Osterfeuer


Wir haben uns mal aufgerafft, die wenigen Meter zur Elbe zu überwinden, um uns das Osterfeuer anzuschauen.

Irgendwie was das deprimierend: Da lagen aufeinandergestapelte Paletten, welche die Nahrung für das Feuer waren. Unter Osterfeuer verstehe ich hochaufgetürmte Zweige, Reisig, was auch immer, aber keine Paletten. Ein paar lagen noch an der Seite, um das Feuer am feuern zu halten.

Wir hatten uns nicht zu vielen anderen Menschen in die Nähe des Feuers gestellt. Die Szenerie aus der Entfernung zu betrachten, ist doch viel interessanter, als auf die lodernden Flammen zu starren. Unser Standort, mit dem Rücken zum Anleger, bot mir eine gute Stütze an einer Mauer, das war perfekt.

Von dort konnten wir auch die Menschen beobachten, was ich ja immer gern mache. Nun ja, es lohnte sich nicht. Auf unseren Kreuzfahrten haben wir den Begriff „Holzklasse“ für eine gewisse Klientel gebildet. Heute, am Osterfeuer, gab es viel Holzklasse. Der Eindruck wurde verstärkt durch billiges Toilettenwasser, sorry, Eau de Toilette.

Auf dem Heimweg waren wir, wie immer, einer Meinung: Wir müssen nächstes Jahr da nicht wieder hin.

6 Gedanken zu „Osterfeuer

  1. Der Wilhelm

    Hmmm.
    Alte Paletten zu verfeuern ist wohl dieses Jahr gross in Mode?
    Dasselbe hab ich nämlich gestern schon in Gross-Moor beobachtet, als ich nachmittags da vorbeikam:
    alte Paletten massenweise und obenauf ein wenig Reisig und ein Paar Äste als Alibi,
    Allerdings war die Feuerwehr da auch noch beim Aufbau und hatte auch noch etwas Strauchwerk liegen was aber auch nicht gereicht hätte, den ganzen Pallettenhaufen Schamhaft zu verbergen…

    Immerhin: der Bierwagen war um die Zeit schon gut in Aktion, Feuerwehrmänner sind halt durstig!

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  2. Anne

    In so einem Industriegebiet macht das atmosphärisch auch nix her… offenbar wirklich nur Ausrede für die beiden Bierbuden.

    Bei meinen Eltern im Sauerland ist es am Waldrand und aus alten Weihnachtsbäumen (vermutlich auch Unverkaufte?). Der Erlös des improvisierten Getränkeverkaufs geht in die Förderung der Jugendfeuerwehr. In einem Jahr war’s so kalt, dass spontan Glühwein ausgeschenkt wurde 😆

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    1. Hans-Georg

      Der Veranstaltungsort ist kein Industriegebiet, er liegt direkt an der Elbe. Am rechten Rand sieht man hinter dem weissen Zaun den renovierten Saal des ehemaligen Hotel zur Post, heute Backbord. Links neben den Flammen befindet sich die Wohnanlage mit 6 Stadtvillen, in einer davon wohnen wir.

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      1. Anne

        Okay, das konnte ich nicht so gut erkennen.
        Habt ihr eigentlich den Qualm und Brandgeruch in der Wohnung bemerkt?
        Normalerweise ist Müll abfackeln aus gutem Grund verboten… hier halt „Tradition“.

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        1. Hans-Georg

          Der Rauch zog nicht in unsere Wohnanlage. Allerdings war die ganze Luft mit Rauchgeruch geschwängert. Überall entlang der Elbe werden Osterfeuer entzündet, der Rauch verteilt sich entsprechend. Auch am nächsten Morgen kann man das noch riechen. Als wir noch in Hamburg wohnten, war der Rauchdunst sogar mitten in der Stadt zu bemerken.
          Es wird sich hier ganz bestimmt und unbehandelte Paletten gehandelt haben, also um „reines“ Holz.

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