DIY-Joghurt


Wer vor dem Regal mit Milchprodukten im Supermarkt steht, hat die Qual der Wahl. Allein bei der Milch selbst muss man schon sehr genau hingucken, dass man die richtige Packung erwischt. Früher ging ich mit der Milchkanne zum Milchladen und verlangte einen Liter Milch. Der wurde mit einem Litermaß aus der großen Kanne geholt. Dann kamen die Milchpumpen auf, also nicht die zum Stillen. Die Milchfrau stellte 1 Liter ein, betätigte den großen Hebel und die Milch strömte in die Milchkanne. Milch war halt Milch und eine Frage, welche Milch es denn sein sollte, erübrigte sich, es gab nur eine Sorte.

Mit dem Joghurt war es ähnlich. Es gab natur, Kirsch und Erdbeere. Dann kam Zitrone dazu. Heute gibt es die waghalsigsten Kompositionen, von bio, vegan und lackdosenfrei ganz zu schweigen. Wer Joghurt kaufen möchte, nimmt am besten die Brille mit um ja nichts falsches in den Einkaufswagen zu legen.

Am besten ist es, man macht seinen Joghurt selbst. Bis vor 3 Jahren habe ich wöchentlich 1 Liter Joghurt zubereitet. Abgefüllt ein einen Becher und versetzt mit dem Geschmack meiner Wahl, war das eine willkommene kleine Zwischenmahlzeit am Schreibtisch. Als ich in den Ruhestand ging, habe ich mit der Joghurtproduktion aufgehört. Obst wurde tagsüber mein täglich Brot. Zwei Tütchen LaBiDa fristeten im Kühlschrank ein wenig beachtetes Dasein.

Kürzlich hatte ich von nur Obst die Nase voll und ich holte den Joghurtbereiter wieder vor. Im Schrank stand noch eine Dose Mangoschnitzel, im Gefrierschrank lagen angebrochene Packungen mit Himbeeren und Sauerkirschen, alles gute Kombinationsmöglichkeiten mit Joghurt. Außerdem wird eingefrorenes Obst in angebrochenen Packungen auch nicht besser. Morgens kippe ich ein paar Früchte in eine Müslischale damit sie auftauen. Und wenn ich später Appetit auf Johgurt habe, gebe ich ein paar Löffel obendrauf, umrühren – und ich habe Fruchtjoghurt ganz ohne Konservierungsstoffe. Frische Bananen habe ich auch schon reingeschnippelt und wenn die Sauerkirschen aufgebraucht sind, werde ich mit frischem Obst versorgen, z.B. Heidelbeeren.

Der DIY-Joghurt hat überigens einen sehr milden Geschmack. Zur Not kann man den auch ohne Früchte essen.

13 Gedanken zu „DIY-Joghurt

  1. Elke

    Gute Idee, habe ich auch viele Jahre gemacht und fand das selbst geklöppelte Produkt deutlich besser als alle gekauften. Aber…seit der Herr Gemahl keine Kuhmilchprodukte mehr mümmelt, hat sich das erledigt. Habt Ihr so einen Joghurtbereiter mit mehreren Gläschen? Wir hatten einen großen Pott; praktisch 👍. Lasst es Euch gut schmecken und genießt noch die 2. Wochenhälfte – LG Elke

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    1. Hans-Georg

      Das ist ein beheizbarer Zylinder mit Zeiteinstellung und 2 Stufen. Da stell man einen Pott rein, der 1 Liter Milch fasst. Je nach Stufe und Zeit kann man auch Quark (Topfen für die südlichen Nachbarn) darin zubereiten. Daraus lässt sich dann mit entsprechender Impfung auch Blauschimmelkäse machen. Haben wir anfangs mal gemacht, ist aber langwierig und nicht so der Hit.

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  2. Peggy

    Deine Schilderung vom Milch holen hat mich zum Lächeln gebracht.
    Meine Mutter war so eine Milchfrau, die noch mit dem Litermaß die Milch in die Kannen geschöpft hat.
    ich glaube da hat sich keiner einen Gedanken von wegen Hygiene gemacht. Oder dann doch, denn deswegen kamen dann die Milchpumpen.
    Ich hab noch nie selbst Joghurt gemacht, ich würde es zu gerne machen und auch essen, aber leider vertrage ich keins, weder normales, noch Fruchtjoghurt, auch kein laktosefreies.
    Sojajoghurt könnte gehen, aber das schmeckt wie aufgelöster Karton, das mag ich gar nicht.
    Lasst euch das frisch zubereitete Joghurt mit welchen Früchten auch immer, schmecken.
    LG Peggy

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    1. Hans-Georg

      Wir hatten ihn vor vielen Jahren mal bei Spinnrad gekauft. In der Form, wie wir ihn haben, gibt es den nicht mehr. Schau mal online bei Spinnrad.de nach Joghurtbereiter. Das neue Teil ist sehr schick hab ich gerade gesehen. Daher habe ich auch die Joghurtkulturen. Eigentlich waren die nur bist 2015 haltbar. Da die aber getrocknet sind und im Kühlschrank aufbewahrt wurden, funktionieren die immer noch.

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      1. Spontiv

        Ah, Danke. Ich habe mich auch schon mal umgesehen. Es gibt da etwas mit großen Glasbehältern, das gefällt mir auch ganz gut.

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        1. Hans-Georg

          Ein Glasbehälter ist ja auch von Vorteil.
          1 Liter reicht für mich 5 Tage. Mein Mann isst das nicht. Letztens habe ich den DIY-Joghurt auch für ein Brotrezept benutzt. Für die Zubereitung sollte man H-Milch nehmen. Aber das steht dann ja auch alles im Begleitheft.

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  3. Anne

    Hach, Milchkannenerinnerungen. Habt ihr auch Fliehkraftexperimente gemacht? 😉
    Was geschmacklich gar nicht geht, ist diese „Frisch“(?!?)-Milch – neu – jetzt länger haltbar“.
    Schmeckt doch sehr nach H-Milch, das mag ich überhaupt nicht. Eine Geschmacksoffenbarung hatte ich in meinem Bioladen (keine Werbung, da selbst gekauft oder so): Schrozberger Milchbauern. Ist pasteurisiert (= keine Keime), aber nicht homogenisiert (= mit der Zeit setzt sich oben eine kleine Fettschicht ab. Vor dem Gebrauch also kurz schütteln und gut). Jedes Mal ein echter flashback in die Kindheit!
    Liebe Grüße
    Anne

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    1. Hans-Georg

      Die Fliehkraft habe ich mal in Dänemark getestet in einem Urlaub. Wir lagen ein einem kleinen Hafen, wo es keine Einkaufsmöglichkeit gab. Täglich kam da ein „Frischewagen“, auch mit Milch. Mutter drückte mir die Milchkanne in die Hand. Am Wagen gab es aber keine lose Milch sondern Milch im Plastikschlauch. Das gab es in Deutschland noch gar nicht. Ich quetschte den Schlauch in die Milchkanne und kam damit schleudernd zurück auf unsere kleine Yacht. Mutter wäre fast in Ohnmacht gefallen als sie mich sah, weil, die Milch …. Alle zusammen bestaunten wir dann den Milchschlauch. Dänemark war uns schon immer weit vorraus in vielen Dingen.

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      1. Anne

        Hihi. Großartig. An diese Schläuche erinnere ich mich auch. Dafür gab’s einen speziellen Halter, so eine Art Plastikdose ohne Deckel, oben abgeschrägt.

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          1. Anne

            Tetrapacks sind halt einfacher in den LKW zu stapeln. Und wer schon mal ausgelaufene Milch im Auto hatte… börks.

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