Pfingsten wie in der Bibel

Da wird man so alt, aber die eigentliche, die kirchliche Bedeutung von Pfingsten hab ich erst heute erfahren. Ich muss zugeben, dass ich sie auch nie hinterfragt habe:

Der Name dieses kirchlichen Hochfestes leitet sich vom griechischen Wort „pentecoste“ ab, was „der Fünfzigste“ bedeutet. Gemeint ist der 50. Tag nach Ostern, denn nach der Apostelgeschichte (Apg 2,1 – 13) hatten sich die Apostel am 50. Tag nach Ostern versammelt, als sich vom Himmel ein Brausen erhob, wie von einem Sturm herrührend und Zungen wie von Feuer erschienen und sich auf die Versammelten niederließen: „Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab“.
Das Pfingstfest gilt daher als das Fest des Heiligen Geistes. Nach der Himmelfahrt Christi hat Gott seinen Geist gesandt, damit er bei den Menschen wirkt und die Botschaft von Tod und Auferstehung Christi lebendig hält. Aus diesem Grund wird der Heilige Geist oft als Feuerzunge dargestellt, aber auch als Taube, was auf eine Stelle im Matthäusevangelium zurückgeht (Mt 3,16).

Das Pfingstfest gilt aber auch als Geburtsstunde der Kirche. Durch die Kraft des Heiligen Geistes beginnen die Apostel, von Jesu Wirken zu erzählen und damit die Menschen zu bekehren. Sie reden in allen möglichen Sprachen, denn die Frohe Botschaft richtet sich an alle Menschen. Diese Botschaft weiterzugeben, ist Auftrag der Kirche.

Pfingstbräuche mit kirchlichem Bezug gibt es kaum mehr. Noch im vergangenen Jahrhundert wurde eine lebendige Taube oder eine Holztaube aus dem so genannten „Heilig-Geist-Loch“ in der Decke des Chorraumes in das Kirchenschiff herabgelassen. Keinen christlichen Ursprung hat dagegen der Pfingstochse. Er geht wahrscheinlich auf heidnische Opferriten zurück. Allerdings gilt in einigen Gegenden dasjenige Kind als Pfingstochse, das die Kirche nach dem Pfingstgottesdienst als letztes verlässt. Eine gewaltige Rangelei nach dem Schlusssegen ist also vorprogrammiert.

Sturm und Feuerzungen hatten wir heute, nur meine Sprachkenntnisse haben sich nicht verbessert. Interessant die Bedeutung des Pfingstochsen. Ich kann mir die Rangelei in der Kirche lebhaft vorstellen.

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