Man gönnt sich ja sonst nichts


Das eine oder andere Mal habe ich schon erwähnt, dass mein Mann nicht gerne Fisch ist. Wenn, dann nur ausgesuchte Sachen, es könnte ja eine Gräte drin sein. Backfisch mit dicker Panade drumherum, eine Fischfrikadelle oder Klotzfisch verschmäht er nicht. Auch Schillerlocken isst er gern, ausgerechnet Schillerlocken. Wobei die ja gar kein Fisch sind, Schillerlocken sind nur Teil eines Fisches, nämlich der geräucherte Bauchlappen des Dornhais.

Zum Glück sind Schillerlocken nicht immer zu bekommen. Es gibt nämlich Fangquoten für den Dornhai. Und wenn die erfüllt sind, gibt es keine Schillerlocken. Warum sage ich „zum Glück“? Weil die nämlich verdammt teuer sind.

Heute entdeckte ich am Fischwagen in der Einkaufsstraße, dass Schillerlocken im Angebot sind, also nicht preislich im Angebot, sie werden einfach nur Angeboten, so in der Auslage liegend. Als ich meinen Wunsch nach 2 Schillerlocken äußerte, fragte mich die Fischfrau bzw. Fischfachverkäuferin, ob sie mir nicht erstmal sagen soll, was das kostet. Ich antworte, dass ich weiß, dass die teuer sind. Na ja, wiegen musste sie die Dinger ja und sie sagte mir dann den Preis, den ich ohne mit der Wimper zu zucken bezahlte. Ich hab dann zu Hause erstmal auf dem Bon nachgeschaut, wie hoch denn der Kilopreis ist: 56,00 Euro, ganz schön happig für einen Snack am Abend. Aber wenn es die schon mal gibt, möchte ich meinem Mann auch gern mal was Gutes tun.

14 Gedanken zu „Man gönnt sich ja sonst nichts

    1. Hans-Georg

      Na ja, es müsste ja nicht gleich so teurer Fisch sein. Selbst Rinderfilet kostet ja nicht so viel wie Schillerlocken. Obwohl, es gibt ja viele Kritiker die meinen, Fleisch sei zu billig. Aber Rinderfilet steht bei uns auch nicht ständig auf der Speisekarte.

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  1. Annelie

    Man(n) wird es nicht glauben, aber als Kind bekam ich immer ein Stück Schillerlocke vom Bergedorfer „Fischmann“ Wriede geschenkt !
    Dessen Geschäft war noch bis in die 90iger im Sachsentor, neben dem telekom Shop.
    Damals waren Schillerlocken „Arme Leute Fisch“ – mal wieder ein Beispiel wie sich die Zeiten -dank ausgeschöpfter Fischbestände- verändern.
    Genauso der Hering – heute Delikatesse, damals eigentlich nur als Tierfutter gefangen.
    Heute mag ich keine Schillerlocken mehr – viel zu fett, aber als Kind habe ich sie geliebt !
    Liebe Grüsse aus Waren
    Anne

    Übrigens vermisse ich den Fischwagen von Hinrichs vor famila soooo sehr !
    Hier gibt es nicht ein einziges Fischgeschäft mit Seefisch – so doof das ! 🙁

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    1. Hans-Georg

      Ich kauf auch am liebsten bei Hinrichs, der Husumer Fischtopf – yam yam!
      Fischfett ist doch aber gesund!
      Meine Eltern hatten früher nicht viel Geld, aber ab und zu gab es mal Schillerlocken, daher kenne ich die. Bei dem heutigen Preis hätten sie sich die aber nicht leisten können.

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  2. Heidi

    moin moin von der Küste, wo Fisch sehr häufig auf dem Speiseplan steht. Ich muß da jetzt mal was loswerden, gerne loswerden… in Deinem Post über die Schillerlocke springt mir die Liebe zu Deinem Partner sehr ins Auge. Ja, unter Anderem sagt man ja auch…Liebe geht durch den Magen. Einfach nur schön zu lesen…
    Aber gut ist schon, wenn es nicht wöchentlich Schillerlocke gibt, denn die enthält sehr viel Fett. Doch ab und wann mal, leckäääär.

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      1. Heidi

        das kommt darauf an, nicht jeder Fisch ist gesund…Aal zum Beispiel ist, wie Schillerlocke nur ab und wann mal zu geniessen, es sei den, man ist kerngesund.

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  3. Martha-Maria Meier

    Vor ein paar Jahren gönnte ich mir, in Erinnerung an meine Kindheit, mal zwei Schillerlocken.
    Schon damals haute mich der Preis um. Ich wurde nicht vorgewarnt! so gut, wie in der Kindheit, schmeckten sie mir nicht. Es fehlte wohl die Liebe meiner Großmutter, die mir immer mal zwischendurch etwas Gutes zukommen ließ.

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  4. Wolfi

    Warum heißen die eigentlich ‚Schillerlocken‘?
    Eine Reminiszenz an die Haarpracht des Dichters oder glänzen die so viel, dass sie den fischaffinen Käufer locken? 😀

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