Verwöhntag

In unserer kleinen Küche für mehrere Personen ein Menü zu zaubern ist nicht so ganz einfach. Für Freunde haben wir das schon hin und wieder gemacht, teilweise mit tagelangen Vorbereitungen. Nur für meine Eltern und Bernds Mutter hatten wir sowas noch nie auf die Beine gestellt. Meistens haben wir sie in ein Restaurant zum Essen ausgeführt oder es gab Fondue – aber ein selbstzubereitetes 3-Gänge-Menü haben sie bei uns noch nicht bekommen.

„Was macht ihr Pfingsten? Verreist ihr?“ fragte ich meine Mutter vor zwei Wochen. Nein, meine Eltern hatten nichts geplant. Also eine gute Möglichkeit sie einzuladen.

Das Hauptgericht war schnell ausgesucht. Es sollte der Toskanische Filet-Topf sein, den wir schon bei den Hasen genissen durften und den wir bei anderer Gelegenheit auch schon zubereitet hatten. Er lässt sich am gleichen Tag gut vorbereiten und braucht dann zu gegebener Zeit nur noch in den Ofen geschoben werden.

Der Nachtisch war auch schnell gefunden. Das Rezept für Beeren-Mascarpone-Eis von Anne wurde von mir umgewandelt in eine Erdbeer-Mascarpone-Creme. Statt das ganze im Gefrierfach zu Eis werden zu lassen kam Gelatine daran und wurde in den Kühlschrank gestellt. Die Creme konnte ich schon am Vortag herstellen.

Jetzt fehlte nur noch eine Vorspeise. Da alte Menschen schnell satt sind, sollte sie leicht sein und es durfte nicht so viel sein. Ausserdem sollte es sich wenigstens teilweise vorbereiten lassen. Und es sollte zur mediterranen Linie des Menüs passen. Ich wälzte also Kochbücher und -hefte, von denen reichlich vorhanden sind. Im Heft 8/2005 – meine Familie und ich / Kreativ Küche / Mittelmeer Küche – fand ich ein Rezept für marinierte Hähnchenbrust.

Wenn wir für jeden einen ganzen Hühnerbusen als Vorspeise gereicht hätten, wären die alten Herrschaften gleich satt gewesen. Also schnitt ich die Brüste in Streifen, von denen für jeden 3 Stück vorgesehen waren. Die Streifen wurden mittags mariniert und brauchten dann später nur in den Ofen geschoben werden.

Alles in allem sah es nach einem perfekten Familiendinner aus.

Unsere Erzeuger erschienen gegen 14.00 Uhr. Es gab Kaffee und selbstgekauften Kuchen, den ich selbst nicht hätte besser backen können. Am späten Nachmittag begann ich dann mit den Vorbereitungen für das Menü.

Nach und nach wurden die drei Gänge serviert. Es war eine Freude zu sehen, wie es unseren Gästen schmeckte. Sowas bekamen sie nicht alle Tage. Bernds Mutter ist alleinstehend und hat deshalb kaum Lust, sich sowas aufwändiges zu kochen. Meine Mutter gab zu, dass sie dazu gar keine Lust mehr hat. Umso mehr hatten wir Freude daran, unsere Eltern mal so richtig verwöhnt zu haben.

Das nächste Familiendinner wird im stattfinden. Dort werden wir küchentechnisch viel mehr Möglichkeiten haben und sicher auch etwas aufwändiger kochen.

3 Gedanken zu „Verwöhntag

  1. Birgit

    Seeeehr lecker klingt das!

    Wie alt sind Eure Eltern? Ich frag das weil mich deren Reaktion damals auf Euer Outing interessiert.

    LG
    Birgit

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