Überreicht – nicht gefangen

Das Brautstraussorakel kennt wohl ziemlich jeder: Auf der Hochzeitsfeier stellen sich die ledigen Frauen in einer Gruppe auf und die Braut wirft rückwärts, also ohne dass sie sehen kann, wohin der Strauss fliegt, den Brautstrauss. Das Orakel sagt, dass die Frau, die den Strauss fängt, als nächste heiraten wird. Üblicherweise wird dem Orakel meist nachgeholfen. In vielen Fällen ist ja unter den Damen eine anwesend, bei der die Hochzeit schon in der Planungsphase ist. Alle werden entsprechen geimpft, dass gerade diese Person den Strauss zu fangen hat.

Die Braut, auf deren Hochzeit wir gestern eingeladen waren, hasst diesen Brauch. Sie erzählte uns, dass sie sich immer in die letzte Reihe gestellt hat um nur nicht in die Verlegenheit kommen zu müssen, den Brautstrauss zu fangen.

Als es in der letzten Nacht so weit war, den Brautstrauss loswerden zu müssen (es handelte sich um den Strauss, den die Braut zur standesamtlichen Trauung am Tag vorher mitsichführte), nahm Nina das Mikro und erzählte von ihren diesbezüglichen Erfahrungen. Deshalb würde sie den Straus nun überreichen an die Person, die wirklich demnächst heiratet und bat mich zu sich. Und so kam es, dass ich mich als Braut opferte und den Strauss aus den Händen einer langjährigen Freundin unter dem Beifall der anwesenden Gäste in Empfang nahm.

Nina wurde von mir natürlich herzlich geknutscht währenddessen sie mir noch mal erzählte, dass es ihr leid täte, an unserer Feier wegen ihrer Hochzeitsreise nicht teilnehmen zu können. Wir wussten das natürlich schon aber in diesem kleinen intimen Moment wurde es mir nochmal bewusst, dass das wirklich sehr sehr schade ist. Nina und ihre Eltern sind unsere allerältesten Freunde und gehören quasi zur Familie. Ninas Eltern haben bereits auf meiner ersten Hochzeit getanzt – und das war vor mehr als 40 Jahren.

4 Gedanken zu „Überreicht – nicht gefangen

  1. Inge

    Hallo Hans-Georg,
    du hast den Bräutigamstrauß nicht gefangen? Schade. Bleib so wie du bist und sein möchtest, ich glaube, du bist ein ganz netter Kerl, den wir alle mögen.
    Herzliche Grüße von mir,
    Inge

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