Ein zweifelnder Blick

Samstagabend, wir haben gegegessen, Lieblingsgericht des Gatten: Nudelauflauf mit Hack. Dazu gehörte eine Flasche Rotling, d.h. 1/2 Liter für jeden von uns. Später dann noch zwei (?) Schnäpse, das muss so, wegen dem Magen, jaja, keine Kommentare bitte.

Wir surfen jeder so vorsichhin. Auf einer Nachrichtenseite bietet mir die Werbung ein Ferienhaus in der Uckermark an, ab 41 Euro. Ich weiß nicht mal, wo die Uckermark ist. Polen? Oder nahe dran? Nienich würde ich einen Schritt nach Polen hineinsetzen. Man kennt das: Schwupps – und das Auto ist weg.

Ich sage zum Gatten, so ganz nebenbei: Wir könnten uns ja auch mal ein Ferienhaus in der Uckermark mieten, für 41 Euro. Über seinen und meinen Monitor erreichte mich ein etwas zweifelnder Blick mit einer hochgezogenen Augenbraue, das kann er gut. Sein schwuler Halbbruder kann das auch, liegt wohl in der Familie, also das mit den Augenbrauen. Wer weiß, vielleicht auch das Schwulsein.

Ich klärte die Sache dann auf, das mit der Werbung. Und ganz sicher kommt ein Ferienhaus für uns nicht in Frage. Wenn wir selbst das Frühstück zubereiten müssen, und alle anderen Mahlzeiten auch, nee, das geht nicht. Dann kann ich auch zuhause bleiben. Und einen Steward, der Cockails serviert, gibt es auch nicht. Also? Entweder Kreuzfahrt oder zuhausebleiben und Nudelauflauf essen, Rotling und „Birne“ trinken.

10 Gedanken zu „Ein zweifelnder Blick

  1. Trulla

    Unterliegen wir also doch alle – jeder den seinen – Vorurteilen? Aber pflegen wollen wir sie doch lieber nicht, oder?
    Deshalb große Empfehlung auch für diesen Landstrich. Als seit Wendezeiten Sommerurlauber auf der nahen Trauminsel Usedom (und nach und nach Besuchen aller „neuen“ Bundesländer) kann ich nur empfehlen, es uns gleich zu tun. Sie würden überrascht sein, was diese Länder zu bieten haben. Und vergessen Sie dabei mal die politisch lautstarken Wirrköpfe, denn es gibt immer noch die Mehrheit der Normalen. Diese dürfen wir nicht allein lassen.
    Und Polen? Nicht alles glauben, was an Gerüchten kursiert. Und für Schiffreisende:
    Hin und zurück bis Danzig, bester Hotelservice in einer wundervollen Stadt, da bleibt auch kein Wunsch offen.

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    1. Hans-Georg

      Die Sache mit den Autos sind keine Vorurteile, das sind Fakten. Selbst Polnische Bewohner raten ihren Besuchern, wo sie am sichersten ihre Autos abstellen sollten, ggf. sogar in der eigenen Garage.
      Sicherlich gibt es überall in Deutschland Landstriche, die man allgemein als „schön“ bezeichnen könnte. Ob man selbst sich da wohlfühlt, ist eine andere Sache.
      Nochmal zu Polen: Die von dir genannte Stadt heißt offiziell Gdansk seit sie zu Polen gehört.

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  2. Trulla

    Oh, Kompliment: Sie sprechen die Städtenamen im Original: Bruxelles, Kobenhavn, Warszawa usw.?

    Im übrigen habe ich nicht nur (aber auch) die Schönheit der sehr unterschiedlichen Landschaften gemeint, sondern auch die geschichtsträchtige Kultur der östlichen gelegenen deutschen Länder. Dafür stehen Städte wie Potsdam, Weimar, Erfurt, Dresden / große Namen wie Goethe, Schiller, Luther, um nur die einschlägigst bekannten Begriffe zu nennen. In der Aufzählung fehlt noch sehr viel.

    Und der Quelle der Elbe folgend gelangt man sogar irgendwann zu Ihrer kleinen Stadt und hat dabei sehr viel zu sehen bekommen.

    Was ich aber eigentlich sagen wollte, ist, dass es sich lohnt, keinen Teil unserer Republik minder zu schätzen.

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    1. Hans-Georg

      Als ehemals international – wenn auch vom Schreibtisch in Hamburg aus – tätiger Schifffahrtskaufmann sind mir die nationalen Namen der Häfen geläufig. Szczecin kann ich immer noch schreiben ohne nachdenken zu müssen. Bei Gdansk, Gdynia nd Szczecin kommt noch dazu, dass eine Telexverbindung seitens der Polen unterbrochen wurde, wenn man die Deutsche Schreibweise benutzte.
      Ich möchte Sie darauf aufmerksam machen, dass sich die Hauptstadt Dänemarks so schreibt: København.

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  3. Annelie

    Deine Meinung kann ich so nicht teilen… war ich doch letzten März zum ersten Mal in Polen !
    Und zwar an der Ostseeküste in der Nähe von Kolobrzek zu Deutsch ehemals Kolberg 😉
    es war super – die Ostsee und der Strand dort: viel schöner als unsere überfüllten Strände – und das alles ohne Kurtaxe – das Ferienhaus: ganz neu, ganz modern, ganz sauber – besser als so viele in D, DK, NL – und dazu noch zu erschwinglichem Preis.
    Die ganze Anlage sehr gepflegt – Zugang zu der Anlage und den Parkplätzen direkt am Haus mit Schlüssel.
    Meinen Landrover hat keiner geklaut, auch nicht während der Ausflüge nach Kolobrzek – na gut, ich gebe zu: der riecht drinnen nach Hund! 😉
    Fazit: ich würde wieder hinfahren !
    Aber jeder soll seine Ferien so verbringen, wie er mag… mich würdest du sicherlich nie auf so ein Kreuzfahrtschiff kriegen !

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