Kinky Boots


Was für ein Abend, so beschwingt habe ich selten ein Theater verlassen! Hamburg ist kinky!

Vor 2 Wochen hatte das Musical Kinky Boots im Stage Operettenhaus an der Reeperbahn in Hamburg Premiere, gestern Abend haben wir es uns angeschaut. Die Story war uns inwischen bekannt, aber sie enthält viele Hintergrundinformationen und Handlungen, ohne die man natürlich kein abendfüllends Stück auf eine Bühne bringen kann. Die Rahmenhandlung: Schuhfabrik pleite, Vater stirbt, Sohn erbt das Ding obwohl er die Fabrik gar nicht wollte. Durch die Herstellung der Kinky Boots wird die Fabrik gerettet.


Die Geschichte ist nicht aus der Luft gegriffen sondern basiert auf einer wahren Begebenheit. Die Charaktere sind fein gezeichnet und könnten in jeder Firma arbeiten: Der Erbe Charlie Price Junior, (hervorragend besetzt durch Dominik Hees), der mit dem neuen Job total überfordert ist und seine Angestellten ungerecht behandelt. Die Fabrikarbeiter, allen voran Don (Benjamin Eberling), die den Herren im „Fummel“ recht skeptisch gegenüberstehen und ihre Abneigung lauthals kundtun. Der Investor, der die Pleitefabrik für Eigentumswohnungen vermarkten will – wie das echte Leben!

Die Travestie ist ein großer Bestandteil des Musicals. Gino Emnes als Lola gibt der Rolle Glamour, Selbstbewusstsein sowie auch tragig. Eine Klamotte ist das Musical auf keinen Fall. Es gibt einige sehr berührende Szenen, bei denen es mucksmäuschenstill war im Publikum, man spürte die Ergriffenheit. Es gab emotionale wütende Ausbrüche, denen ebenso ergriffen gefolgt wurde. Es gab natürlich auch viel Witz, der Boxkampf zwischen Lola und Don ist großes Kino. Tolle akkrobatische Tanzszenen (mein Gott können Männer in Highheels tanzen und die Beine schwingen) gab es zu sehen. Und dann Partystimmung im Finale. Obwohl das Stück noch gar nicht ganz zu Ende war, hielt es Bernd und mich nicht länger auf den Sitzen. Wir sprangen auf und folgten den restlichen Takten stehend, klatschend und in der Reihe, so gut es geht, tanzend. Mr. Price, der Erbe, zollte uns durch eine kurze Geste Dank dafür. Kurz darauf stand das ganze Pakett und machte mit.

CYndi Lauper ist mit der Musik und den Texten ein ganz großer Wurf gelungen. Ein kurzer Satz aus dem ersten Akt ist mir im Gedächtnis geblieben: Sei du selbst, andere gibt es schon genug! Ein wahres Wort.

Wir haben bereits Karten für eine weitere Vorstellung. Im März gehen wir mit Freunden zu Kinky Boots. Aber das ist noch soooo lange hin. Es könnte durchaus sein, dass wir uns das Musical vorher nochmal anschauen.

Unsere Freunde, mit denen wir gestern Abend im Operettenhaus waren, hatten Kinky Boots vor einem Jahr in Australien gesehen und uns geschrieben, dass das doch auch was für den Hamburger Kiez wäre. Nur wenige Tage später wurde veröffentlicht, dass dieses Musical tatsächlich in Hamburg gezeigt werden würde. Die Ausstattung wurde von Australien nach Hamburg gebracht um hier das Publikum zu erfreuen!

2 Gedanken zu „Kinky Boots

  1. Elke

    Das hört sich doch richtig gut an, und man spürt, dass Ihr Freude hattet. Und, wenn jetzt schon weitere Besuche geplant sind, heißt das doch ganz klar, dass Kinky Boots ein tolles Musical ist. Ich wünsche Euch für die nächsten Besuche genau so viel Spaß! LG Elke

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    1. Hans-Georg

      Die Karten für die nächste Vorstellung im März haben wir schon ein paar Tage. Aber jetzt, nachdem wir Kinky Boots das erste Mal gesehen haben, ist die Vorfreude riesengroß.

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