Les Misérables – der Film

Mit hohen Ewartungen sind wir ins Kino gegangen um uns den Musicalfilm Les Misérables anzuschauen. Leider wurden unsere Erwartungen nicht erfüllt. Die Taschentücher brauchten wir nicht. Unsere Kritik ist kurz und bündig: Die Stimmen der Darsteller haben alle Emotionen zunichte gemacht. Wenn sich mal ein Anflug von Gänsehaut einstellte, war diese sofort wieder verflogen wenn auf der Bühne, pardon, auf der Leinwand der Mund aufgemacht wurde.

Auf der Bühne, damals im Theater des Westens, kam viel mehr rüber. Gute Stimmen gepaart mit der gewaltigen Musik und einer Handlung, die unter die Haut geht, ja, das ist Les Miserables, da fliesst schon mal ein Tränchen.

Die grossartigen Melodien des Musicals, bombastisch orchestriert, bleiben im Film leider im Hintergrund. Wenn dann noch Schauspieler völlig untalentiert ihre Stimme darüberlegen, bleibt von der Musik fast gar nichts mehr übrig.

Enttäuscht hat auch die Szene im Wirtshaus der Thénardiers. Die Schnitte sind viel zu kurz, man bekommt gar nicht richtig mit, was dort so alles abgeht. Die Szene selbst ist viel zu überladen. Die Thénardiers sind nicht so derbe dargestellt wie auf der Bühne. Schade.

„Bring me home“, für mich der schönste Song des Musicals, verlor jegliche Rührung, hier verusacht durch die Stimme von Hugh Jackman als Valjean.

Stimmlich einigermaßen überzeugen konnten lediglich Eddie Redmayne als Marius, Amanda Seyfried als Cosette und Anne Hathaway als Fantine.

Im Kino blieben die extra eingepackten Taschentücher da, wo sie namentlich hingehören, nämlich in der Tasche. Sollten wir mal wieder die Gelegenheit haben, eine Bühnenaufführung anzuschauen – wir sässen im Parkett. Die Filmfassung müssen wir nicht nochmal sehen.

7 Gedanken zu „Les Misérables – der Film

  1. Ossi

    Hach! Das ist wirklich schade. Daß einem mal was nicht gefällt kommt ja vor. Aber wenn man mit hohen Erwartungen reingeht und dann fast drei Stunden lang nur enttäuscht wird… bitter.

    Wie schon berichtet, mir selbst hats ja außerordentlich gut gefallen. Daß mal der eine oder andere Sänger voll daneben ist, hatte ich früher auch schon bei Les Misérables. Das ist mir bei der Theaterproduktion in Wien passiert (die ich 8x gesehen hab, glaub ich), wenn der siebte Zwerg von links plötzlich als Javert einspringen mußte. Das war so im Jubiläumskonzert in der O2-Arena, bei dem der Marius ja auch nur mit Mute-Taste zu ertragen ist. Und das erleben wir jetzt im Film mit einer kompletten Fehlbesetzung von Javert und einem nur mit viel Toleranz erträglichen Valjean.

    Aber alle anderen sind ja wirklich toll. Fantine, Marius, Cosette, die unvergleichliche Samantha Barks als Eponine… Die geben dem Film genug schöne Szenen. Für mich jedenfalls. 😉

    Vielleicht liegts auch daran, daß meine “Taschentuch-Momente” bei Les Misérables immer in kleinen Szenen versteckt waren. Wenn der Bischof singt “And remember this, my brother…”; wenn Marius und Cosette einander zum ersten Mal begegnen; wenn Valjean von Fantines Tod berichtet (“Now her mother is with God, Fantine’s suffering is over”); wenn Fantine ihr letztes Stück Stolz zusammenkratzt bei “You let your foreman send me away. Yes, you were there, and turned aside.”; wenn Marius endlich erkennt “you’re Jean Valjean”. Die funktionieren auch ohne große Stimme. Die großen Showstopper, die im Film manchmal so daneben gehen, waren für mich im Theater meist Gelegenheit, mich emotional wieder halbwegs zu sammeln und für den nächsten Heulkrampf zu wappnen. 🙂

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  2. Ossi

    Oh ja! Mamma Mia ist bei mir auch so ein Fall. Spätestens ab ‘Slipping Through My Fingers’, meistens aber schon bei ‘Our Last Summer’. 🙂

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  3. Hans-Georg

    Inge, wenn man das als Film sieht, ist es gar nicht so schlecht. Als Musicalfilm taugt er unserer Meinung nach nicht.
    Wenn du mehr darüber wissen willst, solltest du es beim Ossi nachlesen.

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