Alle bekloppt


Seit heute ist der Einzelhandel in Schleswig-Holstein geöffnet. Der Hamburger Bürgermeister Tschentscher hatte kürzlich vor einem Shoppingtourismus gewarnt, denn in Hamburg ist man noch nicht so weit, dass man dem Einkaufswahn fröhnen kann.

Das Wetter ist heute sonnig, wenn auch kühl. Da ich einen Teil der haushaltsüblichen Einkäufe zu Fuß erledigen kann, nutzte ich das schöne Wetter und ging „ins Dorf“. Am Anfang der Einkaufsstraße sah ich eine Menschenschlange quer über die Straße. Klopapier? Nein, Modehaus CA hatte die Türen geöffnet. Und die Damen warteten geduldig darauf, gemäß dem vorgeschriebenen Hygienekonzept eingelassen zu werden.

Sind die alle in den letzten Monaten in die Breite gegangen und passen jetzt nicht mehr in ihre Klamotten? Wenn das so weitergeht, sehe ich schwarz für weitergehende Öffnungen. Davon abgesehen finde ich es eh viel zu früh für Lockerungen.

Unser Kreis, das Herzogtum Lauenburg, liegt heute bei einer Inzidenz von 67,7. Es war schon mal knapp über 60. Die angrenzenden Kreise und die Hansestadt Hamburg liegen über 70, einer sogar über 100. Die Hansestadt Lübeck im Norden unseres Kreises hat eine Inzidenz von 24,9! Das ist nahezu perfekt. Ich befürchte, dass hier bei uns die Zahlen in Kürze wieder steigen werden. Die Leute sind einfach zu unvernünftig.

13 Gedanken zu „Alle bekloppt

  1. Frau Momo

    Das war leider zu erwarten. Ich verstehe es aber auch nicht. Gut, wenn man vielleicht an der „Grenze“ wohnt, aber manche machen sich von Hamburg auf nach Lübeck oder so. Das ist doch völlig bescheuert.

    Antworten
    1. Hans-Georg

      Ein Möbelgeschöft in S-H, nicht in Segeberg, macht Radiowerbung mit großen Rabatten. Ich möche nicht wissen, was da los ist. Der Lübecker Bürgermeister Lindner ist auch nicht begeistert vom Shoppingtourismus. Lübeck hat ja auch noch die Nachbarschaft von Meck-Pom.

      Antworten
      1. Elvira

        Vor den Lockerungen hatte der Einzelhandelsverband versprochen auf Wiedereröffnungs- und andere hohe Rabatte als Kaufanreiz zu verzichten. Mal sehen, was hier in Berlin los sein wird.

        Antworten
        1. Hans-Georg

          Die sind ja auf der ganzen Wintersaisonware sitzengeblieben, das Zeug muss weg. Insofern kann ich das verstehen, es ist aber keinesfalls hilfreich, Corona zu bekämpfen.

          Antworten
  2. Evi

    Es ist doch immer das Gleiche: wird irgendwo geöffnet, pesen alle, die meinen, dorthin zu müssen auch hin. Und bums – die Zahlen schnellen nach oben und es wird wieder dicht gemacht.
    Da hilft jeglicher Appell ans Volk gar nichts. Ist immer dasselbe. Ubnd die, die in vorderster Front der Warteschlange standen, schreien wieder am lautesten.
    Tja, der Verstand der Leute ist irgendwie nicht vorhanden – an wen oder was soll man denn da appellieren??
    Wir (mein Mann und ich) bleiben weiterhin daheim und machen nur unsere nötigen Einkäufe. Das wars dann aber auch schon. Du und deine bessere Hälfte handeln ja auch danach – das beruhigt. Zu wissen, man ist nicht ganz allein ist mit der Vorsicht! Aber all die Anderen ????????????????
    Liebe Grüße aus Oberbayern (nahe dem Ammersee)
    – Evi –

    Antworten
    1. Hans-Georg

      Ich mache die notwendigen Besorgungen – und gut issses. Die Klamotten passen alle noch und viel braucht man als Rentner ja eh nicht.
      Mein Schatz bekommt jeden Morgen von seinem Arbeitgeber eine neue Maske ausgehändigt. Da wird auch darauf geachtet, dass die Hygienemaßnahmen strikt eingehalten werden.
      Wenn’s Wetter gut ist, gehen wir mal runter an die Elbe. Theater und Kino sind geschlossen, wie Restaurants auch. Und wir kommen ganz gut damit klar.

      Antworten
  3. Ralf

    Wir haben hier im Kreis eine Sieben-Tages-Inzidenz von derzeit 20; in der Stadt, um die herum der Kreis liegt, sind es 32. Damit ist nach der alten Inzidenzgrenze von 35 da wie dort die Zeit für Lockerungen gekommen. Fragt sich bloß, wie sich alles weiter entwickelt.

    Antworten
      1. Ralf

        Bei uns wird der Wert von 35 schon recht lange unterschritten. Wenn ich mich nicht irre, waren wir schon bei der jüngsten Konferenz der Coronakrisenversager soweit. Heute sieht es so aus: Stadt 33, Kreis 19, nordwestlich angrenzender Kreis 16, nordöstlich angrenzender Kreis 25, östlich angrenzender Kreis 34, südlich angrenzender Kreis aber 66 (der grenzt unmittelbar an das berühmte Departement Moselle) und die von jenem Kreis umgebene Stadt 90! Ich glaube, wir haben bloß Glück, dass es zwischen denen und uns keine Autobahn und keine direkte Zugverbindung gibt. Der Pfälzerwald wirkt als nur durch untergeordnete Straßen erschlossener, weitgehend siedlungsleerer Raum wie eine Pufferzone. Vor wenigen Monaten war es noch umgekehrt; da blieben die Südlichter verschont, und bei uns dampfte der Kessel.

        Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.