Gin aus Hamburg

Elizabeth Bowes-Lyon, besser bekannt als Queen Mum, sagt man nach, sie hat gern ein Gläschen Gin getrunken, vielleicht auch gern mehr als ein Gläschen. So ganz genau weiss das wohl nur die königliche Familie, vielleicht auch nur ihre engsten Bediensteten, die immer für Nachschub sorgen mussten. Wie dem auch sei, Queen Mum wurde uralt, nämlich mehr als 101 Jahre! Lag das vielleicht am Gin?

Gin – ein Getränk, welches hauptsächlich für Longdrinks und Cocktails verwendet wird. Der bekannteste Longdrink mit Gin ist wohl der Gin Tonic. Kürzlich musste ich lernen, dass man nicht einfach Tonicwater zu jedem Gin nimmt, nein, es kommt darauf an, welchen Gin man wählt und dann nimmt man das entsprechende Tonicwater dazu. Und dann kann man das auch noch mit einer dünnen Scheibe Salatgurke aromatisieren. Was es alles gibt! Gin pur, unverdünnt, trinkt man hier wohl kaum.

Gin, Gordons Dry Gin, Beefeater Gin, das sind wohl die bekanntesten Sorten, handelsübliche Massenprodukte, für fast jeden Geldbeutel erschwinglich. Und da kommt es auch nicht darauf an, welches Tonic man zum Verdünnen nimmt.

Vor nicht allzu langer Zeit entdeckte ich, dass auch in Hamburg Gin destilliert wird. In der Altonaer Spirituosen Manufaktur wird der Gin Sul gefertigt. Es lohnt sich übrigens wirklich, die liebevoll gestaltete Homepage mal anzuschauen. Mein Interesse an diesem Gin wurde jedenfalls geweckt, hatte ihn dann aber wieder aus den Augen verloren.

Seit Ende März bin ich nun im Besitz einer Flasche Gin Sul. Liebe Freunde überraschten mich damit kürzlich zu meinem Geburstag. Ein paar Wochen stand die Flasche unberührt im Schrank. Wir trinken, abgesehen von Wein, nur äusserst selten mal Alkohol – und dann auch nur wirklich ausgesuchte Sachen.

Aber jetzt war die Zeit gekommen, die Flasche doch mal zu öffnen um ein Gläschen Gin zu trinken. Als ich die Flasche enkorkte, stieg mir der typische Gingeruch in die Nase. Ich goss ein kleines Glas voll und nippte dann erstmal. Ich weiss nicht, was mich erwartete, ich habe vorher noch nie Gin pur getrunken, immer nur in Cocktails oder als Londrink. Was ich aber auf der Zunge spürte, schmeckte ganz anders. Und das, was ich schmeckte, gefiel mir. Beschreiben kann ich es nicht, aber es war toll und ist viel zu schade, um damit Mixgetränke herzustellen. Dieser Gin ist ein Traum! Und wenn es mich nach einem Digestif gelüstet, oder mal einfach nur mal so, ist die Auswahl jetzt um eine Sorte erweitert.

Ich hätte nie gedacht, dass ich mal zum Ginfan werde. Vielleicht sollte ich es so halten wie Elizabeth Bowes-Lyon und täglich ein Gläschen Gin trinken.

2 Gedanken zu „Gin aus Hamburg

  1. Peggy

    Sehr interessant, was du über Gin zu erzählen weißt.
    Ich habe bisher Gin auch maximal als Long Drink genossen. Noch nie pur.
    Vielleicht ginge es mir damit wie mit Whiskey, als ich den das erste Mal pur gekostet habe, war ich auch sehr überrascht. Irgendwie hat es mich vorher immer geschüttelt wenn ich daran gedacht habe, aber er hat mir überraschenderweise geschmeckt.
    Könnte mir mit Gin vielleicht auch so ergehen.

    LG aus Wien, Peggy

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    1. Hans-Georg

      Whiskey habe ich schon pur versucht, nein, das ist absolut nicht mein Ding. Vielleicht war es auch nur der falsche, da gibt es ja auch ganz viele verschiedene Sorten und auch absolut hochpreisige.
      Bei Gin in Mixgetränken muss man ja immer aufpassen, dass er nicht so extrem durschmeckt. Das ist so wie mit Kreuzkümmel beim Kochen.
      Tja Peggy, dann man ran an den Gin, damit du ein biblisches Alter erreichst!

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