ESC 2019 – das Finale


Bedrohlich kündete der Himmel gestern Abend das Ergebnis für Deutschland an. Oder sagte er damit den vermurksten Auftritt von Madonna vorher? Was auch immer – wir hatten unseren Spaß beim traditionellen Spargelessen und anschließendem gemeinsamen ESC-gucken im großen Kreis unserer Freunde.

Der Empfangssekt wurde auf der großen Terrasse gereicht bevor wir zu Tisch gebeten wurden. Spargel und neue Kartoffeln gehören unbedingt zusammen, dazu wahlweise Sauce Hollandaise (wie passend für das Endergebnis) oder zerlassene Butter. Holsteiner Katenschinken fehlte natürlich auch nicht. Ausnahmsweise gab es auch einen Italienischen Schinken (ein Hinweis auf den späteren Zweitplatzierten?).

Als die Übertragung aus Tel Aviv begann, versammelten wir uns in großer Runde vor dem Fernseher. 26 Musikbeiträge galt es zu bewerten. Ossi aus Wien hatte mir eine Datei mit dem Stimmzettel geschickt, die ich entsprechend der Anzahl der angkündigten Gäste ausgedruckt hatte, 14 Gäste und entsprechend gingen die Meinungen über die Darbietungen auseinander. Lautstark wurde debattiert und gelästert. Mesut Özils Schwester brachte für Slowenien das wohl langweiligste Lied zu gehör und erreichte damit sogar einen Platz im Mittelfeld. Den Sänger aus dem Vereinigten Königreich, Babyface Michael Rice, hatte man unvorteilhaft – weil nicht sehr schlank – in viel zu enge Hosen gesteckt. Tamta aus Zypern mimte wieder den Madonnaverschnitt und machte, wie sich später herausstellen sollte, das besser als Madonna selbst. Dass das Deutsche Duo S!sters kein Bein an die Erde bekommen würde, zeichnete sich schon am Donnerstagabend ab. Immerhin landeten sie nicht auf dem letzten sondern auf dem drittletzten Platz.


Die Show in der Abstimmpause war eigentlich viel besser als alle Songs, die zur Abstimmung gestellt waren. Es traten einige Sieger aus den Vorjahren auf, u.a. der süße Schwede Måns Zelmerlöw, die dann jeweils einen Siegertitel aus anderen Ländern sangen. Sehr unterhaltsam.

Der angekündigte Star des Abends, die Queen of Pop Madonna, entpuppte sich als Reinfall par excellence: Sie sang ziemlich schräg weil sie die Töne nicht traf. Zwei Zitate aus dem Blog aufrechtgehn: „… die ehemalige Queen of Pop nach 36 Jahren im Popbusiness unfreiwillig ihr Karriereende einläutete.“, und weiter: “ röhrte die Amerikanerin wie ein abgesoffener Dieselmotor.“ Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen, außer der Bemerkung von Babara Schöneberger „alle sangen besser als Madonna!“

Den Sieg beim ESC 2019 holten sich, wie vorhergesagt, die Niederlande. Ich kann dem Lied nichts abgewinnen. Man kann es eigentlich nur ertragen, wenn man dem Interpreten Duncan Laurence zuschaut, wie er sich selbst am Klavier begleitet. Trotzdem gönne ich den Niederländern den Sieg. In den letzten Jahren gab es einige Titel, die ich sehr schön fand.

Meine 12 Punkte hätte ich schon vor der Übertragung auf dem Stimmzettel notieren können, die gingen nämlich nach Norwegen. 10 Punkte gab ich Schweden und 8 Punkte erhielt die Schweiz.

Die Niederlande liegen ja gleich nebenan. Man könnte ja mal überlegen, ob man sich den ESC mal live anschaut.

8 Gedanken zu „ESC 2019 – das Finale

  1. Elke

    Wir haben das dieses Mal einfach so nebenher plätschern lassen; es lohnte auch keinerlei Aufmerksamkeit 🤢. Die Krönung war ja wohl die Mastballerina im französischen Beitrag…oh Gott wie schrecklich. Prima, dass Ihr so einen netten Abend mit Spargel & Co. hattet. LG und einen guten Start in die neue Woche – Elke

    Antworten
  2. Annelie

    Wie ich las, werten die Briten das ganze jetzt politisch : Europa hätte wegen des Brexit so abgestimmt, Europa mag uns nicht !
    Politisch war das Ganze ja schon immer – es war schon sehr auffällig, wie sich die Ostblockstaten die Punkte in der Vergangenheit jeweils zugeschoben haben.

    Zu Madonna braucht man ja nichts mehr sagen : bei The Voice oder sogar bei DSDS wäre sie wohl glatt rausgeflogen…
    Mir gefiel übrigens Duncan sehr gut – ganz im Gegenteil zu vielen anderen Kreischnummern.
    Aber gut, Geschmack ist gsd verschieden 😉

    Lg an die Elbe !

    Antworten
    1. Hans-Georg

      Irgendwelche schlauen oder beleidigten Menschen bei uns hatten sowas früher auch schon mal gesagt wenn wir schlecht abgeschnitten hatten: Europa mag uns nicht. Man sollte dazu stehen, dass man eben den Geschmack nicht getroffen hat.
      Bist du etwa voreingenommen, was die NIederlande betrifft?*lach* Nein, ist nicht ernst gemeint. Ich finde den Titel auch nicht schlecht. Ich kann den aber nicht im Radio genießen. Auf meinem Stimmzettel hatte ich 5 Punkte vergeben.
      Man sollte eh ab und zu mal die Augen schließen und dann den ganzen Firlefanz um einen Song ausblenden und dann entscheiden, ob man das Lied wirklich noch mag. Die optischen Reize, sei es, ein süßer Schwede singt, oder Feuerzauber, Trickkleider, Windmaschine usw. beeinflussen den Zuschauer doch sehr.

      Antworten
  3. Annelie

    so sehe ich das auch – es geht doch um die Songs und nicht darum, wer den meisten Zirkus macht.
    Aber das sehen viele wohl anders…
    voreingenommen war ich nicht so ganz 😉 denn ich hatte für Norwegen gestimmt !

    Antworten
    1. Hans-Georg

      Ich hab ja auch für Norwegen gestimmt, vielleicht nicht ganz unvoreingenommen, denn im vorigen Jahr haben wir ja ein wenig über die Sami gehört. Aber mir gefällt der Song wirklich ausnehmend gut und wie man lesen kann, hat Norwegen die Zuschauerabstimmung gewonnen.

      Antworten

Schreibe einen Kommentar zu Hans-Georg Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.