gestaltet, es ist erstaunlich. Ich kann sowas nicht – muss ich zu meiner Schande gestehen.

Die Feier war genau so, wie wir uns sie vorgestellt hatten: Es war ein kommodiger Abend! Gäste fanden zusammen zu intensiven Gesprächen, die sich nie zuvor getroffen hatten. Und wenn ein Gast eine Dame, die sich vorher auch nicht kannten, als „geile Sau“ bezeichnet (was nicht sexuelle anzüglich gemeint war), dann kann man wohl davon ausgehen, dass es ein rundum gelungener Abend war. Ein paar Fotos davon wird es nach unserer Rückkehr aus dem Honeymoon zu sehen geben.

Einzig mein Gesundheitszustand war unter aller Sau und keinesfalls geil. Ein halbes Glein Wein und ein kleiner Schluck Cardenal Mendoza waren der einzige Alkohol, den ich zu mir genommen habe. Ansonsten nur Tee und Gänsewein. Um 21:00 Uhr hätte ich unsere eigene Veranstaltung am liebsten verlassen und mich ins Bett gelegt. Im Verlauf des Abends ging es mir dann aber wieder ein wenig besser.

Und heute? Ich habe immer noch eine Stimme, als hätte ich literweise dem Alkhol zugesprochen und lauthals schmutzige Lieder gesungen. Mal sehen, wie sich das in den nächsten Tagen entwickelt.

Ich sag dann erstmal „tschüss“ bis Anfang Oktober!

Just Married!

Zehn Minuten hat die Zeremonie gedauert – und wir verließen das Standesamt als verheiratete Eheleute (ich hasse diese Gesetzdeutsche Umschreibung für Menschen gleichen Geschlechts). Bernd ist jetzt mein Mann – egal, wie das im Gesetz und in der Urkunde auch stehen mag.