Feuerwerk und Knallerei


Heute, am 31. Dezember, feiern wir Silvester. Das alte Jahr wird verabschiedet und das neue Jahr wird begrüßt. Traditionell geschieht das um Mitternacht mit viel Knallerei und Feuerwerk. Das ist so Tradition AUSRUFEZEICHEN

In diesem Jahr scheint es, als würden sich viele Leute, sehr viele Leute, gegen diese Tradition stellen. Verschiede Gründe müssen dafür herhalten: Tierschutz, Umweltschutz usw usw. Dazu muss ich mal festhalten, dass sich seit einigen Jahren das Verhältnis zwischen Knallerei und Feuerwerk zugunsten des Feuerwerks verschoben hat. Viele Menschen haben wohl eingesehen, dass der Knall eines Böllers nur Sekundenbruchteile zu hören ist, eine Feuerwerksrakete oder -batterie aber länger sichtbar ist, man hat also länger was davon. Grundsätzlich ist es also ein wenig leiser, dafür aber schöner geworden um Mitternacht.

Trotzalledem gefällt einigen Menschen das nicht. „Gerade in der aktuellen Flüchtlingssituation könnte man das schöne Geld doch für humane Zwecke ausgeben“ ist ein Argument. Man könnte aber z.B. auch argumentieren, dass man den Flüchtlingen, die dafür kein Geld haben, in dieser Nacht ein schönes Feuerwerk präsentiert.

Dann das „Hundeargument“: Die Hunde werden nervös, sie haben Angst, sie pinkeln auf’s Parkett, womöglich gar auf den Perserteppich. Und ich höre jetzt schon am 1. Januar die Anrufe im lokalen Radiosender: Mein Hund ist weggelauen, er hat sich erschrocken. Also niemand ist gezwungen, sich einen Hund oder ein anderes Haustier zu halten. Wenn er meint, sich ein Haustier anschaffen zu müssen, sollte er alle Konsequenzen überdenken, nämlich auch, dass am 31.12. Silvster ist. Wer seinen Hund um Mitternacht mit rausnimmt und dieser dann die Biege macht – selbst schuld. Bleib mit deinem Tier in der Wohnung und versuche, es zu beruhigen. Draussen haben Haustiere in dieser Nacht nichts zu suchen. Und du selbst dann auch nicht, bleibe lieber bei deinem Hund.

Und jetzt ist auch noch jemandem eingefallen, eine Petition ins Leben zu rufen, um privates Feuerwerk gesetzlich verbieten zu lassen. Ich zitiere einige der Schlagworte aus der Petition: Feinstaub, Treibhausgase, Geldverschwendung, Verletzungen.
Also liebe Tanja, bist du so umweltbewußt und gehst nur zu Fuß oder fährst mit dem Fahrrad? Hast du gar kein Auto? Fliegst du nie in den Urlaub, fährst du nie mit Bus oder Bahn? Mit dem Thema Feinstaub/Treibhausgase sollte lieber die Industrie konfrontiert werden, allen voran die Autohersteller.
Geldverschwendung: Es ist doch jedem selbst überlassen, was er mit seinem Geld macht, und wenn er es in der Silvesternacht in die Luft jagt, sich Zigaretten dafür kauft, sich Edeklamotten auf den Leib hängt oder sich teure Getränke leistet und sie sich in den Kehle schüttet. Geldverschwendung ist auch kein Argument.
Verletzungen: Jeder, der in dieser Nacht aus Unachtsamkeit oder aus Heldentum einen Finger oder sogar mehr verliert – soll er doch, dafür hat niemand mein Mitleid. Die Gesetze sollten lieber deart geändert werden, dass jeder seine Arzt- bzw. Krankenhauskosten selbst bezahlen muss, der sich mutwillig selbst einen Schaden zufügt.
Die Petition ist innerhalb von 2 Wochen übrigens von nur knapp 18.000 Leuten unterschrieben worden. 50.000 Unterschriften innerhalb von 4 Wochen sind notwendig, damit eine Petition überhaupt vor dem Petitionsausschuss landet.

Jeder der mag, soll in der Nacht der Nächte seine Raketen in den Himmel jagen, seine Böller zünden. Lasst es laut und bunt werden. Aber seid vorsichtig und zielt nicht auf andere Menschen und auf Tiere, zielt nicht auf Häuser.

In diesem Sinn wünsche ich allen, dass sie gesund in das neue Jahr kommen.

Übrigens ein geiler Partyhit für heute Nacht, Galantis mit Peanut Butter Jelly:

24 Gedanken zu „Feuerwerk und Knallerei

    1. Hans-Georg

      Ich glaube auch nicht, dass die Petition von Frau Tanja genügend Unterschriften bekommt.
      Vermutlich spielen auch eher persönliche Befindlichkeiten eine Rolle. Alle anderen Gründe sind nur Mittel zum Zweck.

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  1. ossi1967

    Ich bin heilfroh, daß diese brutale Kracherei von Jahr zu Jahr immer weniger wird. Weniger wirds nicht, weil die Menschen „mit Knall“ rücksichtsvoller werden, sondern weil der Gesetzgeber die Materie von Jahr zu Jahr schärfer regelt. Ich kann mich noch erinnern, wie es vor Inkrafttreten der modernisierten Pyrotechnik-Gesetzgebung hier zugegangen ist. Die einen haben die Kracher von den Fenstern auf die Straße geworfen, die anderen von den fahrenden Autos auf die Gehsteige, wieder andere im Hof oder im Stiegenhaus… und das nicht nur zum Jahreswechsel, sondern zwei Wochen lang, von Weihnachten bis in die erste Jännerwoche hinein. Natürlich war Silvester der Höhepunkt, da konnte man eigentlich schon vom 30.12. bis 1.1. nicht mehr aus dem Haus gehen.

    Ich genieße jedes Jahr das große, professionelle Feuerwerk über der Innenstadt. Private Feuerwerke sind aber im Ortsgebiet zu Recht verboten, und die Leut‘ sollten sich verflucht noch eins daran halten. Es geht ja nicht nur um die Gefahr der Selbstverletzung. Die wär mir ehrlich egal bei solchen Menschen. Viel schlimmer ist, daß man ab Mitternacht stundenlang die Feuerwehrsirenen hört, weil diese Dinger irgendwas in Brand gesetzt haben. Ganz zu schweigen von den Verletzungen, die entstehen, wenn kleine Kinder in den Tagen danach mit Blindgängern spielen.

    Was die Tiere betrifft: Es ist mir unbegreiflich, wie man für die angebliche Freude über einen lauten Knall das Leid eines Lebewesens so ins Lächerliche ziehen kann. Einen Hund zu verlieren – noch dazu auf so sinnlose Weise, nur durch die Rücksichtslosigkeit anderer verschuldet – gehört zum Schlimmsten, was einem passieren kann. Du bringst es dann fertig, zwei vor Schmerz schreienden Kindern in die Augen zu sehen und zu sagen: „Hat euch ja keiner gezwungen, euch einen Hund anzuschaffen? Bei uns ist die Knallerei halt Tradition AUSRUFEZEICHEN“? Echt? Richtig, man muß den Hund nicht notwendigerweise zu Silvester um Mitternacht rauslassen. Aber irgendwann zwischen Weihnachten und 6. Jänner muß er raus. Und die ersten Knaller auf „unserer“ Hundewiese gabs am 23.12.

    Auf die „Tradition“ verweist man immer dann, wenns sonst nix mehr gibt. Ehrenmorde sind auch schöne alte Traditionen, genauso wie die Zwangsverheiratung von Minderjährigen. Man kann das Thema Feuerwerk und Knallerei ohne solche leeren Worthülsen diskutieren, und da kommt am Ende halt dann doch raus: Lärm stört, Feuer ist gefährlich, ein professionelles Feuerwerk ist etwas Wunderschönes. Also die Menschen vor den lärmenden Krachern ganz beschützen, Feuerwerke aus Sicherheitsgründen zumindest aus den Ortsgebieten verbannen und dort nur wirklich schöne, professionelle Feuerwerke zulassen, die unter den entsprechenden Sicherheitsbestimmungen veranstaltet werden – zum Jahreswechsel, und nicht 2 Wochen lang.

    (Am 4. Jänner tritt bei uns eine erneute Verschärfung des Pyrotechnik-Gesetzes in Kraft, die eine weitere Kategorie von Knallkörpern total verbietet. Ein kleiner Schritt nach dem anderen seit 2010, aber es geht spürbar in die richtige Richtung.)

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    1. Hans-Georg

      Mir war schon klar, dass ich gerade Hundehaltern mit meinen Worten auf den Schwanz, äh, auf den Schlips trete. Natürlich sollen sich jene, welche gerne knallen wollen, an die gesetzlichen Vorschriften halten. Da sind dann auch die Aufsichtsbehörden gefragt und sich mal dort umschauen bzw. umhören, wo gern ausserhalb der erlaubten Zeiten geknallt wird.
      Im übrigen sollte jeder Hundehalter wissen, welche Vorsichtsmaßnahmen in dieser Zeit zu treffen sind, z.B. den Hund nur angeleint zum Gassigehen ausführen – und die Leine auch entsprechend festhalten!
      Sollten wir uns einen Hund anschaffen, ein Schritt, den wir tatsächlich ins Auge fassen, müssen wir uns eben damit arrangieren. Es kann nicht sein, dass immer alles auf den Tierschutz geschoben wird.
      Es scheint mir allmählich so zu sein wie mit Rauchern und militanten Nichtrauchern, nämlich dass das Rauchen in ihrem Umfeld total inakzeptabel ist.

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    2. Elke

      Ich möchte mich Deinen Worten einfach mal anschließen. Nachdem ich das Post gelesen hatte, war ich erst so sauer, dass ich es erst mal sacken lassen musste. Danke für Deinen Kommentar!!! LG Elke

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  2. Patrick

    Ich würde es auch begrüßen, dass es in Deutschland so geregelt wird wie in vielen anderen Ländern: Es gibt nur noch offizielle Feuerwerke um Mitternacht, die von Städten oder Komunen veranstaltet werden. Die Kosten dafür kommen ganz schnell wieder rein, wenn man z.B. für Zuschauerplätze an exponierter Stelle Eintritt verlangt. Der Hamburger Hafen wäre ideal dafür. Außerdem wird sehr viel bei der Stadtreinigung gespart, die den Dreck, den die Böller verursachen, wieder wegkehren muss. Feuerwehr, Polizei und Krankenhäuser hätten auch weniger Kosten.

    Du beschreibst es so, das jeder ja selber Schuld daran ist, wenn er von Silvesterknallern verletzt wird. Das ist Blödsinn und kann nur von jemanden kommen, dem noch nie ein Knaller direkt neben seinem Kopf explodiert ist, der von jemand anderem geworfen wurde, der es lustig fand feiernde Passanten mit Böllern zu bewerfen. Mich hat’s das Trommelfell gekostet, so dass ich seit dem Mono unterwegs bin. Aber wahrscheinlich bin ich selbst daran schuld, hätte ja besser auf mich aufpassen können und mich nicht in die Nähe dieses Idioten stellen müssen.

    Ach ja, das Thema Haustiere. Du wirst mit 100 prozentiger Wahrscheinlichkeit ganz anders reden, wenn ihr erstmal euren Hund habt, es sei denn, du bist gegenüber deinem eigenen Tier genauso kaltherzig, wie bei denen anderer Tierbesitzer.

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    1. Hans-Georg

      Patrick, wenn du meinen Artikel etwas sorgfältiger gelesen hättest, würdest du bemerkt haben, dass sich meine Bemerkungen bezüglich Verletzungen ausschließlich auf an sich selbst verursachte beziehen. Nicht umsonst habe ich mit dem fettgeschriebenen Schlusssatz daraufhingewiesen, vorsichtig zu hantieren.

      Akzeptanz von Silvesterknallerei bedeutet nicht gleichzeitig, kaltzherzig gegenüber Haustieren, speziell Hunden, zu sein. Ich muss als Hundehalter nur mein eigenes Verhalten entsprechend anpassen, d.h. den Hund nicht allein in der Wohung zurücklassen, nicht mit dem Hund um Mitternacht hinausgehen. Wer kleine Kinder hat, handelt doch ebenso, sollte man jedenfalls. Meine Frau und ich haben das jedenfalls ein paar Jahre so gemacht. Wer Kinder oder Tiere hat, muss verantwortungsbewusst sein und sich dementsprechend verhalten und auch mal Verzicht üben.

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      1. Patrick

        Hans-Georg, ich habe deine. Beitrag sorgfältig gelesen und mich auch damit beschäftigt, sonst hätte ich mir auch nicht die Zeit genommen ihn zu kommentieren.

        Ich denke auch, das ich ihn verstanden habe, aber Sorgfaltspflicht, Alkoholgenuss und Silvesterknaller sind zusammen hält eine gefährliche Mischung, das sollte jedem bewusst sein. Einem Angetrunkenen Menschen aber ins Gewissen zu reden nicht auf Menschen zu zielen sollte auch dir recht schwer fallen. Nüchtern hätte er das sicherlich auch nicht getan.

        Und was die Haustiere angeht, Kinder müssen um ihr Geschäft zu verrichten nicht raus, Hunde schon. Wenn nur ab Mitternacht geballert wird wäre es ja kein Problem, dann bleibt das Tier so lange im Haus, aber in Deutschland wird schon ab dem 29. rumgeballert. Vielleicht bei euch nicht so stark, aber ich lebe am Hamburger Stadtrand und hier ist es den ganzen Tag schon so laut (auch dank vieler verbotener Böller), das ich meinen doch sonst sehr mutigen Retriever kaum aus dem Haus bekomme. Er darf heute also ausnahmsweise mal in den Garten, aber diese Möglichkeit haben viele Menschen nicht.

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        1. Hans-Georg

          An diesem besonderen Tag ist es sicher nicht einfach mit Hunden. Wie das in Hamburg ist, kann ich mir sehr gut vorstellen. Bis vor 8 Jahren haben wir selbst dort gewohnt. Aber sei mal ehrlich: Nur der Hunde wegen die Knallerei verbieten? Das würde nicht durchgehen. Und natürlich gebe ich dir recht, dass Menschen, die Alkohol getrunken haben, nicht unbedingt mehr steuerbar sind. Man kann nur versuchen, auf sich selbst aufzupassen. Ich hätte auch Schiss, auf die Landungsbrücken zu gehen, immer mit dem Hintergedanken, dass mir ein Knaller in den Kragen fallen könnte. Also feiern wir Silvester, wie wir es am angnehmsten finden. Mein Mann und ich haben seinerzeit in Hamburg auch schon mal allein um Mitternacht mit Wunderkerzen auf dem Balkon gestanden.
          Wir selbst haben Knallzeugs noch nie gekauft, allenfals Rakten. Aber davon haben wir inzwischen auch schon Abstand genommen. Es lohnt nicht. Die Verpackungen versprechen mehr, als das, was dann nach der Zündung herauskommt. Oder man gibt vielleicht viel Geld aus, aber das sehen wir auch nicht ein.
          Ich wünsch dir und deinem Hund eine möglichst angenehme Silvesternacht.

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  3. Ina

    ein thema, worüber sich trefflich diskutieren/streiten lässt. ich bin persönlich auch gegen die private knallerei (die fast 2 wochen anhält), weil es ein eingriff (akustisch, manchmal auch verletzend) in die sphäre anderer (menschen UND tiere) darstellt. genau damit ist die grenze überschritten. gerade heute hat ein jugendlicher um 15.30 Uhr mir und meinem hund einen dicken böller hinterher geworfen. weil es witzig ist, dass ein nervöser hund dann richtig in panik ausbricht? weil die frau fast einen herzinfarkt kriegt vor lauter schreck?

    wir sind hier auf dem dorf. und was glaubst du, wie viele wilde tiere und nutztiere (pferde, rinder usw.) hier total in panik sind. weil einige menschen ihren spaß daran haben, massive kanonenschläge zu zünden. es geht nicht nur um hunde, es geht um lebewesen allgemein.

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    1. Hans-Georg

      Wenn sich jeder an die Vorgaben halten würde, wäre es nur halb so schlimm. Es könnten auch „Schutzzonen“ eingerichtet werden, in denen Feuerwerk und Böllerei verboten sind. Sowas gibt es ja eh schon.

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        1. Hans-Georg

          Ach Patrick, man kann die Sache auch hochschaukeln und alle möglichen Vergleiche heranziehen. Wir sollten beim Thema bleiben und nicht die große Weltpolitik bemühen.
          Ich beobachte schon seit Jahren am Neujahrstag in den Medien, was in DER Nacht alles so passiert ist. Wie ich schon an anderer Stelle sagte, habe ich kein Mitleid mit denen, die durch unvorsichtiges Handeln sich selbst schaden. Natürlich ist es tragisch, wenn dadurch auch andere Menschen verletzt werden. Aber das geschieht auch tagtäglich im Straßenverkehr. Mehrmals jährlich werden in Bahnhöfen unbeteiligte Menschen auf die Gleise gestoßen. Werden deshalb Autos verboten? Wird deshalb der Bahnverkehr eingestellt? Es ist doch das massive Auftreten an Vorfällen in einer Nacht, was Aufsehen erregt, ähnlich wie ein Flugzeugabsturz.

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          1. ossi1967

            Naja, im „Alle möglichen Vergleiche heranziehen“ bist Du selbst ja auch nicht schlecht. Man kann doch die Kracherei nicht mit dem Straßen- und Eisenbahnverkehr vergleichen. Bzw.: Wenn man den Vergleich anstellt, dann merkt man schnell, wo er hinkt.

            Natürlich sind Bahn und Auto gefährlich. (Nicht so gefährlich wie Knallkörper: Der Straßenverkehr fordert in HH ca. 25 Verletzte pro Tag, in der Silvesternacht gab es dort 70 Verletzte durch Knallkörper.) Der Gesetzgeber hat das erkannt. Er hat aber auch erkannt, daß Auto und Bahn einen enormen Vorteil für die Gesellschaft bringen. Bei solchen Interessenkonflikten wird dann versucht, eine Balance herzustellen. Der Autoverkehr wird nicht verboten, aber er wird streng reglementiert. Um ein Kraftfahrzeug lenken zu dürfen, muß man eine Prüfung absolvieren. Man muß ein Mindestalter erreicht haben, man muß eine Versicherung abschließen, man muß sich an ein sehr enges Korsett an Regeln halten,… und als Tüpfelchen auf dem i gilt dann im Schadensfall noch die verschuldensunabhängige Gefährdungshaftung des Fahrzeughalters. Das alles, weil der Gesetzgeber zu Recht erkannt hat: Diese pferdelosen Fuhrwerke sind gefährliche Höllenmaschinen, die unserer Gesellschaft aber doch viele Vorteile bringen. Darum lassen wir ihren Gebrauch unter strengsten Auflagen zu.

            Was ist jetzt bei den Knallerei? Allein der von Patrick verlinkte Artikel spricht für sich. Es ist unglaublich, daß man bei einer derartigen Einsatzhäufigkeit die Gefahren verharmlost. Dazu kommt, daß bei Knallkörpern (im Gegensatz zu Autos und Eisenbahnen) kein einziger Vorteil für die Gesellschaft zu erkennen ist. Niemand wird in irgendeinem Bereich seiner Freiheit eingeschränkt, wenn man die Dinger von heut auf morgen verbietet. (OK, die Produzenten – die stecken wohl auch dahinter, daß die Gesetzgebung in Deutschland noch ein bißchen hinter unserer nachhinkt.)

            Du tust immer so, als wären von möglichen Schäden nur diejenigen betroffen, die selbst mit Knallkörpern hantieren. Daß das nicht stimmt, haben Patrick und Ina hier in ihren Kommentaren aus eigener Erfahrung geschildert. Beide ignorierst Du bequemerweise komplett. Was ich interessant finde ist: Du hast Dich auf Deinem Standpunkt einbetoniert, aber noch kein einziges Argument für die Knallerei vorgebracht. (Dein „Ich geh halt nicht hin, wenn die Gefahr besteht, daß mir ein Kracher in den Kragen fliegt“ ist eher eine Äußerung, die für ein Verbot spricht.) Wenn man von jemandem gesagt bekommt, daß ihn so ein Kracher 50% seines Hörvermögens gekostet hat, dann muß man doch zumindest mal nachdenken und die eigene Position hinterfragen? Vor allem, wenn sie sich wie bei Dir offenbar in erster Linie auf die Annahme stützt, daß Verletzungen nur beim aktiven Hantieren mit solchem Teufelszeug passieren?

  4. Wolfgang

    Hui… Da hast Du ja für den letzten Tag im alten Jahr nochmal ordentlich ‚Brösln eineg’straht’… Aber die Höflichkeit und gute Kinderstube gebietet zuerst: ALLES GUTE EUCH ZWEIEN FÜR’S NEICHE JOAHR!!

    aber jetzt… 😀

    Viel ist eh schon geschrieben worden und der Ossi und auch Patrick hat mir die Worte vorweggenommen…

    Du würdest nie die gleichen Worte wieder schreiben, mein Lieber, wenn Du in die Augen Deines eigenen Hundserls schauen tätatst dieser Tage…

    Vor ein paar Jahren haben mir und unserem damaligen Labrador ‚Amy‘ zwei Jugendliche einen Piraten nachgeschossen… Gottseidank war Amy schussfest aber der Lärm war atemraubend und der Schock riesig. (Übrigens war das einer jener sehr raren Momente körperlicher Gewalt bei mir… Ich hab einem von den beiden Rotzbuabm a saftige Watschn verabreicht – und es hat *so gut* getan…)

    Viel mehr Regelungen und Beschränkungen gehören diesbezüglich her… Ich *liebe* schöne Feuerwerke aber bitte von professionellen Firmen auf definierten Plätzen in der Stadt veranstaltet.
    Da kann ich mich ja fernhalten mit den Mäusen – aber gegen so kleine Möchtegern-Zündler ist man eben oft nicht sicher…

    Und…
    Ihr wollt *wirklich* Hundenachwuchs?????
    Ich dachte immer, ihr seid Katzenmenschen! 😉

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    1. Hans-Georg

      Servus Wolfgang! Als Tierfreund sag ich mal: Alles Gute für euch 4 für 2016!

      Ja, ab und zu provoziere ich ganz gern mal ein wenig. Und ob du oder die anderen Leserinnen und Leser es mir glauben oder nicht: Wenn wir einen Hund hätten, würden wir den lieben und beschützen. Aber muss es deshalb ein Verbot der lauten Silvestertraditionen sein?
      Ich erwähnte irgendwo hier im Verlauf der Diskussion, dass ich das Einrichten von Sperrzonen befürworten würde. Aber warum nur öffentliches Feuerwerk auf dafür vorgesehenen Plätzen? Man könnte doch auch Plätze einrichten, auf denen jeder seine Fontänen, Raketen und Knallkörper zünden könnte.

      Was den eventuellen Hundenachwuchs betrifft: Es ist nicht so, dass wir das „wollen“, jedenfalls sind wir noch nicht in dem Wollenstadium. Wir beide denken laut darüber nach. Da wir hier in einer Hundeausführgegend wohnen, sieht man auch den einen oder anderen Vierbeiner und sagt sich: Den nicht, aber der ist doch ganz nett.
      Wir mögen beide Katzen sehr gern, aber nicht im Sinn von Alf. Es ist nur so, dass Katzen sich eben nicht so einfach erziehen lassen. Und wenn man seine Sachen gern in Ordnung haben will, ohne dass die Tapeten von der Wand fallen oder dass die Katze in den Vorhängen hängt, sollte man von einer Katze lieber Abstand nehmen.
      Was ich allerdings von mir vermute, wenn wir einen Hund anschaffen würden: Wenn ich seine Hinterlassenschaft mit dem Beutelchen aufsammeln soll, würde daneben gleich ein neuer Haufen liegen, nämlich mein Mageninhalt.

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  5. Big Al

    Moin.
    Selbst unser „neuer“ Kater hat sein erstes Silvester traumafrei verpennt. Trotz Böllerei.
    Was manche da an Fässern aufmachen um ihre (misanthropischen) Ansichten kundzutun und an Argumenten herbeizerrren (beispielsweise vom traumatisierten Flüchtlingskind über die letzten WK2-Überlebenden bis zum Umweltschutz) erstaunt und amüsiert mich alle Jahre wieder.
    Weniger Sturheit und mehr Toleranz würden Deutschland sinnlose und zeitverschwendende Debatten ersparen.
    Von der Nervenschonung der Diskutanten ganz zu schweigen.

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    1. ossi1967

      Misanthropie würde ich eher jenen unterstellen, die Freude daran empfinden, ihren Mitmenschen Leid zuzufügen – und sich dafür dann nichtmal schämen, sondern ihre Handlungsweise mit so tollen Argumenten wie „Tradition“ rechtfertigen.

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  6. Hans-Georg

    „Niemand wird in irgendeinem Bereich seiner Freiheit eingeschränkt, wenn man die Dinger von heut auf morgen verbietet. “ -Doch Ossi, es würde mir die Freiheit nehmen, mich daran zu erfreuen wenn ich eine Rakete oder eine Fontäne zünde!
    Den letzten Absatz deines letzten Kommentars zu zitieren würde zu viel Raum beanspruchen. Deshalb sage ich. Ich habe nichts ignoriert, ich habe nirgendwo behauptet, dass es mir nur um selbstzugefügte Verletzungen geht. Ich habe jetzt keine Lust, meine eigenen Kommentare Wort für Wort nochmal auf den Prüfstand zu stellen und werde deshalb dazu auch nicht weiter Stellung beziehen.
    Ich ziehe jetzt mal wieder Vergleiche heran, die einen Teil der Menscheit erfreuen und einen anderen auf das Höchste Ärgern, z.B. Alkohol, Tabak, Fleischesser. Gerade Nichtraucher können ja sehr militant sein. Es scheint so, dass die Antiknallfraktion ebenso militant sein kann. Bei der Gemüsefratkion ist in ähnlicher Trend sichtbar.
    Ich wiederhole nochmal, was ich auch schon hier gesagt habe: Es hätte sicher niemand was dagegen, wenn die Antiknall- und -feuerwerkszonen ausgeweitet bzw. wenn spezielle Knall- und Feuerwerkszonen eingerichtet werden würden. Auf diesen Vorschlag geht merkwürdigerweise kein Kommentar ein. Nein, die Hauptsache scheint zu sein: Verbietet es doch einfach!
    Verbietet doch einfach alles, was Leuten Freude machen könnte. Geht doch in den Keller zum Lachen. Begrüßt das Neue Jahr mit Wasser statt mit Champagner. Esst kein Fleischfondue sondern Gemüsebrühe. Verbietet das Tanzen, man könnte sich ein Bein brechen. Ach, der Möglichkeiten der Verbote gibt es ja soooo viele.

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    1. ossi1967

      Auf Deinen Vorschlag mit den „Zonen“ bin ich deshalb nicht näher eingegangen, weil das de facto der geltenden Rechtslage in Österreich entspricht – und sich überhaupt nicht bewährt hat und nicht mehr gemacht wird. Bei uns ist F2-Pyrotechnik im Ortsgebiet generell verboten (auch zu Silvester). Der Bürgermeister kann aber örtlich und zeitlich begrenzte Ausnahmen erlassen, soweit er sich an die Rahmenbedingungen des Gesetzes hält (nicht in der Nähe von Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen, Tankstellen etc. etc.). Es wäre also in Wien durchaus möglich zu sagen: Von 31.12., 20:00 Uhr, bis 1.1., 2:00 Uhr, ist das Abbrennen von F2-Knall- bzw. Feuerwerkskörpern entlang des Wienflusses und des Donaukanals erlaubt, ansonsten verboten. (Abgesehen davon sind die Dinger außerhalb des Ortsgebiets ohnehin erlaubt.) Das läuft auf Deine Idee von den Zonen hinaus.

      Probleme gibts dabei zwei (und deshalb wird dieser gesetzliche Spielraum von den Bürgermeistern nicht ausgenutzt):

      Erstens würden sich die Bewohner der „Erlaubniszonen” schön bedanken, wenn man ihnen quasi legal das Fenster zerschießen und die Trommelfelle verletzen kann, während der Rest der Stadt ohne Angst feiern darf. Diese Ungleichbehandlung würde niemand akzeptieren. Vor allem aber ist so eine Regelung in der Praxis kaum zu kontrollieren. Egal wie eine Regelung konkret aussieht: Wenn ich die Polizei erst dann rufen kann, nachdem die marodierenden Banden in einer „Verbotszone“ die Knaller vor die Autos geworfen haben, ist es zu spät. Da wird niemand mehr gefaßt und bestraft. Selbst wenn jemand mit Knallkörpern in der Tasche aufgegriffen wird: Er kann immer noch behaupten, nur zur „erlaubten Zone“ unterwegs zu sein. Nein, das einzige, was in der Praxis funktioniert hat, war das Verkaufsverbot. Damit erwischt man zwar auch nicht jeden, aber wer erwischt wird, hat keine Ausreden. Und es ist für alle gerecht.

      Deine Tirade gegen Vebote jeder Art geht völlig am Thema vorbei. Wir reden nicht davon zu verbieten, was andere „ärgert“. Davon war nie die Rede. Die Gesellschaft muß verbieten, was andere Menschen *schädigt*. Völlig andere Baustelle – und damit sind wir ungefähr bei dem, was Patrick oben gesagt hat. Wenn die Menschen sich halbwegs zivilisiert (das heißt übersetzt: rücksichtsvoll) verhalten würden, bräuchte es keine Gesetze und Verbote. Kein denkender Mensch kommt auf die Idee, in einer dichten Menschenmenge einen F2-Knaller oder Schlimmeres abzufeuern. Kein rücksichtsvoller Mensch raucht in öffentlichen Lokalen und erklärt jenen, die sich gestört fühlen, daß sie seinen Herrschftsbereich ja nicht betreten müssen. Die Menschen sind nun aber nicht so, und je weiter sie sich von der in der Gesellschaft gebotenen Rücksichtnahme entfernen, desto mehr muß der Gesetzgeber regelnd eingreifen. Da mögen sich die Trennlinien durchaus im Lauf der Zeit verschieben: Das Verhalten der Menschen (Stichwort „gute Erziehung“) ändert sich, aber auch die Verfügbarkeit/Leistbarkeit von Dingen, mit denen man das friedliche Zusammenleben nachhaltig stören kann. Daß 1975 kein Regelungsbedarf bestand muß nicht heißen, daß es nicht 2015 einen gibt.

      Dein impliziter Versuch, mit dem Umkehrschluß zu argumentieren (so quasi „Alles was Freude macht muß auch erlaubt bleiben“), geht natürlich in die Hose. Auch einem Sexualverbrecher macht sein Tun Freude, auch wer ohne zu zahlen Kabel-TV abzapft genießt es, auch einen Joint zu rauchen macht Spaß. Diese Dinge jetzt alle allein „spaßeshalber“ zu erlauben, wirds nicht spielen. OK, beim Joint vielleicht schon – weil eigentlich nicht zu argumentieren ist, daß Marihuana verboten ist, Alkohol und Nikotin aber erlaubt. Aber das ist eben der Unterschied: Es geht nicht um den Spaß, es geht ums Abwägen objektivierbarer Argumente. Und die vermisse ich in einer Diskussion, in ders mehr um die ideologische Ablehnung von Verboten an sich zu gehen scheint als um Knallkörper.

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  7. Frank

    Hallo und danke für den tollen Artikel.
    Es ist wichtig bei Bodenfeuerwerken aufzupassen.
    Mein Bruder kauft sie immer beim gleichen Händler.
    VG Frank

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