Runtergedimmt


Gestern Abend wurde mir irgendwann bewusst, dass ich mich seit gestern Nachmittg im Dimmmodus befinde, ich dimme mich ganz langsam runter, ich dimme mich in den Urlaubsmodus. Ich habe eine dezente LMAA-Stimmung bekommen, es gibt Sachen, die interessieren mich kaum noch bis gar nicht mehr.

Normalerweise bin ich ein Nachrichtenjunkie. Mehrmals täglich, wenn nicht öfter, rufe ich die Nachrichtenseiten meines Vertrauens auf und schaue nach, was es neues in dieser verrückten Welt gibt. Das meiste davon will man eigentlich eh nicht wissen, aber es gibt Dinge, die uns alle irgendwann irgendwie betreffen können, also lese ich. Seit gestern Nachmittag schaue ich oft nur auf die Überschriften. Und dann denke ich „Ach, der schon wieder!“, oder „Nicht schon wieder dieses Problem!“ Und schon scrolle ich weiter, ohne dass ich auch nur ein weiteres Wort davon gelesen habe.

Im Urlaub, wenn wir an Bord sind, lese ich überhaupt keine Nachrichten mehr. Es ist gerade so, als existiert die Welt um das Schiff herum nicht, es ist so, als wäre das Schiff mit mir und meinen lieben Mann das einzig existierende Universum. In der X-Lounge liegen Nachrichten aus, ich würdige sie keines Blickes. Auf unsere kleine Suite bekommen wir täglich eine gedruckte Nachrichtenzusammenfassung – die landet ungelesen im Papierkorb. Wenn wir an Bord sind, ist alles andere unwichtig. Ist es dass, was man Entspannung nennt?

Seit gestern Nachmittag verhält es sich mit den sozialen Medien genauso. Wobei ich auf diesem Gebiet eh sehr sparsam bin. Es gibt nur zwei Medien, in denen ich aktiv bin: Blogs und Instagram. Um auf dem Laufenden zu bleiben, müsste ich täglich jedes Blog lesen, dem ich Folge, mit anderen Worten: Ich müsste jeden Tag bis zu einer Stunde opfern um zu lesen, was die anderen Damen und Herren denn so über ihre Erlebnisse und Gedanken schreiben. Wenn ich das nicht machen würde, müsste ich nach dem Urlaub alles nachlesen was während unseres zweiwöchigen Urlaubs so verbocktbloggt wurde. Leute, es interessiert mich einfach nicht während dieser Zeit. Und alte Beiträge sind nicht mehr aktuell, sowas brauche ich nicht.

Mit Instagram verhält es sich nicht anders. Da ist die Frequenz von veröffentlichten Fotos und Stories noch größer als in den Blogs. Um da noch nachzukommen, müsste ich mit dem Handy in der Hand in der X-Lounge, auf dem Sonnendeck oder auf unseren Balkon sitzen und alle Augenblicke das Display akualisieren. Leute, ich habe Urlaub, ich will auf das Meer schauhen, ich wil gucken wie die anderen gucken, ich will einfach nur abschalten, mich zurücklehnen, mich entspannen.

Es gibt noch ein paar Dinge aus dem täglichen Leben, die mir seit gestern Nachmittag völlig am Allerwertesten vorbeigehen. Ich sollte den Willen aufbringen, diese Einstellung nicht nur auf den Urlaub zu übertragen, sondern sie zur Maxime im Leben überhaupt zu machen. Dann wäre vieles einfacher zu ertragen und dem Blutdruck würde das wohl auch gut bekommen.

Ich befürchte, dass ich spätestens eine Woche nach dem Ende des Urlaubs in den alten Trott verfalle.

Bis dahin erleben wir Die Große Freiheit:

Nur zur Erinnerung für mich: Lebendgewicht vor dem Urlaub 81,6 kg.

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