Lobbyisten überall

Der Conterganfall ist wohl noch vielen von uns in Erinnerung. Damals brachten viele Frauen, die das Medikament eingenommen hatten, missgebildete Kinder zur Welt. Man könnte annehmen, dass die Politik und die Pharmaindustrie aus dem Fall Contergan gelernt haben und wir ziemlich sicher sein können, dass uns die Einnahme von Medikamenten, ausser den berühmten, im Beipackzettel aufgeführten Nebenwirkungen, keine grösseren Probleme bereiten sollte. Um zu verhinder, dass schädliche Medikamte auf den Markt kommen, gibt es das Institut zur Qualitätssicherung und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen.

Scheinbar hat man aus dem Fall Contergan doch nichts gelernt. Oder die heutigen Entscheidungsträger sind so jung, dass sie von Contergan noch nie was gehört haben.
Politiker von CDU und FDP fordern nämlich, dass das Institut, dass der Pharmaindustrie schon lange ein Dorn im Auge ist, neu ausgerichtet wird. Der Leiter des Instituts soll abgesetzt werden.

Hier soll mal wieder auf Kosten der Bürger eine Gewinnoptimierung vorgenommen werden. Ich höre schon das Geschrei, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist und langjährige, kostenspielige Prozesse durchgestanden werden müssen, um nachzuweisen, dass ein Pharmahersteller versagt hat.

5 Gedanken zu „Lobbyisten überall

  1. Frank

    Danke für den Hinweis auf dieses Thema, was in den aktuellen Nachrichten bisher an mir vorbeigegangen ist. Ich habe ein wenig nachgelesen und finde es echt eine verantwortungslose Frechheit, was die Regierungskoalition da nun plant… die FDP wird durch so etwas für mich immer nur noch unwählbarer, als sie es sowieso schon ist.

    Die paar Einblicke die ich im Rahmen meines Studiums bisher in die Pharmabranche hatte, passen hierzu ganz wunderbar (auch wenn man dazusagen muss, dass eine Medikamentenentwicklung meist länger als 10 Jahre dauert und damit enorme Kosten verbunden sind, die bei einem Misserfolg des Medikaments komplett für die Tonne waren. Da ist die Verlockung natürlich groß, auch ein unwirksamens Medikament mal auf den Markt zu werfen, damit die enormen Kosten- und Zeitaufwände hierfür nicht umsonst waren. Absolut verantwortungslos sowas.)

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  2. Hans-Georg

    @Lacarian:
    Danke der Nachfrage. Es scheint, dass die Ruhe der vergangenen Tage geholfen hat. Wenn es so bleibt wie es jetzt ist, bin ich morgen wieder im Büro zu finden.

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