Kapitän und schwul?


Büsst ein Kapitän seine Autorität ein wenn er schwul ist? Nein, dem ist nicht so. Thomas Lindegaard Madsen ist Kapitän eines Containerschiffes der Reederei Maersk Line, der weltgrössten Containerschiffsreederei mit dem Stammsitz in Kopenhagen. Die hellblau angestrichenen Schiffe sind weltweit zu finden.

Captain Thomas fährt schon seit 10 Jahren als Kapitän bei Maersk und ist derzeit Stammkapitän der „Venta Maersk“, die zwischen Südengland und verschiedenen Ostseehäfen pendelt. An Bord befindet sich derzeit ein „Rainbow Container“, wie auch auf einigen anderen Schiffen der Maersk Line. Die crew der „Venta Maersk hat“ kein Problem damit, sich stolz vor dem Regenbogencontainer zu präsentieren.

Selbstverständlich führt die Venta Maersk auch die Regenbogenflagge am Mast.

Die Maersk Line wirbt schon seit mehreren Jahren für Toleranz und Akzeptanz für die LGBT-Community. Und was ist in dem Container drin? Ich zitiere: „Signatures from Maersk employees and costumers from all over the World, full of hope, love and tolerance!“

Seit 2012 ist Captain Thomas mit seinem Mann Morten verheiratet.

4 Gedanken zu „Kapitän und schwul?

  1. Ralf

    Büßt der Kapitän seine Autorität ein, wenn er schwul ist? Diese Frage betrifft alle Vorgesetztenposten und Leitungsfunktionen und wurde besonders im militärischen Bereich stets mit „ja“ beantwortet, so dass Schwule nicht Offiziere werden durften, was gerade erst (2021!) als Grundrechtsverletzung anerkannt und mit einem Gesetz zur -nicht mehr als symbolischen- Entschädigung zu bereinigen versucht wurde. Dabei weiß doch jeder, dass verweichlichte Tunten nicht zum Feldherrn taugen, man denke nur an Alexander d.Gr. oder Prinz Eugen oder Feldmarschall Montgomery…

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    1. Hans-Georg

      Als Kapitän hat man eine besondere Verantwortung, die Vorgesetzte in einem Landjob nicht haben. Ein Schiff ist eine weitgehenst selbstständige Einheit auf der der Kapitän für das Wohlbefinden der Crew verantwortlich ist, ohne jemals die Autorität aus der Hand zu geben. Dazu kommt, dass die Crew in vielen Fällen aus unterschiedlichen Nationen kommt, in denen Schwulenhass noch immer an der Tagesordnung ist.

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  2. Frau Momo

    Mein erster Gedanke war, frei nach Loriot, da regt mich ja die Frage schon auf, aber leider ist es wohl so, das sowas nicht selbstverständlich ist. In meinem Verein war es auch nicht immer leicht für Schwule und ist es in manchen Bundesländern bis heute nicht. In Sachsen dürfen sie zwar Pfarrer werden, aber nicht als Paar im Pfarrhaus wohnen. Mein Chef ist auch schwul, ich weiß nicht, wie schwer er es früher hatte. Inzwischen ist es zumindest in Nordkirche kein Problem mehr, wobei ich nicht wissen möchte, wie das so auf manchen Dörfern ist…

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    1. Hans-Georg

      In Salderatzen, ein Dorf im Wendland, hat ein schwules Paar vor etwa 20 Jahren ein altes Herrenhaus saniert und zu einem Hotel umgebaut. Die beiden Männer sind von Anfang an von den Dorfbewohnern akzeptiert worden. Es gibt aber sicher auch andere Dörfer.

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