Tschüss Auto


Es ist nur ein Auto, trotzdem waren wir heute morgen ein wenig traurig, dass wir unseren Volvo heute abgeben würden. Fast 9-1/2 Jahre hat er uns dahingefahren, wo wir hinwollten. Wir sind immer heil und gesund wieder nach Hause gekommen. Das, und 107.000 gefahrene Kilometer, schweissen zusammen.

Unfallfrei war die Zeit nicht. Vor 4 Jahren gab es einen Auffahrunfall weil der Vordermann sich im letzten Moment umentschied und wieder bremste nachdem er schon angefahren war.

Zweimal musste der Wagen in der Werkstatt, man kann sagen aus Pannengründen. Einmal war es ein Federbruch, zu Hause als ich rückwärts aus dem Carport fahren wollte. In diesem Jahr musste gab es eine Motorreparatur, die nicht billig war. Wäre die nicht gewesen, wären wir den Volvo vermutlich weitergefahren. Wir entschieden uns, ein neues Fahrzeug anzuschaffen. Neue Sommerreifen wären auch notwendig gewesen.

Ein paar persönliche Erinnerungen hängen an dem Wagen: Meine Mutter hat ihn bezahlt und unsere beiden Mütter, die auch schon 6 Jahre nicht mehr unter uns weilen, sind dort mitgefahren.

Bei Krüll Curslacker Neuer Deich in Hamburg-Bergedorf wurden wir immer freundlich und zuvorkommend behandelt. Zuletzt waren wir dort im April zur Inspektion. Wir waren schon ein etwastraurig, als wir uns dort verabschiedeten. Der Vertrag für den neuen Wagen war da schon unterschrieben.

Heute haben wir unseren jahrelangen Gefährten verkauft. Am einfachsten wäre es gewesen, wir hätten ihn in Zahlung gegeben. Aber das Angebot und die Abwicklung vorab waren nicht zufriedenstellend. Als man nochmal 1000 Euro abziehen wollte weil wir keine Sommerreifen haben, obwohl wir das bei der Aufnahme der Fahrzeugeinzelheiten angegeben hatten, haben wir davon Abstand genommen.

Wir haben uns dann mit wirkaufendeinauto.de beschäftigt. Online gibt man die Fahrzeugdaten ein und erwähnt eventuelle Schäden. In wenigen Minuten bekommt man ein Angebot, in diesem Fall ganz knapp über 10.000 Euro. Da haben wir natürlich zugeschlagen und uns für heute angemeldet.

Der Wagen wurde äusserlich eingehend auf Schäden untersucht, der junge Mann machte eine Probefahrt, Fotos wurden gemacht. Die wurden, zusammen mit den Erkenntnissen der Untersuchung, an eine externe Stelle geschickt. Nach wenigen Minuten hatten wir die Bestätigung, dass das ursprüngliche Angebot bestehen bleibt. Ich unterschrieb einen Verkaufsvertrag – und dann waren wir autolos und mussten mit dem Bus zurück in die kleine Stadt an der Elbe.

Zum Abschied klopfte ich dem Volvo mit der Hand nochmal aufs Dach, „Tschüss Auto!“.

4 Gedanken zu „Tschüss Auto

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