Crowdfarming


Das ist Belinda, steht da ja auch auf dem Schild. Belinda ist eine Kuh, das sieht man ja auch. Belinda lebt zusammen mit ihrer Herde auf der Hofsennerei Besler in Oberstdorf im Allgäu. Belinda grast im Sommer auf saftigen Bergwiesen und im Winter hat sie auch Auslauf, wie sich das für Biohaltung gehört. Wir haben Belinda jetzt adoptiert, also nicht die ganze Kuh. Wir teilen sie uns zusammen mit 150 anderen Crowdfarmern.

Wenn man mit dem Mauszeiger Belinda zärtlich streichelt und dann draufklickt, kommt man direkt zur einer ausführlichen Beschreibung über die Tierhaltung der Hofsennerei und der Käseherstellung.

Belinda liefert Milch, was Kühe halt so machen, außer wiederkäuen. Und aus dieser Milch wird Käse hergestellt, was eine Sennerei eben so macht. Im Rahmen des Crowdfarming erhalten wir 2 Sorten Bergkäse, je Sorte 1,5 kg, vakuumiert in handliche 500-Gramm-Stücke. Der Käse ist 2 Monate im Kühlschrank lagerfähig. Es sollte kein Problem für uns sein, in 2 Monaten 3 kg Käse zu vertilgen, ich kaufe pro Woche ca. 500 – 600 g Käse. Unsere Lieferung wird für Ende März erwartet.

Wie man sieht, sind wir begeisterte Käsefans. Und da haben wir uns gedacht, wir probieren mal Crowdfarming aus. Sollte uns der Käse nicht gefallen, verlängern wir das Crowdfarming für Käse nicht. Vielleicht adoptieren wir dann einen Oliven- oder Orangenbaum. Wir testen das einfach mal.

12 Gedanken zu „Crowdfarming

  1. Frau Momo

    Ich finde solche Aktionen super. Bin sehr gespannt, wie Euch der Käse mundet. Wir essen ja auch sehr gerne Käse, weshalb wir die große Käsetheke in „unserem“ Hofladen so schätzen. Durch die habe ich mich bis zur Rente nicht durchprobiert 🙂 , aber schon viele sehr leckere Sorten entdeckt.
    Solche Aktionen gibt es ja auch u.a. für Orangen direkt vom Erzeuger oder Olivenöl. Mir sind die Mengen oft zu groß, aber die Qualität ist meistens sensationell und mit dem Supermarktzeug nicht zu vergleichen. Und es kommt mehr Geld beim Erzeuger an, was ich auch gut finde.

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    1. Hans-Georg

      Olivenöl wäre viel zu viel für uns. Ggf. könnte ich mich für Orangen erwärmen, darüber habe ich schon mal nachgedacht.
      Wie ich schon erwähnte, die Käsemenge passt. Jetzt kommt es darauf an, wie uns der Käse schmeckt. Wir sind da ja eher Freunde von „pikant“, „kräftig“, „würzig“.

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    2. Der Wilhelm

      Vielleicht sollten wir auch mal über so eine Adoption nachdenken, wenn die Mengen nicht zu gross sind, die man als Gegenleistung bekommt?

      Denn eigentlich ist das ja eine gute Idee, die ich für wirklich unterstützenswert halte..

      Gut vorstellen könnte ich mir da für den Anfang zum Beispiel die Adoption einen Huhnes, wenn „unser“ Hofladen sowas anbieten würde. Samt Eier-Flatrate und Suppenhuhn, wenn das Tier aufhört zu legen….

      Aber leider bietet Ulli sowas ja (noch?) nicht an 🙁

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      1. Frau Momo

        Das wird er auch nie tun, weil sowohl die Eier seiner Hühner als auch die Suppenhühner weggehen wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln.
        Aber wir könnten ja mal gucken, ob es andere Möglichkeiten für uns gibt.

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  2. Der Vincent

    Moin,
    niedliche Kuh, aber ich mag keinen Käse. Ich wüsste deshalb nicht was ich mit 3 Kilo davon innerhalb von 2 Monaten anfangen sollte.

    Aber davon ab. Auch wenn Belinda lieb guckt und der Landwirt vielleicht ein fescher Buam ist, nachhaltig ist das nicht, oder? Da werden nun alle zwei Monate nur von Belinda an 150 Paten 150 Pakete durch die Republik geschickt. Gut verpackt, wahrscheinlich gekühlt bzw. kühl gehalten, damit der Käse auch frisch beim Empfänger ankommt. Ich denke es gibt in Hamburg oder Schleswig Holstein auch exzellente Möglichkeiten erstklassigen Käse zu bekommen, zum Beispiel auf dem Hofladen. Damit unterstützt man dann auch die Landwirte in der Region.

    Ich mag mir gar nicht vorstellen, was passiert, wenn nun auch noch jeder Pate von einem Orangen- oder Olivenbaum wird. Versteh mich nicht falsch, es ist klasse die Bauern, die noch abseits der Zwänge von Großherstellern und Supermarktketten wirklich gute Produkte liefern, zu unterstützen. Man sollte sich aber echt über legen, wieviel Sinn es für die Umwelt macht, sich heutzutage eine einzelne Kiste Orangen aus Spanien nach Hause liefern zu lassen.

    Vielleicht hab ich hier aber auch irgendwas nicht verstanden.

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    1. Hans-Georg

      Wenn ich Käse, oder andere Lebensmittel in einem Hofladen kaufen würde, müsste ich mit dem Wagen ca. 30 km fahren, also insgesamt ca. 60 km. Mehr muss ich dazu wohl nicht sagen.
      Wie die Lieferung mit den anderen Lebensmitteln funktioniert, weiß ich noch nicht. Aber der Käse wird zu bestimmten Terminen ausgeliefert, an alle 150 Paten von Belinda oder von den anderen Kühen . Es ist also schon mal in gewisser Weise ein Sammeltransport. Da wird also nicht ein Paket mit 3 kg Käse zur Post gebracht damit wir hier in der kleinen Stadt an der Elbe den Käse bekommen.
      Alle Supermarktketten werden ja von irgendwoher mit den Waren versorgt. OK, dass sind dann große Mengen, die zum Zentrallager gebracht und von dort in kleineren Portionen wieder an die Filialen verteilt werden. Ich fahre dann zum Supermarkt meines Vertrauens und mach dort einen Großeinkauf, u.a. 1 x in der Woche ca. 500/600 g Käse. Und der ist fast 10 Euro/kg teurer als der Kase von der Sennerei. Ob das nun soviel besser ist? Ich weiß es nicht. Dafür gibt es sicherlich Fachleute, die sich mit den Transportwegen und -kosten beschäftigen und dann ausrechnen, ob es für den Verbraucher ökologischer ist, den Käse im Supermarkt an der Käsetheke zu kaufen oder ihn sich von der Sennerei schicken zu lassen.
      Weinbauern machen es doch auch so. Fast alle Betriebe haben einen Onlineshop, über den ich mir den Wein ins Haus liefern lassen kann. Natürlich kann ich auch ein paar Flaschen aus dem Supermarktregal nehmen oder zu einem regionalen Weinhändler fahren. Aber es ist doch für den Weinbauern, die Sennerei oder den Orangenbauern finanziell besser, dort direkt zu kaufen.

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    2. Frau Momo

      Ich habe in Stuttgart mal Pois kennengelernt… da hat jemand angefangen, Obst und Gemüse aus Portugal zu holen und verkauft es dann im Raum Stuttgart. Was mit ein paar Kisten Orangen angefangen hat, ist mittlerweile ziemlich groß geworden, weil die Leute die Qualität schätzen und weil auch dort mehr beim Bauern ankommt und die Sachen frisch geerntet sind. Die Waren werden per LKW aus Portugal rankgekarrt, aber Orangen, Oliven und anderes gibt es halt nun mal nicht regional. Und gegen den vielleicht etwas aufwendigeren Transport steht ja noch die Ökobilanz vor Ort, wenn weniger Spritzmittel und Düngemittel eingesetzt werden und die Tiere nicht aus der Massentierhaltung kommen, wenn der Verbraucher das gutiert und natürlich auch bezahlt.
      Ich weiß nicht, wie der Allgäuer Käse, den ich gerne im Hofladen kaufe, hier ankommt oder der Gorgonzola aus Italien. Ich kaufe nicht nur Käse aus der Region, weil mir anderer halt auch gut schmeckt. Natürlich ist regional einkaufen immer am besten, aber oft reichen regionale Strukturen auch nicht aus, um davon leben zu können.
      Man kann ja inzwischen auch ganze Rinder, Schweine oder was auch immer kaufen, die dann auf ähnliche Weise vermarktet werden.

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  3. Der Vincent

    Hmmm, ich bin auch kein Logistik-Spezialist, und ich möchte mir hier mit meinem ersten Kommentaren auch nicht den Stempel als Nörgler abholen, aber ich Denke nicht das die Sennerei Belindas Käse als Sammeltransport irgendwo hinschickt, und ihr schneidet euch dan dort eine 3 Kilo Ecke ab, sondern jeder der 150 Paten wird schon das eigens für Ihn gepackte Paket bekommen. Das bedeutet das 150 Pakete sich in jede Ecke der Republik auf den weg macht.

    Vom Allgäu nach Hamburg sind es direkt gefahren rund 850 Kilometer, die der Käse logischerweise nicht alleine im LKW verbringt, aber bis er über diverse Verteilzentren bei dir ist, wird er rund 1.000 Kilometer hinter sich haben, für etwas das du auch bei dir in der Nähe bekommst.

    Das meine ich halt nur. Die C02 Bilanz deines Käses ist dann halt nicht wirklich so gut, als wenn die Sennerei ihn vorort verkaufen würde. Mit den Orangen wird das genauso sein. Vieles was auf den ersten Blick toll erscheint, hat manchmal einen leicht bitteren Beigeschmack, wobei ich nicht wirklich weiß, wie CO2 schmeckt 😉

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    1. Hans-Georg

      Die Sennerei wird sicher nicht den Käse mit einem eigenen LKW verteilen. Heute ist es üblich, dass die Transportdienstleister die Waren dort einsammeln, wo sie hergestellt werden, und zwar gleich alles, was auf den Weg gebracht werden soll. Ich brauch jetzt sicher nicht das weitere Prozedere aufzuzählen. Aber in der Region des Empfängers ist der Transportdienstleister eh unterwegs und bringt mit dann 1 Karton mit 6 Stücke vakuumierten Käse á ca. 500 g. Der Käse, den ich an der Käsetheke kaufe, hat doch auch keinen anderen Weg hinter sich. Und ich möchte nicht wissen, was die Sennerei von 28 Euro/Kilo noch bekommen hat.
      Ich gebe zu, dass ich vor ca. 1 Woche 400 g grünen Spargel gekauft habe, nur weil wir auf ein bestimmtes Gericht Appetit hatten. Dieser Spargel kam aus Peru, importiert von einer Firma in Holland, dort vermutlich gewogen, mit Manschetten versehen und weiterverkauft.
      Eine Bestellung beim großen internationalen Onlinekaufhaus bestand aus 2 Teilen, zugestellt wurden die Teile einzeln, ein Teil kam aus Polen, das andere aus Italien.
      Lass uns bitte nicht büer die CO2 Bilanz diskutieren, dann krieg ich nämlich „so’n Hals“. Denn fast alle Waren, die wir im Haushalt benutzen, einschließlich Handys und Textilien, sowie Erze, Salz, Kohle, Erdöl, und andere Rohstoffe, werden über die 7 Weltmeere von sonstwoher transportiert. Selbst Deutsche Produzenten haben ihre Werke zum Teil ins benachbarte Ausland gebracht weil die Waren dort günstiger produziert werden können.
      Herr Trigema ist stolz darauf, dass er seine T-Shirts in Deutschland herstellt, dass ist auch toll. Aber wo kommt denn die Baumwolle her, die dafür notwendig ist? Es gibt doch kaum etwas – wenn überhaupt -, was komplett und Deutschland gefertigt wird, es bedarf doch alles irgendwelcher Rohstoffe, die es bei uns gar nicht gibt. Die landwirtschaftlichen Flächen geben es gar nicht her, dass wir uns davon ernähren können. Also wird auch Getreide über die Meere transportiert. Also bitte lass mich mit der CO2 Bilanz in Ruhe.

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  4. Der Vincent

    Sorry wegen deines Halses, aber CO2 ist u.A. das, was unserer Jugend und deren Kindern das Leben auf dieser Erde sehr schwer machen wird.
    Man kann das ignorieren und wegdiskutieren, oder man achtet ein wenig auf das, was man tut. Ich weiß sehr wohl, das alles was wir tun, was wir herstellen, was wir essen irgendwie CO2 erzeugt. Das können wir auch nicht verhindern, aber wir können mit unserem Verhalten dazu beitragen, das wir kein unnötiges CO2 erzeugen.

    Ich bin auch kein Verfechter dafür. auf alles zu verzichten oder nur noch regional zu kaufen. Ich lebe ganz normal, und die meisten meiner Kleidungsstücke wird in Asien hergestellt und ich setze mich auch ins Flugzeug, um in den Urlaub zu fliegen. Aber gerade deshalb, achte ich schon wo es geht darauf, wo etwas her kommt oder was drin ist.

    Mehr wollte ich eigentlich gar nicht sagen, sorry dafür.

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  5. Trude

    Davon höre ich immer mehr. Auch nehmen die Frischmilchzapfstellen im Umkreis zu.
    Mal sehen – irgendwann werde ich auch mal sowas ausprobieren 🤔
    🌈😘😎

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