Service? Fehlanzeige! Oder?

Vom Familiensilber wollen wir uns ja ein neues Esszimmer zulegen. Der Tisch ist gekauft und soll in der nächsten Woche geliefert werden. Neue Stühle müssen aber auch noch her. Mein Mann und ich suchten deshalb gestern 2 Möbelhäuser auf. Im ersten Geschäft fanden wir nichts passendes. Wir machten uns dann auf den Weg zu einem großen Möbelhaus direkt an der A1, kurz vor Hamburg gelegen.

Die Stuhlabteilung, also nicht die Toilette, war schnell gefunden. Ein Verkäufer betreute Kunden, die wohl bereits fündig geworden waren, an seinem Beratungsplatz, ein anderer Verkäufer saß an seinem Platz und beschäftigte sich intensiv mit irgendwas auf seinem Rechner, ohne uns eines Blickes zu würdigen.

Wir prüften das große Angebot an Stühlen in der weitläufigen Abteilung, saßen Probe, schoben auch mal einen Stuhl hin und her und gingen mehrmals an dem Verkäufer vorbei, der sich mit irgendwas auf seinem Rechner beschäftigte, uns aber weiterhin ignorierte.

Irgendwann hatten wir tatsächlich einen Stuhl gefunden, der uns zusagte, wir hätten ihn aber gern mit einem anderen Bezug. Inzwischen war zu dem „Computerverkäufer“ eine junge Dame dazugestoßen und man unterhielt sich auf’s treffliche. Bald war eine weitere Dame erschienen und gesellte sich dazu. Zu uns gesellte sich aber niemand um nach unserem Begehr zu fragen.

Wir verloren die Lust und die Geduld, in diesem Möbelhaus Stühle zu kaufen. Ich gesellte mich dann zu den 3 lustlosen VerkäuferInnen, deren Gehalt übrigens zum Teil aus der Provision für verkaufte Möbel besteht. Ich fragte die lustige Runde, ob sie denn jetzt Mittagspause hätte oder auch mal an eine Beratung der Kunden dächten. Drei erstaunte Gesichter mit 6 großen Augen starrten mich an, wie ein Kunde es denn wagen könnte, sie in ihrer Unterhaltung zu stören. Der „Computerverkäufer“ und eine der Damen stammelten dann irgendwas wie, ob sie uns denn helfen könnten. Ich beschied ihnen, dass sie sich nun nicht mehr bemühen müssten, wir hätten uns entschlossen, zu gehen, was wir dann auch umgehend taten.

Mein Mann arbeitet auch im Einzelhandel, auch sein Gehalt besteht zum Teil aus der Provision der von ihm verkauften Waren. In dem Gechäft ist es üblich, auf die Kunden zuzugehen und Beratung anzubieten. Ich weiß, viele Kunden mögen das nicht und schauen sich erstmal selbst um. Wenn ich aber ca. 20 Minuten durch die Abteilung gehe und offensichtlich Interesse habe, etwas zu kaufen, erwarte ich, dass jemand auf mich zukommt und fragt, ob er helfen könnte. Oder?

5 Gedanken zu „Service? Fehlanzeige! Oder?

  1. Arne

    Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: wenn man überall so handelt, wird man in keinem Möbelladen bedient.

    Denn besonders dort (dagegen sind Media Markt und andere Elektronik Ketten) verstecken sich die Mitarbeiter gerne hinter ihrem Computer.

    Also hingehen und direkt ansprechen: meistens trennt sich dann schon die Spreu vom Weizen.

    Aber wahrscheinlich liegt es auch daran, dass ich es hassen, einzukaufen und möglichst schnell meine Sachen haben möchte! 😉

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  2. karin

    ich tendiere auch dazu, erst ohne verkäufer mich umzusehen, habe ich dann etwas gefunden, dann gehe ich gezielt auf einen verkäufer zu und bitte oder frage oder so, denn ich würde gern haben, was mir gefällt und ich kriege es auch und die verkäufer freuen sich auch meist, wenn sie was zu tun kriegen, langweilig ist es nämlich meistens

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  3. Elke

    Ich weiß ja nicht, in welche Richtung Euer Stuhlgeschmack geht, aber wir haben nach einem ganzen Jahr ausgiebiger Recherche endlich einen Super Stuhl (Freischwimmer, Edelstahlgestell, Lederpolster) gefunden, auf dem man Bombe sitzt und der auch noch super aussieht. Wenn Du Interesse an einer Info (Foto, Name et…) hast, melde Dich. LG und schönes Wochenende – Elke

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  4. Hans-Georg

    Wir haben uns ca. 20 Minuten umgeschaut und probegesessen. Das muss doch einem Verkäufer mal auffallen und uns mal ansprechen, besonders wenn man ziemlich unentschlossen umherläuft.

    Wir sind dann heute zu einem anderen Möbelhaus gefahren und sind dort sehr freundlich angesprochen worden. Haben der Dame dann auch gesagt, dass wir uns noch weiter umschauen und dann auf sie zukommen wenn wir eine Beratung benötigen. Hat auch wunderbar geklappt und wir kamen zum Abschluss eines Geschäftes.

    Leider musste ich den Auftrag inzwischen wieder stornieren da man uns seitens des Tischlieferanten inzwischen mitgeteilt hat, dass der Tisch einem Totalschaden zum Opfer gefallen und nicht mehr lieferbar ist. Nun fangen wir wieder von vorn an. Allerdings wissen wir, wo wir dann die passenden Stühle kaufen werden, mit Federkern gepolstert und nicht nur kaum schwingend. Man will beim essen ja nicht seekrank werden.

    Vielen Dank für dein Angebot Elke, aber im Moment brauchen wir darauf vermutlich nicht zurückzugreifen.

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