Archiv der Kategorie: persönlich

Über Schule, ein Kloster und Intimszenen

Mein Mann und ich fahren mit einem Bus durch eine Stadt. Beiläufig erzählt er mir, er hätte noch gar nicht für die neue Schule gelernt. Ich habe den Eindruck, dass er es auch zukünftig gar nicht will.

Rechts der Straße erscheint ein großes Gebäude. Die Front ist weiß verputzt, die Fenster und das große Eingangstor sind mit roten Steinen umrandet. Sie sind mit grünen Fensterläden verschlossen, das Tor mit einem grünen Holztor. Mein Mann meint, er hätte das gleich als einen Italienischen Stil erkannt. Es würde sich um ein Kloster handeln, in welchem es als einzigen kirchlichen Gebäude der Welt erlaubt sei, Intimszenen zu drehen.

Dann bin ich aufgewacht, ganz dicht an meinen Mann gekuschelt, mein rechter Arm lag auf seiner Brust.

Muttertag fällt aus

Dienstags ist immer Muttertag, will sagen: Ich fahre nach Lübeck um meine Mutter im Seniorenheim zu besuchen. Das lass ich heute lieber bleiben, denn mein Mann und ich sind leicht durchfällig. Und wir wollen ja nicht, dass ich eine Dame, die im Rollstuhl sitzt, anstecke und damit die ganze Abteilung in Quarantäne versetze.

Uns geht es zwar gut. Die letzten beiden kleinen Anfälle sind nun auch schon ein paar Stunden her. Aber besser ist besser. Und abgesehen von der eventuellen Ansteckungsgefahr möchte ich mit unserem Wagen nicht unterwegs irgendwo anhalten müssen und aus dem Auto stürzen, um mich dann im Straßengraben zu erleichtern.

Erinnerungen

Um mich meiner Vorfahren zu erinnern, muss ich nicht zum Friedhof pilgern, um auf deren Grab Blümchen abzulegen, die nach ein paar Tagen vertrocknet oder verfroren sind oder von den Karnickeln gefressen wurden oder um hässliche Gestecke abzulegen und Trauer zu heucheln. Erinnerungen an meine Altvorderen habe ich im Kopf, Erinnerungen aus deren Leben, die hin und wieder durch kleine Anstöße irgendwelcher Art zum Leben erweckt werden, so geschehen heute, Weiterlesen

2017 – ein Jahresrückblick III

Noch 16 Stunden – und auch das Jahr 2017 ist Geschichte. Am 1. Januar fängt man bei Null wieder an, besonders in den Firmen. Ich habe die ersten Tage des neuen Jahres immer gehasst. Ich kann nicht mal sagen, woran das gelegen hat. Aber so ist das nun mal: 1 Jahr hat 12 Monate und wenn die abgelaufen sind, fängt ein neues Jahr an. Irgendwelche Ereignisse, sei es welche persönlicher Art oder politscher, Katastrofen – alles wird am Ende einem bestimmten Jahr zugeordnet. Hier nun das 3. Drittel meines ganz persönlichen Jahresrückblicks: Weiterlesen

2017 – ein Jahresrückblick II

Auch im 2. Drittel das Jahres gab es tatsächlich ein paar Dinge, die mir entfallen waren, die ich aber persönlich als bemerkenswert erachte. Wenn mich jemand ansprechen würde, was denn im Mai so war, wüsste ich vermutlich nicht, was ich antworten sollte, bis auf das traditionelle Spargelessen vielleicht. Wozu ein Weblog doch gut ist. Weiterlesen

2017 – ein Jahresrückblick I

Ein persönlicher Jahresrückblick 2017, lohnt sich das überhaupt? Da war doch gar nichts. So dachte ich, als ich über einen Jahresrückblick nachdachte. Und dann begann ich damit, dass Blogarchiv Monat für Monat durchzuforsten. Und siehe da, es waren doch ein paar bemerkenswerte Dinge, an die ich schon gar nicht mehr gedacht hatte. Und ich kam zu der Erkenntnis: Ein Jahresrückblick würde sich lohnen. Weiterlesen

Badewanne statt Backblech

Vor ein paar Tagen habe ich ja noch getönt, dass ich nun ganz tolles Weihnachtsgebäck herstellen werde. Aber statt mich mit den notwendigen Zutaten einzudecken blieb ich gestern lieber zu Hause. Mich hat mal wieder eine Bronchitis erwischt. Mit meinen Hausmittelchen versuche ich, ihrer Herr zu werden. Die Hauptsache, ich kann nachts schlafen und störe Bernd nicht mit meinem Gebell, der muss schließlich arbeiten.

Als wir vor mehr als 10 Jahren das Elbe-Penthouse planten, war ein absolutes Muss – neudeutsch must – eine Badewanne. Da wir auf ein Gäste-WC verzichtet haben, konnte eine geräumige Duschkabine und eine Badewanne eingebaut werden. So eine Wanne hat ja einen ganz ungeheuren Entspannungsfaktor, besonders wenn einem etwas kühl ist. Bei Erkältungen kommt ein Badezusatz „Erkältungsbad“ ins Badewasser. Ein Fläschchen Japanisches Heilplfanzenöl stell ich mir auf den Rand. Wenn ich in der mit sehr warmen Wasser gefüllte Wannen liege und sich der erste Schaum vom Badezusatz aufgelöst hat, kommen ein paar Tropfen des Öls auf die Wasseroberfläche. Ein paar tiefe Atemzüge später spüre ich die befreiende Wirkung. Ein Hoch auf die Badewanne!

Das Backbleck ist dann vielleicht in der 2. Wochenhälfte dran. Man soll ja auch nicht backen, wenn es einem nicht gut geht. Erstens sind das ungewohnte Arbeiten, die den Körper anstrengen. Und zweitens könnte es passieren, dass das Backgut nicht gelingt. Das Eigelb gerinnt, der Teig klumpt, es gibt viele Szenarien, die ich mir lieber gar nicht ausmalen möchte. Nein, wenn man sich nicht wohlfühlt, soll man die Finger davon lassen. Das hat schon meine Oma gesagt wenn der Kuchen mislungen war: Hach, mir ging es gestern gar nicht gut, hat wohl daran gelegen.

Aufgebot bestellt

Heute haben wir das Aufgebot für unsere Hochzeit bestellt. Früher nannte man das ja wohl so. Da wurde jedes Paar, welches heiraten wollte, „in den Kasten gehängt“, d.h. jede Hochzeit war irgendwie öffentlich weil man dagegen Einspruch erheben konnte. Ich glaube damals, als ich das erste Mal geheiratet habe, war das noch so, 1973 war das.
Geheiratet haben Bernd und ich ja schon vor 3 Jahren. Offiziell hieß das Verpartnerung, ein Wort, welches ich immer gehasst habe. Wir haben geheiratet und hatten auch zu unser Hochzeit eingeladen. Basta. Die „Verpartnerung“ behinhaltete schon alle steuerlichen und erbrechtlichen Vorteile einer Ehe. Es war den „Verpartnerten“ allerdings untersagt, gemeinsam Kinder zu adoptieren. Seit dem 1. Oktober diesen Jahres können 2 Männer oder 2 Frauen ganz offiziell heiraten. Quasi in einer Nacht- und Nebelaktion kam es im Bundestag zu einer namentlichen Abstimmung, die das blöde Drumrumgerede nun endlich den Garaus gemacht hat.

Die „Verpartnerung“ kann nun in eine Ehe umgewandelt werden. Das haben wir heute beantragt. Am 17. November, also in 4 Wochen, werden wir hochoffziell heiraten, auch wenn Bernd und ich die kleine Zeremmonie ganz allein durchziehen werden. Wir werden nicht nochmal die Ringe tauschen. Aber eine kleine Ansprache seitens der Standesbeamtin und die Frage nach dem „ja“ werden sich nicht umgehen lassen.

Was gestern war

In einer frühen Wachphase heute morgen fiel es mir wir Schuppen aus den Haaren von den Augen: Gestern war unser 3. Hochzeitstag. Wir beide haben überhaupt nicht dran gedacht. Aber immerhin haben wir gestern Abend nach dem Abendessen einen neuen Obstbrand probiert, also unbewusst doch einen kleinen Schluck auf unseren Hochzeitstag genommen.