Zahnwurzel-OP

Kürzlich entdeckte mein Zahnarzt zufällig eine Entzündung, versteckt unter einem Zahn, also im Wurzelbereich. Dieser Zahn ist überkront, was die Sache nicht so einfach macht. Der Zahnarzt hätte zwar eine Behandlung vornehmen können, was mir aber teuer zu stehen gekommen wäre, die Krone hätte entfernt werden müssen. Ein Kieferchirurg hätte da andere Möglichkeiten wurde mir erzählt und mir auch entsprechend erklärt.

Ich meldete mich also bei der empfohlenen Kieferchirurgie an und hatte dort dann erstmal ein informatives Vorgespräch. Der Doktor meinte, ich käme ihm bekannt vor. Er kam mir auch bekannt vor. Es stellte sich heraus, dass er mir vor 11 Jahren in einer anderen Praxis einen Weißheitszahn entfernt hatte. Ich war seinerzeit angemessen beeindruckt und war nun sehr froh, an den gleichen Doktor gekommen zu sein.

Heute Nachmittag war also der Termin. Das Behandlungszimmer wurde mit dezenter Popmusik beschallt, keine aktuellen Hits, aber bekannte Titel, die auch im Radio gespielt werden. Dr. Preusse begrüßte mich locker und wir machten dann erstmal ein wenig Small Talk – sehr angenehm. Dann schritt er zur Tat indem er mir die Betäubungsspritzen verpasste. Man kann der Kerl gut spritzen. Die erste Spritze habe ich gar nicht gemerkt, die zweite in den Oberkiefer war zwar etwas unangenehm, aber es gibt Schlimmeres. Er meinte danach, dass das jetzt das unangenehmste gewesen sei, alles weitere sei nicht so schlimm.

Nach ein paar Minuten hatte die Wirkung der Betäubung eingesetzt und der Doktor fing an zu schneiden, wovon ich überhaupt nichs merkte. Es wurde gebohrt, irgendwie im Kiefer, was nur zu hören war. Die Zahnwurzeln wurden mit Ultraschall gespült, ich spürte nichts und lauschte entspannt der Musik und der Begleitung von Dr. Preusse, der zum Teil mitsang, summte oder pfiff. Zwischendurch erteilte er seiner Assistentin Anweisung oder bat mich, den Kopf nach links oder rechts zu drehen, den Mund weiter zu öffnen oder etwas zu schließen. Irgendwann merkte ich den Faden, der kurz auf meinem Kinn lag. Aha, gleich ist es vollendet! Und schon sagte der Kieferchirurg, dass es das nun gewesen sei. Er bedankte sich bei mir für die entspannte Mitarbeit.

Ich erhielt noch eine Belehrung, was ich darf und was nicht. Heute darf ich z.B. nichts essen und nur mit einem Strohhalm trinken. Mir wurde erzählt, wann ich welche Tabletten zu nehmen habe – und alles wurde mir auf einem Merkblatt nochmal erklärt. Ich erhielt sogar ein kleines Kühlpad ausgehändigt um die Schwellung so gering wie möglich zu halten. Nächsten Freitag werden die Fäden gezogen.

Vor der Tür der Praxis traf ich mich mit Bernd, der mich mit unserem Wagen wieder in die kleine Stadt an der Elbe brachte. Ich hatte zwar keine Narkose bekommen, fühlte mich aber doch ein wenig maddelig und war froh, dass ich nicht mit Bahn und Bus nach Hause fahren musste.

6 Gedanken zu „Zahnwurzel-OP

  1. Elke

    Oh, Du Armer 🤢, hoffentlich heilt Alles flott ab. Denk dran, die Nacht den Kopf höher lagern 👍. Wichtig! Ich wünsche Dir gute Besserung 🙋🏼‍♀️😘

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    1. Hans-Georg

      Danke liebe Elke, alles ist gut. Keine Schmerzen, na ja, ich soll ja auch Ibus nehmen, sind ja auch entzündungshemmend. Gestern gab’s nur flüssiges mit Strohalm. Heute darf ich weiche Speisen verzehren. Zum Frühstück gab es Rührei. Später machen wir Pasta, die selbstgemachten sind ganz weich. Und wenn ich zwischendurch Appetit bekomme, stippe ich den Schokokuchen in Eierlikör.

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    1. Hans-Georg

      Er stammt von einer Zahnarztfamilie, ich habe ihn gefragt, ob er mal die Praxis seines Vaters übernehmen möchte. Nein, er hat sich für die Chirurgie entschieden. Er ist wirklich ein ganz entspannter Typ, macht richtig Spaß, mit ihm. Und er sieht auch noch gut aus. Wir vermuteten vor 11 Jahren schon, dass er einer von uns ist. Ich freu mich schon auf’s „Fädchenziehen“.

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