Wir müssen los!

Wie ich eben erfahren haben, werden jetzt auch Dosentomaten knapp. Auch diese Konserven werden gehamstert. Ich koche sehr gern mit Dosentomaten, das Aroma ist viel intensiver als bei den wässerigen frischen Tomaten, die angeboten werden.

Ich frage mich, was die Leute mit all den gehamsterten Lebensmitteln im Krieg, den es bei uns hoffentlich nicht geben wird, anfangen wollen. Wenn ein Cyber- oder konventioneller Angriff die Stromversorgung lahmlegt, sind wir aufgworfen. Hier im Haus erfolgt die Versorgung mit Wasser mittels Pumpen im Keller, die das Wasser bis in die dritte Etage pumpen. Wenn die Pumpe nicht funktioniert, haben wir kein Wasser, nichtmal um die Toilette zu spülen. Was nützt da das ganze Klopapier welches schon seit Monaten in den Haushalten schlummert? Gummihandschuhe anziehen und die menschlichen Hinterlassenschaften mit dem Arm durch den Abfluss stopfen? Das funktioniert auch nur so lange, wenn überhaupt, bis das Abflussrohr verstopft ist. OK, wir könnten ein paar Eimer kaufen und Wasser aus der Elbe schöpfen und damit spülen.

Ohne Strom können wir auch nicht kochen und backen. Alle diese Vorräte, wie Reis, Nudeln, Mehl und Hefe, wären also nutzlos. Wir fahren jetzt also nicht los und hamstern Dosentomaten. Ein Essen kann man auch mit frischen Tomaten zubereiten. Außerdem steht unser Wagen aus Gründen in der Werkstatt, wohl noch bis Freitag. Vielleicht gibt es dann noch Dosentomaten.

11 Gedanken zu „Wir müssen los!

    1. Hans-Georg

      Unsere Kühl-/Gefrierkombi ist zu klein um da auch noch heißes Wasser einzufrieren. Aber die Idee ist nicht schlecht, vielleicht kanns du die als Startup vermarkten.

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  1. Frau Momo

    Dosentomaten kann man ja zur Not auch kalt direkt aus der Dose löffeln 🙂 Die Leute haben doch einen Knall. Ich habe immer ein paar Dosentomaten im Haus weil ich auch gerne damit koche und man immer ein schnelles Sugo zubereiten kann. Bisschen Knobi, Zwiebel und Kräuter… ich überlege gerade, ob es Sinn macht, dass wir uns einen Grill kaufen, um zur Not damit kochen zu können. Ist zwar hier verboten, aber vielleicht sähe man das im Kriegsfall nicht so eng.
    Ich dachte heute übrigens, Du stehst wenigstens auf Eurer Terrasse, wenn ich vorbeifahre… nein, natürlich nicht, ich bin auch gar nicht direkt bei Euch vorbei, meine aber Eure kleine „Siedlung“ von der Straße aus gesehen zu haben (auf dem Weg vom Krankenhaus zurück Richtung Altenwerder, bzw, Lassrönne)

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    1. Hans-Georg

      Wir waren heute morgen im Dorf, ein paar Lebensmittel einkaufen. Ich wollte gern Pizzamehl haben. Das gesamte Mehlregal war leer, auch nicht nur eine Sorte war vorhanden. Bei den Dosentomaten waren tatsächlich Lücken. Wollte die Panik aber nicht anheizen und uns selbst bevorraten. Eine Tube tomatenmark hab ich mitgenommen, das brauch ich oft und und war im Haushalt nicht mehr vorrätig.
      Wenn man durch die Sandstr. fährt, kann man einen Blick auf unsere kleine Siedlung erhaschen, ebenso wenn man unten an der Elbe entlangfährt.

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  2. Elvira

    Die jetzige Hamsterei könnte aber auch mit den zukünftigen Preiserhöhungen zu tun haben. Sieh dir nur die Preise für Butter und Mehl an, jedenfalls hier in Berlin sind die extrem gestiegen. Zum Backen benötige ich beides und überlege jetzt doch, Butter einzufrieren. Mehl wird noch teurer werden und andere Grundnahrungsmittel sicher auch. Wer nicht auf den Euro achten muss, wird das so einfach hinnehmen und eben mehr bezahlen. Bei den meisten Menschen ist nicht ein Krieg das Worst Case Szenario, sondern die knapper werdenden finanziellen Mittel im eigenen Portemonnaie.

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    1. Hans-Georg

      Hamstern von Mehl, Nudeln, Hefe und Klopapier hatten wir ja schon mal. Da gab es nicht Preiserhöhungen. Ich denke, dass vorranging ist: Wir müssen was zu essen haben.

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  3. Ralf

    Niemand hat die Absicht, Preise zu erhöhen. – Tataatataatataa!

    Aber im Ernst: Das einzige, was wirklich kaum mehr zu kriegen ist, das ist Sonnenblumenöl. Vor drei Wochen gab es in einem von mir frequentierten Supermarkt zwei Sechserkartons Sonnenblumenöl. Da ich gleich nach Öffnung einzukaufen pflege, habe ich in „haushaltsüblicher“ Menge Sonnenblumenöl mitgenommen – zwei von den anwesenden zwölf Flaschen. Ansonsten legen wir schon immer Wert auf Vorratshaltung. Ansonsten: Man weiß doch schon durch die Pandemie, dass Verknappung in aller Regel nicht das Ergebnis von Mangel ist, sondern von irrationalen Hamsterkäufen. Toilettenpapier und Nudeln waren nie wirklich Mangelware, sondern wurden durch verrückte Überbevorratung künstlich durch die Verbraucher*innen selbst verknappt. Sind es jetzt eben Dosentomaten. Nächste Woche vielleicht Klebestifte oder Pumpernickel. Das einzige Gut, das lokal wirklich brenzlig gefährlich knapp ist, das ist Hirn im Kreml.

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  4. Trude

    Dir scheint es ja schon wieder besser zu gehen. Darüber freue ich mich sehr für dich 👏
    Heute war Rapsöl ausverkauft. Kaum zu glauben – in einer Region wo Raps angebaut und das Öl produziert wird. 😱
    Ist noch kein Problem für mich, sollte die neue Reserveflasche werden. S hatte das mit den Vorräten vor Corona immer belächelt 😉
    Ansonsten überbrücke ich die grosse Teuerung erstmal mit der von Verdi belächelten Einmalzahlung, die alle Mitarbeitenden des Tarifbereichs der IGBCE erhalten haben. Mit € 1400,- Brutto komme ich ein Stückchen aus. Und im Herbst gehen die Tarifverhandlungen weiter.
    🌈😘😎

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    1. Hans-Georg

      Danke, es geht mir wieder gut. Gestern hatte ich zwar keine Lust zum Kochen und wir waren in einem Fischimbiss, fast vor der Haustür, wo ich immer schon mal hinwollte. Na ja, war nicht so der Hit. Wir bestellen lieber was. Heute werde ich zu meiner Rückentrainingsstunde gehen.
      Ich glaube, die Leute kaufen alles, was Öl heißt. Könnte es sein, dass Rapsöl auch im E10 vorhanden ist?

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