Color Magic mit Freunden


Der Weg ist das Ziel – nämlich die Fähre „Color Magic“, die Passagiere, PKW und Trailer von Kiel nach Oslo bzw. von Oslo nach Kiel befördert. Das Schiff ist zwar eine Fähre, aber das Interieur gleicht dem eines Kreuzfahrtschiffes – wie wir bereits im vorigen Jahr feststellen konnten. Mit unserer Begeisterung hatten wir Freunde und Nachbarn infiziert. Und so machten wir uns in diesem Jahr zu sechst auf den Weg: Unser langjähriger Freund Frank aus München mit seinem Freund Heinz sowie unsere Nachbarn Astrid und Holger – und Bernd und ich.

1. Tag (Sonntag)
Am Sonntag, den 8. November machten wir uns, nach einem gemeinsamen Frühstück bei Café Koch in Tesperhude, auf den Weg nach Kiel. Die Wagen parkten wir auf dem Parkplatz direkt neben dem Schiff. Beeindruckend reckte sich das Schiff mit dem blauen Rumpf und den weissen Aufbauten in die Höhe.

In der Abfertigungshalle erfolgte der Checkin schnell und reibungslos. Mit einem Schwall von Erklärungen bekam ich die notwendigen Unterlagen ausgehändigt (Bordkarten und die Gutscheine für Abendbuffet und Frühstück). Ich hörte kaum hin, was mir da erklärt wurde. Erstens kannte ich ja alles schon vom vorigen Jahr und zweitens konnte ich den schnellen Worten des Abfertigers sowieso kaum folgen.

Während der Wartezeit bevor wir an Bord gehen konnten, arbeiteten wir einen Schlachtplan aus, um für die Ausfahrt aus der Kieler Förde noch Plätze in der Observation Lounge zu ergattern. Endlich ging es, unter den Klängen klassischer Musik, live gespielt von einem Kammerorchester, an Bord. Die Drei, die auserkoren waren, Plätze zu reservieren, machten sich unter der Führung von Bernd und von Gepäck befreit mit schnellen Schritten auf den Weg. Die anderen beiden Mitreisenden gingen mit mir zu den Kabinen, um dort Gepäck und Jacken zu deponieren.

In der Observation Lounge auf Deck 15, noch 2 Decks über der Kommandobrücke des Schiffes, stiessen wir zu den anderen. Wir studierten die Cocktailkarte und bestellten die Drinks, die uns auf diesen kleinen Ausflug nach Oslo einstimmen sollten.


Die Kieler Förde zeigte sich in einem dunstigen Novembergrau. Der Schiffsverkehr war auch nicht richtig interessant. Deshalb zeigten wir nach etwas mehr als einer Stunde Fahrt unseren vier Mitreisenden das Schiff und bummelten über die Magic Promenade mit den Geschäften, Bars und Restaurants.

Gegen 18.00 Uhr fanden wir uns beim Grand Buffet ein um das Abendessen einzunehmen. Wir wurden zu unserem Tisch geleitet, wo uns ein sympathischer Steward die Getränke servierte. Das Buffet ist sehr sehr umfangreich und besteht aus einer grossen Auswahl kalter und warmer Speisen. Da ich zu Hause keinen Fisch zubereiten darf (Bernd isst keinen Fisch ausser Klotzfisch), hielt ich mich an die Fischgerichte. Ausserdem habe ich bei Fisch das Gefühl – ob es stimmt oder nicht -, dass sie weniger kalorienreich sind als Fleischgerichte mit Sauce. Allerdings wurden die eingesparten Kalorien, so es denn welche gab, durch einen opulenten Dessertteller wieder ausgeglichen.

Um 21.00 Uhr wohnten wir der Show in der Magic Show Lounge bei, einem Theater, dass uns auf unserem Tripp im vergangenen Jahr schon fasziniert hatte. Dort wurde eine etwa 1-stündige Gesangs- und Tanzshow aufgeführt. Junge talentierte Künstler präsentierten einen kleinen Querschnitt aus Evergreens der Popmusik, u.a. von Micheal Jackson und Dolly Parton. Und auf einer Norwegischen Fähre durfte der Siegertitel des diesjährigen Eurovision Song Contest, der von Norwegen gewonnen wurde, nicht fehlen. Standing ovations am Ende der Show zeugten von der Qualität der Künstler. Man darf nicht vergessen: Das ganze fand auf einer Fähre statt und nicht in einem Showtheater in irgendeiner Stadt.

Nach der Show mussten wir uns nochmal den rauhen Wind der Ostsee um die Nase wehen lassen. Dick eingepackt standen wir an Deck, auf dem wir uns wegen des Fahrtwindes und des Windes aus nördlicher Richtung kaum auf den Beinen halten konnten. Ein Blick über die Reeling liess uns den Atem stocken weil die Kraft des Windes das Atmen unmöglich machte.

2. Tag (Montag)


Am Montagmorgen trafen wir uns um 08.00 Uhr zum reichhaltigen Frühstück. Danach beobachten wir von Deck aus die Passage durch das letzte Ende des Oslofjords. Zwei nette junge Männer standen plötzlich neben uns. Ein abschätzender Blick beiderseits – und uns sowie den Beiden wurde schnell klar, wen wir da jeweils vor uns hatten.

In Oslo wollten Frank und Heinz zum Schloss. Ich wollte in ein Geschäft an der Aker Brygge, um dort eine kleine Weihnachtsdeko zu kaufen. Astrid und Holger schlossen sich uns an.


Die Aker Brygge ist vergleichbar mit der Hafencity in Hamburg, nur irgendwie schöner – jedenfalls ist das unserer Eindruck. Eine Vielzahl von Restaurants und Geschäften reihen sich aneinder. Es gibt viele Büros sowie Wohnungen mit Blick auf den Oslofjord. Während Astrid sich in einem Geschäft für Damenoberbekleidung umschaute, warten wir Männer brav davor. Holgers Blick fiel auf ein Hinweisschild „Kontorren“. Holger als Kuchenfan las daraus „Konditor“. Leider gibt es in einem trockenen Büroraum keinen Kuchen. Schade!

Wir suchten nach dem Geschäft, in dem ich voriges Jahr zwei kleine Weihnachsbäume aus Glas gekauft hatte. Weihnachtsdeko war da aber noch nicht angesagt. Nun gut, Geld gespart. Nach einem kleinen Rundgang durch die nähere Umgebung machten Bernd und ich uns auf den Rückweg zum Schiff während Astrid und Holger ihre Bummeltour fortsetzten.


An Bord machten Bernd und ich es uns in der Magic Lounge bequem. Bald darauf erschienen auch Astrid und Holger. Nachdem Astrid ihr Schollenfilet und den Lumumba vertilgt hatte und Holger seine heisse Schokolade, fühlten sich die Beiden von Bernds und meiner Anwesenheit stark gelangweilt und fielen in einen tiefen Schlaf.

Der Oslofjord lag unter grauem Dunst. Die Ausfahrt Richtung Heimat war deswegen eher uninteressant. Wir entschlossen uns deshalb, uns im Café Oriental mit Kaffee und Kuchen (endlich) ein wenig aufzumuntern. Von unserem Platz hatten wir einen guten Blick auf promenierenden Passagiere auf der Magic Promenade.


Ein paar Schritte weiter, im Pub „The Monkey“, trafen wir Frank und Heinz beim Bier. Bernd und ich setzten uns dazu. Und tranken auch Bier. Und noch mehr Bier und nochmehr und nochmehr. Es war recht gemütlich dort. Ein Keyborder machte zusammen mit einem farbigen Gitarristen, der dazu auch noch sang, Musik. In einer Pause wurde uns auf der „Brücke“ über der Promande ein Auschnitt aus der heutigen Show im Theater gezeigt. Auf dem Programm stand eine Musicalshow, etwas für die beiden Musicalfans unter uns, nämlich Bernd und mich.

Gespannt fanden wir uns zur Show im Theater ein. Die junge Truppe vom Abend vorher stand auf der Bühne und präsentierte u.a. Songs aus den Musicals „Mary Poppins“, „Mamma Mia“ und „Bombay Dreams“. „Mamma Mia“ ist uns ja aus der Zeit, in der das Musical in Hamburg aufgeführt wurde, gut bekannt. Die Songs wurden choreografisch toll auf der kleinen Bühne des Theaters umgesetzt. Eine wirklich gute Leistung. „Bombay Dreams“ haben Bernd und ich vor fünf Jahren in London gesehen. Auf einer Fähre zwischen Oslo und Kiel gab es nun ein Wiederhören mit ein paar Songs aus diesem Musical, ebenfalls von einer tollen Choreografie begleitet und mit tollen Kostümen ausgestattet. Es ist wirklich erstaunlich, was die Reederei Color Line für ihre Gäste auf die Beine stellt. Nach der Aufführung sprachen wir eine Managerin an und berichteten ihr von unseren sehr positiven Eindrücken. Sie wollte das gern an die Künstler weitergeben. Die Dame führte uns zu einem Platz auf der Magic Promenade, wo uns zwischen Kleiderständern und anderen Auslagen noch eine kleine Tanzeinlage gezeigt wurde.


Nach dem heutigen Abendessen trafen wir die beiden Jungs, die wir vormittags an Deck entdeckt hatten. Wir fragten sie, ob sie Lust auf einen kleinen Plausch hätten. Sie hatten – und gaymeinsam mit Frank und Heinz brachte uns der Lift zur Observation Lounge auf Deck 15, wo wir noch eine Weile zusammensassen und uns unterhielten, soweit das bei der lauten Musik möglich war.

3. Tag (Dienstag)
Nach dem gemeinsamen Frühstück widmete sich unsere kleine Reisegruppe verschiedenen Aktivitäten wie z.B. Kofferpacken, letzte Einkäufe erledigen, an Deck gehen und gucken. Leider regnete es. Deshalb war das Gucken nicht gerade ein Vergnügen. Unsere Reisebekanntschaft trafen wir auf dem Weg zum zollfreien Einkauf in der Parfümerie.


Nachdem das Schiff die Werft HDW passiert hatte, in deren Trockendock eine Megayacht in Bau war, legte die Color Magic am Norwegenkai in Kiel an. Ein netter kleiner Tripp mit netten Menschen war leider zu Ende. An der Gangway verabschiedete die Managerin, mit der wir am Abend vorher über die Show gesprochen hatten, die aussteigenden Passagiere. Sie erkannte uns und erzählte schnell, dass sie den Künstlern von uns berichet hat und dass diese sehr stolz waren, so ein positives Feedback bekommen zu haben.

Und wie schon im vorigen Jahr sage ich: Es besteht Wiederholungsgefahr! – und wenn Bernd und ich das allein machen.

Oslo wird auf dieser Fahrt zur Nebensache degradiert. Das Ziel ist die „Color Magic“, der Weg.

14 Gedanken zu „Color Magic mit Freunden

  1. Manfred

    Hallo!
    Ich bin mit einem Kumpel letzten Dienstag von Kiel nach Oslo mit Color Fantasy gefahren. Wir sind aber an Bord geblieben, da es saukalt war.
    Aber, wie gesagt: Nebensache ist Oslo! Und der Trip wird wiederholt!

    Bin auf Eure Seite durch google und die Katamaran-Tour nach Helgoland gestolpert. Das möchte ich auch noch machen!
    Gruss aus dem Rheinland!
    Manfred

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  2. Manfred

    Nun, wir sind auf dem Schiff hin und her gelaufen, von oben nach unten. Haben “Window-Shopping” gemacht und ein bischen fotografiert.
    Am 08.09.2010 mache ich die Tour wieder. Diesmal alleine!

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  3. Hans-Georg

    Hi Manfred.
    Nächstes Mal allein? Hat der Kumpel keine Zeit?
    Wir überlegen noch, ob wir dieses Jahr die Tour machen. Es gibt so vieles, was ich gern erneuern möchte. Wenn, dann wird es eh wieder im November, wenn nicht gar Dezember.

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  4. Norwegenurlauber

    Danke für diesen schönen Reisebericht! Ich werde demnächst mit meinem Freund ebenfalls eine Minikreuzfahrt mit der Color Magic machen. Bin schon ganz aufgeregt. Hoffentlich werde ich nicht seekrank! 😉

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  5. Manfred

    @HAns-Georg:
    Ja der Kumpel hat seinen Jahresurlaub schon ganz verplant und erst wieder im November frei.
    Ausserdem bin ich eh alleine und da kann man auch mal Aufpreis für “Einzel-Zelle” zahlen! grins

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  6. Manfred

    Ja, als ich das Foto sah, dachte ich mir, das es die Schiffs-Tour als Geschenk gab!
    Auch von mir nachträglich alles Liebe für Deinen Kerl!

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  7. Manfred

    Die Tour vom 08.09. bis 10.09.2010 war sehr schön! Zwar lag die Kabine direkt über der “Showbühne” und die Bässe der Musik dröhnten bis 23.00 Uhr, aber dafür war der Rest ein Erlebnis. Oslo ist schön. Werde wohl mal einen Wochenendtrip per Flugzeug dorthin machen!

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  8. Hans-Georg

    Hallo Manfred.
    Ich denke, dass September wohl die spätestte Zeit ist, um nach Oslo zu reisen – wenn man wegen Oslo hinfährt.
    Für uns sind es jetzt noch weniger als 3 Monate bis zur Abreise.

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