Was bisher geschah -eine Zusammenfassung II

Und so ging es weiter:
Unser Auto machte seit ein paar Tagen schon Geräusche. Am Samstag, auf der Heimfahrt, nach dem Besuch bei mir, leuchtete die Motorlampe auf. Sonntag kam mein Schatz mit dem Bus nach Bergedorf. Die Haltestelle ist nur wenige Schritte von der Klinik entfernt. Montagmorgen wurder der Wagen zur Werkstatt gebracht, es würde dauern, mindestens eine Woche. Eigentlich wollte mein Schatz mich ja von der Klinik nach Hause bringen, das war nun nicht möglich, deshalb hatte ich ja ein Taxi bestellt.

Dienstag, 3.3.2026 – 4. Tag nach der OP
Nach dem Duschen wechselte mein Schatz das Pflaster. Allein kriegt man das nicht hin weil man nicht sehen kann, wo die Naht ist. Das würde in den nächsten Tagen so sein.

Danach gingen wir gemeinsam in die Stadt und holten frische Brötchen zum Frühstück. Es war das erste Mal seit langem, dass ich auf dem Weg nach unten die Treppe benutzen konnte! Ich ging langsam, aber ich ging, ohne dass meine Beine versagten. Auf dem Heimweg merkte ich, dass mir Kondition fehlte, ich wurde immer langsamer. Die Treppe nach oben in die 3. Etage? Nein, das ging dann nicht. Zum Glück haben wir einen Lift im Haus. Ich legte mich dann erstmal wieder für eine Weile auf das Bett. So ein E-Reader ist eine tolle Sache. Da kann man Bücher ohne Ende draufladen, er wiegt kaum was und er lässt sich mit einer Hand halten und „umblättern“.

Sitzen durfte ich max. 15 Minuten am Stück, das erinnerte ich noch aus 2011. Lt. Physio-Merkblatt, welches ich in der Klinik in die Hand gedrückt bekam, dürfte ich auch nur 15 Minuten stehen. Das war mir neu. Ich schickte eine Mail an meinen Operateur und fragte nach. Die Antwort war, dass ich stehen dürfe bis der Schmerz kommt.

Meine Tätigkeiten während des Tages: Sitzen, stehen, liegen, ein paar Schritte in der Wohnung machen, ein paar leichte Handgriffe im Haushalt, liegen, usw.

Mittwoch, 4.3.2026 – 5. Tag nach der OP
Am Morgen nahm ich 40 Tropfen Novalgin gegen Schmerzen im Rücken und im linken Bein.
Seit langer Zeit ging ich das erste Mal allein ins Dorf. Wir brauchten frische Brötchen. Der Tageslauf war sonst unverändert gegenüber gestern.

Brav nahm ich meine Medikamente: 3 x am Tag Ibu 600, abends spritzte ich mir Clexane in die Bauchdecke. Beim ersten Mal tat ich das etwas zögerlich. Ach, was solls, rein damit. Die Nadel ist so dünn, ich merkte den Einstich kaum. Novalgin nahm ich nur bei Bedarf, wenn die Schmerzen zu stark wurden.

Donnerstag, 5.3.2026 – 6. Tag nach der OP
Heute gingen wir wieder gemeinsam Einkaufen: Vom Bäcker frische Brötchen, ein paar Dinge für den täglichen Bedarf von REWE. Bei der Rückkehr brauchte ich noch immer den Lift nach oben. Wenn ich mal Müll runterbrachte oder in den Keller musste, schaffte ich es auch ohne Lift wieder rauf, aus dem Keller, also 4 Etagen, kam ich dann oben mit hängender Zunge an. Immerhin hatte ich es geschafft. Ihr glaubt ja gar nicht, wie glücklich ich darüber war, wo ich doch wochenlang ohne Lift überhaupt nicht auskam, weder runter noch rauf.

Anruf von der Werkstatt: Fehler gefunden! In Stichworten: Nockenwellenzahnriemen, Ventildeckel, Steuerriemensatz, Lambdasonde, ca. 1500 Euro, fertig Montag.

Freitag, 6.3.2026 – 1 Woche nach der OP
Schatz holte sich 3 freie Tage Nachschlag, wie auch immer. Ohne Auto kommt er nicht zur Arbeit. Ansonsten verlief der Tag wie die vorhergehenden, ohne besondere Vorkommnisse.

Samstag/Sonntag 7./8.3.2026
An beiden Tagen holten wir uns frische Brötchen, Samstag ein paar Dinge, dir wir benötigten für unseren Speiseplan. Milch brauchten wir auch mal. Sonst holen wir immer einen Karton mit 12 Litern. Ohne Auto ging das natürlich nicht, also kauften wir 4 Literkartons lose, 2 Kartons trug ich, und die Brötchen. Alles andere schleppte mein Schatz nach Hause, er ist gross und stark.

Samstagabend schauten wir uns im Bett den Vorentscheid zum ESC aus Schweden an. Was für eine tolle Show! Ohne irgendwelche Schnörkel und Rückblenden. Wir verstanden zwar nicht viel von der Moderation, aber darauf kam es auch nicht an. Die verschiedenen Songs und das Publikum sprühte vor Lebensfreude, absolut ein Vergleich mit der Entscheidungs-Show Deutschlands.

Beim Zähneputzen spürte ich einen empfindlichen Zahn. Nicht das jetzt auch noch.

Sonntag war es manchmal zum in die Luft gehen wenn ich beim Kauen auf diesen Zahn geriet. Morgen also beim Zahnarzt anrufen.

Montag, 9.3.2026
Wir warteten auf den Anruf von der Werkstatt, dass wir endlich unser Auto abholen könnten. Der Anruf kam, das Auto musste in der Werkstatt bleiben: Zwei Ersatzteile waren nicht mitgekommen. Fertigstellung morgen, Dienstag.

Sonst wie die Tage vorher: Pflaster wechseln, Medis nehmen, sitzen, bewegen, stehen, liegen usw. Wieder waren wir in der Stadt unterwegs. Ich brauchte immer noch den Lift, um nach oben zu gelangen. Schmerzen waren mal mehr, mal weniger, mal hier mal da. Nun ja, es war erträglich.

Ich holte mir einen Termin beim Zahnarzt für den nächsten Tag.

Dienstag, 10.3.2026
vorsichtshalber nahm ich Novalgin bevor ich nach Hamburg zum Zahnarzt fuhr. Der Schnellbus brachte mich ohne umzusteigen ganz in die Nähe der Praxis.

In dem Moment, wo ich ins Behandlungszimmer gebeten wurde, rief die Werkstatt an, Kurzform: Motor ok, bei der Probefahrt gab es aber vorn bei den Rädern Geräusche. Der Wagen kam wieder auf die Bühne, Räder ab und da war die Ursache sichtbar: Auf beiden Seiten waren die Federn gebrochen, Auto nicht Fahrbereit! Ich drängte darauf, dass wir den Wagen morgen, Mittwoch, unbedingt bräuchten.

Dann nahm ich auf dem Stuhl platz. Der Zahnarzt fertigte ein Röntgenbild an, darauf war nichts zu sehen. Dann wurde die Krone etwas abgeschliffen, so, dass beim kauen nicht Zahn auf Zahn geraten konnte. Das Röntgenbild wurde an meinen Lieblingskieferchirurgen geschickt. Der hatte aber heute keine Zeit für mich. Ich würde mich dann selbst um einen Termin kümmern.

Zurück zu Hause war ich völlig Platt. Zweimal ca. 1 Stunde Busfahrt, was sicher nicht sehr rückenfreundlich ist, das Drama mit dem Auto, nicht zu wissen, warum mein Zahn nicht ok ist, das alles hat mir arg zugesetzt. Ich legte mich erstmal hin und nahm den Kindle.

Es gab später Pizza, ausnahmsweise nicht DIY. Dazu hatten wir keine Lust, wir liessen uns welche anliefern.

Mittwoch, 11.3.2026
Statt knackigen frischen Brötchen gab es Toastbrötchen, die sind zahnfreundlicher. Ich merkte, dass mein Zahn sich beruhigt hatte. Das würde ich beobachten müssen. Wäre ja super, wenn ich nicht auch noch ein Zahn gezogen werden müsste.

Nachmittags kam das ok von der Werkstatt, dass unser Auto abholbereit sei. Bernd holte ihn ab. Er machte gleich einen Termin für die im April anstehende Inspektion, die Hauptuntersuchung und Räderwechsel.

In der Nacht drückte die Blase. Aus der Etage unter uns waren laute Stimmen, abwechselnd mit Musi, zu hören. Opa ist ja schwerhörig. Aber warum hört er nachts um 2 Radio? Hat er noch nie gemacht, auch tagsüber nicht. An einschlafen war nicht zu denken. Bernd muss ja früh aufstehen. Als er losmusste, klingelte er bei Opa. Weil der nicht aufmachte, hämmerte Bernd gegen die Tür, das konnte ich bei uns hören.

Bernd erzählte mir am nächsten Tag, dass es im Treppenhaus schon sehr laut war. Das Klingeln hat er wohl nicht gehört. Opa kam normalangezogen an die Tür. Bernd sagte ihm, dass er das doch bitte leise machen soll. Opa erzählte irgendwas, er sei fast eingeschlafen. Wir nehmen an, dass er dement ist.


Donnerstag, 12.3.2016
Heute hatte ich einen Termin bei meinem anderen Lieblingschirurgen, beim Neurochirurgen, der mich operiert hatte, zum Fadenex. Also wieder nach Hamburg, dieses Mal mit Umsteigen: Erst mit dem Bus nach Bergedorf, da in die S-Bahn zum Hauptbahnhof in HH, umsteigen in den Schienenersatzverkehr zum Bahnhof Dammtor, wo in der Nähe die Praxis liegt, die ich aufsuchen musste. Ich brauchte weder Rolltreppen noch Aufzüge, alles ging problemlos, wenn auch langsam. Und es fördert meine Kondition.

Der Doc fragte dies und das, zog den Faden raus und klebte ein neues Pflaster über die Wunde. Bis auf einen kleinen Fleck war die trocken. Der Doc war sehr zufrieden mit seiner Arbeit und mit meiner Genesung. Am 16. April muss ich mich nochmal zur Kontrolle vorstellen. Ibu 600 soll ich auf morgens und abends reduzieren. Ab Mitte nächste Woche habe ich Krankengymnastik.

Für den Heimweg die umgekehrte Reihenfolge: SEV / S-Bahn / Bus. Im Hauptbahnhof kaufte ich zwei Franzbrötchen, matschig, fettig und süss.

Wieder angekommen in der kleinen Stadt an der Elbe brachte ich frische Brötchen mit, der blöde Zahn schien wieder ok zu sein. Zu Hause versorgte ich die Katzen und fiel dann ziemlich kaputt auf das Bett. Auf dem Handy checkte ich die Schritte, die ich zurückgelegt hatte: Fast 6.000, unterteilt in kürze und längere Strecken und unterbrochen von der Zeit in der Praxis und mit den diversen Personentransporten.

Heute Abend spritze ich das lezte Mal Clexane. War ja nicht so schlimm, das jeden Abend machen zu müssen, aber trotzdem kostete es mich immer etwas Überwindung, mir die Nadel in den Bauch zu pieksen.

Freitag, 13.3.2026
Nach dem Aufstehen spürte ich die Nachwehen des gestrigen Tages. Da merke ich, dass es noch etwas dauern wird, bis ich wieder fit bin. Es ist ja nicht nur die fehlende Kondition. Durch das Nichtstun der letzten Woche habe ich auch etwas Speck angesetzt, den muss ich ja auch mitschleppen. Am 1. Mai öffnet unser Schwimmbad, ich habe mir vorgenommen, dort morgens ein paar Bahnen zu ziehen.

Mein Schatz arbeitet seit gestern wieder. Heute Morgen habe uns frische Brötchen besorgt und für mich 2 grosse Birnen als kleine Zwischenmahlzeit. Natürlich brauchte ich nach oben wieder den Lift. Später brachte ich Müll runter, das ging nach oben dann auch ohne Lift.

Inzwischen habe ich mich mit dem OP-Bericht beschäftigt, den ich noch im Krankenhaus vom Doc bekommen habe. Ich verstehe nicht alles, aber was ich begriffen habe ist, dass diese OP aufwendiger war als die von 2011. Damals hatte ich nur einen Bandscheibenvorfall auf LWS 4/5. Ein kleiner Schnitt, horizontal, von ca. 3 cm war dafür notwendig. Schmerzen hatte ich danach so gut wie keine. Ich fühlte mich wie ein junger Gott.

Dieses Mal war es ein Bandscheibenvorfall auf 3/4 und eine Spinalkanalstenose. Mein Rücken ziert jetzt eine Naht, vertikal, von ca. 8 cm. Was da alles gemacht wurde, da lässt sich denken, dass es nach der OP nicht gleich schmerzfrei ist.

So, ich bin dann jetzt gerade vor mit den Ereignissen der letzten beiden Wochen. Die Notierungen dienen für mich auch als eine Art Tagebuch, um später mal nachlesen zu können, wie das alles gewesen ist.

Ab jetzt wird hier wieder mehr oder weniger regelmässig berichtet.

4 Gedanken zu „Was bisher geschah -eine Zusammenfassung II

  1. Der Wilhelm

    Also ein fast normaler Heilungssverlauf – immerhin.
    Was Du als „etwas aufwändiger“ beschreibst, also die Spinalkanal-Stenose, war ja auch der Grund für meine Rücken-OP vor zwei Jahren. Da drückt dann nicht nur ein Teil der Bandscheibe auf die Nerven, sondern durch altersbedingten Verschleiss ist es eben auch ein Teil des betreffenden Wirbelkörpers.
    Und das macht die Sache dann halt aufwändiger, weil die Durchgänge für die Nerven (also die Spinalkanäle) durch den Wirbelkörper auch erweitert werden müssen…

    Was ich ja damals wirklich bemerkenswert fand, war der frappante Unterschied zwischen vorher und nachher. Vor der OP konnte ich ja auch kaum noch laufen und nach der OP fühlte ich mich fast wieder wie ein junger Gott…
    Und es freut mich sehr, dass Du das auch so erlebst….

    Trotzdem noch weiterhin gute Besserung

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    1. Hans-Georg

      Diesen Unterschied kannte ich ja schon von der OP 2011, deshalb war ich ja auch so optimistisch, ich ahnte ja nicht, dass es anders sein könnte. Trotzdem bin ich wieder mobil, wenn auch noch etwas eingeschränkt. Ich bin guter Dinge, dass alles wieder gut wird.

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  2. Birte

    Das hört sich doch gut an. Bisschen Geduld wirst Du vermutlich noch brauchen. Step by step, im wahrsten Sinne des Wortes.

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