Das Deutsche Drama

Tja, Deutschland ist raus aus der Fussballweltmeisterschaft, nicht zum ersten Mal. Mir ist das im Grunde egal, ich freue mich sogar, dazu am Ende mehr.

Warum mir das Ende egal ist:
Fussball interessiert mich nicht, hat mich noch nie interessiert. Während meiner Schulzeit wurde gelegentlich im Sportunterricht Fussball gespielt. Während meine Mitschüler die Regeln kannten, stand ich ratlos auf dem Spielfeld und hab nur versucht, den Ball irgendwo hinzuschiessn. Ich fand damals schon, dass Fussball total überhöht wird. Und das ist es immer noch, vermutlich sogar noch mehr als vor 60/70 Jahren.

Die Spieler verdienen ein Schweinegeld und die Fans bezahlen das mit hohen Ticketpreisen. Und auch damit, weil sie die Einschaltquoten im Fernsehen erhöhen, dadurch werden horrende Werbeinnahmen generiert, die die Sender in die Lage versetzt, horrende Gebühren für die Übertragung der Spiele zu zahlen, aus denen vermutlich wieder die „Gagen“ der Fussballer bezahlt werden.

Aus meiner laienhaften Sicht ist Fussball nur noch eine Gelddruckmaschine, es geht nicht mehr um Sport, es geht nicht mehr um Fussball selbst, Hauptsache, der Rubel bzw. der Euro und/oder der Dollar rollt. Die Fussballer und deren Manager, die Funktionäre der Verbände – alle stopfen sich die Taschen voll. Und der Pöbel bezahlt. Brot und Spiele. Und wer zuviele Spiele schaut, hat bald kein Brot mehr während Spieler und Funkionäre nicht mehr wissen, was sie mit ihrem Geld anfangen sollen.

Und warum freu ich über das Ausscheiden?: Weil jetzt Ruhe herrscht auf den Strassen. Es gibt keine Hupkonzerte mehr. Wer morgens um 3 Uhr aufstehen muss, will nicht in den späten Abend- bzw. Nachtstunden von sinnlos und lautstark durch die Gegend fahrenden Autos gestört werden. Selbst ich als Rentner, der morgens ausschlafen kann, finde dieses Gegurke und Gehupe sinnlos und störend.

Für viele Fans ist es ein Drama, dass die Deutsche Fussballmannschaft schon wieder ausgeschieden ist. Alle wissen, warum das passiert ist und was man hätte besser machen können. Deutschland hat 83,5 Millionen Einwohner. Davon sind ca. 14 Millionen unter 18 Jahre alt, bleiben noch rund 70 Millionen. Ziehen wir noch mal 10 % ab, die kein Interesse an Fussball haben, bleiben noch 63 Millionen Menschen, die sich jetzt als Fussballtrainer aufspielen. Na ja, es sind wohl eher weniger. Irgendwo in den Weiten des WWW wird sich dazu was finden lassen.

Eine Anmerkung zum Schluss: Warum muss Deutschland immer gewinnen?

6 Gedanken zu „Das Deutsche Drama

  1. Horst Schulte

    Von „gewinnen müssen“ kann keine Rede sein. Fans hätten sich verständlicherweise nur gewünscht, dass die Mannschaft nach zwei miserablen Turnieren etwas weiterkommt. Der Stimmung im Land hätte das vermutlich gutgetan. Wir waren nicht gut genug. Dass es so schlecht gelaufen ist, hätte ich nicht erwartet. Offenbar sind viele negativ überrascht. Und das trotz Bahn, Infrastruktur, Bildung, Gesundheit, Rente etc. etc.

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    1. Der Wilhelm

      Wieso eigentlich „wir“?
      Hast Du da mitgespielt.?

      Aber mal im Ernst:
      Den Schuh des „wir“ sollte sich da wirklich niemand anziehen.
      Die Akteure auf dem Spielfeld – alles hochbezahlte „Fach“-Leute – haben eine Fehlleistung hingelegt und dafür die Quittung kassiert. Oder anders Gesagt: die haben es vergeigt – und nicht der Rest der Nation, was dieses „wir“ ja impliziert.

      Ihre Kohle werde sie wohl trotzdem dafür bekommen. Also kein Grund sie nun auch noch für ihr geknicktes Ego zu bemitleiden.

      Und ich gebe Hans-Georg recht:
      Im Grunde ist es doch gut, dass sie verloren haben und aus dem Wettbewerb sind.
      Denn so wird die Weltmeisterschaft nicht mehr so stark die Schlagzeilen bestimmen und die Fehlleistungen und die Fehlleistungen der Merz’schen Truppe im Grundrauschen verschwinden lassen.

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  2. Trulla

    Bei jeder Art von Spielen, ob bei Sport- oder Gesellschaftsspielen, geht es doch um Gewinnen oder Verlieren (ich selbst spiele gern Karten, und das macht auch nur Spaß, wenn man hart kämpft). Daher ist doch Enttäuschung verständlich, es darf anschließend nur nicht ausarten. Verlieren will schließlich auch gelernt sein und verdient Respekt.

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    1. Hans-Georg

      Natürlich geht es bei Spiel und Sport ums Gewinnen. Aber die Überheblichkeit der Deutschen Fussballspieler, Vereine und Verbände, und das unangemessen viele Geld, was die einstreichen, passen nicht zusammen, das hat nichts mehr mit Sport zu tun. Ein Gewinn der Weltmeisterschaft hätte noch mehr Geld bedeutet, noch mehr Werbeeinnahmen.

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  3. Birte

    Ich kann mit der WM auch nix anfangen und finde, man hätte sie gleich boykottieren sollen. Dieser widerliche Infantino und der noch widerlichere Trump…
    Es geht eh nur ums Geld, das sehe ich genauso.
    Hier wäre es sehr laut geworden, wenn die Türkei weiter wäre, aber die ist ja nun auch raus.

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