Wunschtraum

Dass wir Schwule toleriert und akzeptiert werden, liegt wohl noch in sehr weiter Ferne, besonders in Ländern, die sich erst sehr langsam öffen und in denen ein grosser Teil der Bevölkerung sehr konservativ und kirchlich ist, wie z.B. Russland.

Der Eurovision Song Contest (ESC) hat sich im Lauf der Jahre zu einer Veranstaltung entwickelt, die besonders von Schwulen sehr gern gesehen wird – warum auch immer sich das so entwickelt hat. Wie bekannt, hat im vorigen Jahr Dima Bilan aus Russland den ersten Platz belegt und damit wurde Moskau als russische Hauptstadt automatisch der Veranstaltungsort für den diesjähren Wettbewerb. Bereits im Vorfeld dieser Veranstaltung kam es zu Gerüchten, dass Schwule und Lesben den Tag der Veranstaltung nutzen könnten, auf ihre Lage aufmerksam zu machen. Der Moskauer Bürgermeister hatte dann auch schon entsprechende Warnungen ausgesproche, dass so eine Veranstaltung nicht gedultet werden würde.

Meine persönliche Hochachtung gilt denjenigen, die sich trotz der Warnung des Bürgermeisters entschlossen, diese in den Wind zu schlagen und sich zu einer friedlichen Demo zusammenzufinden. Es kam wie es kommen musste, die Demonstranten wurden durch eine Antiterroreinheit festgenommen.

Ich hätte mir gewünscht, dass die aktiven Teilnehmer am ESC mal ihren Mund aufgemacht hätten und ein paar Worte zu diesem Eklat gesagt hätten. Aber hier hat wohl der Kommerz gesiegt und nicht die Moral. Ausserdem könnte man sich vorstellen, dass die russischen Aufnahmeleiter solchenfalls den Ton unterbrochen hätten.

Auch Dita von Teese wurde meines Erachtens zensiert. So wie ich den der Deutschen Teilnehmer in Erinnerung habe, wurde sie geschickt durch die Kameraführung in den Hintergrund gedrängt, nachdem sie sich so weit wie möglich entblättert hatte bis sie nur noch ihre Korsage anhatte. Die Verantworlichen haben wohl befürchtet, dass sie sich noch mehr entblössen könnte.

Aber auch bei uns in Deutschland liegt noch vieles im Argen bei der Akzeptanz von Schwulen und Lesben. Eine Bloggering bzw. Exbloggerin hat sich mittels ihrer Kommentare bei Frau Momo in ein sehr schlechtes Licht gesetzt, nachzulesen hier und hier.

3 Gedanken zu „Wunschtraum

  1. Frau Momo

    Ich hätte mir auch gewünscht, das da mal jemand die Zähne auseinanderbekommt. Und das ein Beitrag über die Demo selbst hier so ein schwulenfeindliches Echo bekommt, hat selbst mich etwas überrascht.
    Na hoffen wir mal, das die “Dame” jetzt nicht auch noch über Dich herfällt.

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  2. Frau Momo

    Einen Satz noch. Es geht zwar auch um Toleranz, aber ich glaube, es geht vor allem darum, Lebensformen nicht nur zu tolerieren, sondern sie auch zu respektieren und das ist für mich keine Wortklauberei.
    Erst wenn ich einem Menschen Respekt entgegenbringe und zwar mit allem, was ihn ausmacht, kann ich ihm auf Augenhöhe begegnen.

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  3. Hans-Georg

    Frau Momo, es gibt Menschen, die sind so verknöchert, die kennen weder Toleranz noch Respekt.
    Und wenn die Dame hier aufschlagen sollte, weiss ich mich zu wehren – so wie du dich ja auch gewehrt hast.

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