Ungewohnt

Seit Anfang Februar war der Liebste zu Hause. Die Hintergründe zu erklären würden den Rahmen hier sprengen. Nur so viel sei gesagt: Hätte man damals schon was von Corona bzw. über die Folgen geahnt, hätte er der Vereinbarung nicht zugestimmt. Egal, wir hatten eine tolle gemeinsame Zeit, ohne Probleme, ohne Zank und Streit, sehr harmonisch – wie es seit 23 Jahren der Fall ist.

Seit heute hat der Liebste einen neuen Job, zwar befristet bis Ende des Jahres, aber immerhin. Das bedeutet für ihn frühes Aufstehen, keine Pause zu Hause auf ein Käffchen, dafür aber schon am Nachmittag wieder bei mir. Hoffen wir, dass ihm die neue Arbeit gefällt.

Nachdem Schatz das Haus verlassen hatte, bin ich für ca. 2 Stunden wieder eingeschlafen. Als ich wach wurde, spürte ich Elphi auf dem Bett tapsen und gucken ob ich nun endlich wach bin. Glinda lag, mich beobachtend, auf dem Nachttisch von Bernd. Ich knuddelte sie an einer Hinterpfote worauf sie meine Hand mit einer Vorderpfote leicht anstupste. Diese Geste hatte irgendwie etwas tröstendes, so als wollte sie mir sagen: Du bist nicht allein. Den ganzen Vormittag waren die beiden Samtpfoten viel zutraulicher als sonst. Vielleicht merkten sie, dass da jemand fehlte.

Ja, sie hatten auch ihre wilden Minuten während der Elphi es schaffte, das Insektenrollo an der Terrassentür zu öffnen. Schwupps, waren beide Katzen auf die Terrasse entwischt. Jetzt aufgeregt rauszugehen um sie wieder einzufangen, bringt nichts. Sie sind lernfähig und verstecken sie dann hinter den Blumenkübeln. Verschrecken will ich sie ja auch nicht. Einen Sturz von der 3. Etage oder einen Sprung in die nahen Bäume wollen wir ja vermeiden. Mit Geduld und Katzenspielzeug gelang es mir, die 2 wieder in die Wohnung zu locken. Wie ich schon sagte, sie sind lernfähig. Ich bin gespannt, wie lange mir das auf diesem Weg noch gelingt.

So allein in der Wohnung, von den Katzen mal abgesehen, ist es doch recht ungewohnt für mich. Erstmal hab ich ein wenig Ordnung geschafft. Für die nächsten Tage habe ich mir diesbezüglich noch einiges vorgenommen. In den letzten Tagen haben wir nicht viel gemacht.

Seit Wochen haben wir kein Radio mehr angehabt. So ruhig konnte ich das nicht aushalten. Unser Haus- und Hofsender beschallt jetzt wieder die Wohnung.

Ein paar Termine muss ich noch arrangieren. Schatz wird wohl heute seinen Dienstplan mitbringen. Danach werde ich die Termine abmachen. Denn wenn er zu Hause ist will ich nicht unbedingt weg sein, auch wenn es nur kurze Zeit sein wird.

Nach 8 Monaten 24 Stunden täglich zusammen zu sein, gemeinsam Einkäufe machen, wichtige Dinge erledigt bezüglich unserer Mütter – und nun wieder stundenlang allein in der Wohnung zu sein, das ist eine Umstellung. Und ich freu mich auf nachher, wenn Schatz nach Hause kommt und mir hoffentlich positive Dinge von seinem neuen Arbeitsplatz erzählt.

2 Gedanken zu „Ungewohnt

  1. Angela

    Moin Moin,
    ach, was sagen wir hier oben im Norden immer so schön? “ Dat löpp sich allns wedder torecht“
    In einigen Tagen wenn Du Deinen Tagesablauf wieder hast, wird es Dir besser gehen. Wirst schon sehen.
    23 Jahre traute Zweisamkeit ist eine ganz besondere Leistung, finde ich. Alle Tiefen und Höhen gemeinsam durchstehen. so soll es sein.
    Ich wünsche Euch einen wunderschönen Feierabend und drücke Deinem Liebsten ganz, ganz dolle die Daumen, dass er sich im neuen Job wohl fühlt.
    Herzliche Grüße
    Angela

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