Strassenbekanntschaft

Heute morgen traf ich, wie fast an jedem Donnerstag, die Donnerstagsfrau. Wir tauschten Weihnachtswünsche aus. Ihrerseits fiel im Gespräch der Ausdruck Strassenbekanntschaft. Dann wühlte sie in ihrer Tasche. Eine Papiertüte kam zum Vorschein aus der sie einen kleinen Marzipanstern hervorholte und den sie mir sozusagen zu Weinachten schenkte. Wie immer kam ich kaum zu Wort. Sie beschwerte sich darüber, dass teilweise die Gehwege sehr schlecht bzw. gar nicht von Schnee und Eis geräumt sind. Und schon trennten sich unsere Wege wieder – jeder musste zur Arbeit. Ich freue mich schon darauf, sie im nächsten Jahr wieder zu treffen – donnerstags morgens. Sie ist irgendwie ein Lichtblick in einer Zeit, in der man kaum seine Mitbewohner im Haus kennt.

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