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Feiertag?

Ja klar, heute am 3. Oktober ist ein Feierttag, ein Feiertag, den es nur in Deutschland gibt. Nirgendwo sonst in Europa ist heute ein Feiertag. Also wird rund um uns herum gearbeitet. Wenn man einen Job hat, in dem man eher international tätig ist – unsere Schiffe fahren eben nicht nur zwischen Deutschen Nord- und Osteseehäfen hin und her – kann man sich eben an so einem Tag nicht entspannt zurücklegen.

Anrufe kommen auf dem Handy und in Intervallen logge ich mich auf dem Firmenrechner ein. Dinge müssen umdisponiert werden weil etwas anders läuft als es geplant war. Wobei in der Schifffahrt immer irgendwas anders läuft als es geplant war. Nur an normalen Arbeistagen sitzt man im Büro und regelt das dann.

Früher, als es z.B. noch den 17. Juni und den Buß- und Bettag als Feiertag gab, haben wir uns stundenweise im Büro abgelöst. Dank der modernen Technik lassen sich viele Dinge auch von zu Haus regeln.

Abhängig

An normalen Tagen kommen übernacht für meine Abteilung so ca. 30 Emails rein, heute morgen waren es nur 5. Und das konnte absolut nicht sein. Meine erste Idee: Unser Hauptrechner klemmt mal wieder. Also wurde der runtergefahren und dann neu gestartet. Danach kamen noch 2 Emails mehr, aber immer noch zu wenig. Ich machte nochmal einen Neustart, ich nahm das Modem vom Stromnetz – nichts! Ich schickte an meine private Adresse eine Email, die kam zurück. Ich schickte von meiner privaten Adresse an die Firma eine Email, die kam auch zurück.

Ein Anruf bei unserem Admin bestätigte, dass das Problem nicht bei unserer Technik liegen könnte sondern bei unserem Provider. Ein Kollege rief da an und wir bekamen die Bestätigung, dass es ein Problem mit einigen Emailservern gäbe.

Im Laufe des Vormittags beruhigte sich die Situation wieder. Nach und nach wurde der Emailverkehr normal.

Der Vorfall hat uns mal wieder vor Augen geführt, dass die Welt sehr sehr abhängig ist von diesem System.

Bei uns sieht das so aus: Wir bekommen morgens keine Schiffspositionen und können demzufolge die Hafenagenten nicht über die Schiffsankünfte unterrichten. Gerade an einem Freitag ist das sehr wichtig wegen des bevorstehenden Wochenendes.

Die Kapitäne senden zwar die Position auch direkt an die Hafenagenten, doch wenn wir selbst sozusagen im Dunkeln stehen, sind wir schon sehr verunsichert.

Gestern so – heute so

Es ist schon toll, wenn man nach 2 Urlaubstagen in der Vorwache am Montag in die Firma kommt und die Kollegin dann eine SMS schickt, dass sie zum Arzt müsse – also das ist jetzt kein Vorwurf, dass die Kollegin zum Artz geht, ganz sicher nicht. Das kann jedem passieren.

Aber: Während 2er Urlaubstage und dem folgenden Wochenende dreht sich das Karussel weiter. Und man steht dann erstmal da und muss sehen, wo sich unsere Schäflein, sprich Schiffe befinden.

Um einen besseren Überblick zu bekommen und um ja nichts zu übersehen, habe ich erstmal alle Mails seit Freitagnachmittag ausgedruckt und nach Prioritäten sortiert damit ich alles entsprechend weiterbearbeiten kann. Doch damit ist es ja nicht getan. Das Karussel dreht sich weiter und weiter und es trudeln immer mehr Mails herein, d.h. dann: erstmal drucken.

Irgendwann am frühen Nachmittag war ich so weit, dass alles auf dem neuesten Stand war und ich Dinge erledigen konnte, die auf der Prioritätenliste weiter unten standen. Der gestrige Montag war also gut mit Arbeit ausgefüllt und ich war froh, als ich endlich Feierabend hatte.

Und heute? Heute war nicht halb so viel zu tun!
That’s Shipping!

Halbe Brücke

Bekanntlich läuft die Schifffahrt 24 Stunden am Tag und 7 Tage in der Woche. In einigen Häfen wird rund um die Uhr gearbeitet, auch am Wochenende. In den Büros gibt es aber Feier- und Brückentage. Und nicht überall in Europa sind Feiertage gleichgeschaltet.

Heute ist z.B. in Holland ein Feiertag. Königinengeburtstag wird heute gefeiert, obwohl, die hat an einem ganz anderen Tag Geburtstag. Am 1. Mai wird in Holland gearbeitet.

Viele Büros schalten heute einen Gang zurück weshalb ziemlich wenig los sein wird bei uns. Es wurde deshalb entschieden, dass wir uns den Brückentag teilen. Ich muss erst heute Mittag in die Firma und kann gleich mit Bernd erstmal frühstücken. Der hat heute seinen freien Tag, oder Stundenausgleich. Er musste nämlich gestern, am verkaufsoffenen Sonntag, arbeiten.

Wenn im täglichen Geschäftsbetrieb auf den Schiffen nichts unvorhergesehens passiert, rechne ich nicht damit, dass ich bis zum üblichen Geschäftsschluss bleiben muss. Aber das Schifffahrtsgeschäft ist unvorhersehbar.

Tod auf See

Heute ereilte uns die Meldung, dass einer unser Kapitäne an Bord seines Schiffes auf See gestorben ist. Ein Notarzt war noch mit einem Helikopter an Bord abgesetzt worden, aber es war bereits zu spät. Er war in der Dusche zusammengebrochen. Die Todesursache ist uns bislang unbekannt. Vielleicht ein Herzfinfarkt mit 40 Jahren?!

Es gibt Kapitäne, mit denen man fast täglich Kontakt hat. Einige findet man sympathisch, andere weniger und zu wieder anderen Kapitänen findet man überhaupt gar keinen Zugang. Mit diesem Kapitän hatten wir relativ wenig Kontakt, aber er gehörte zu den netten.

Egal wen das Schicksal ereilt – ein Tod auf See geht uns immer besonders nahe. Landratten können das vielleicht nicht verstehen. Aber wir hier im Büro haben alle ein besonderes Verhältnis zur See. Die See ist irgendwie mehr als ein Element, auf dem Schiffe von A nach B fahren. Und selbst zu Schiffen haben wir ein ganz besonderes Verhältnis. Eigentlich sind Schiffe ja nur Material, welches Frachten transportiert. Wenn aber mal eins verkauft wird, sind wir traurig, dass es weg ist.

Besatzung, Schiff und Wasser – etwas, das vorhanden ist, untrennbar miteinander verbunden, eigenen Regeln unterworfen – und irgendwie nicht direkt greifbar, ja, geradezu mystisch.

Wieder im Dienst

Nach acht Wochen krankheitsbedingter Abwesenheit war heute mein 1. Arbeitstag. Der Termin war – eher zufällig – gut gewählt. Erstens hat diese Woche nur 4 Arbeitstage und zweitens war recht wenig los – also ein guter Einstieg. Die von meinem Arzt und von der begleitenden Ärztin der Reha angebotene Möglichkeit, einer Wiedereingliederung, die ich dankend abglehent hatte, ist also auch nicht notwendig.

Rumgammeln

Und das am Schreibtisch! Warum? Weil hier im Norden kein Feiertag ist. Und durch den Feiertag in anderen Bundesändern und teilweise im Ausland liegt der Handel, der die Schifffahrtstätigkeit beeinflusst, weitgehend brach. Immerhin befindet sich ein Grossteil der Deutschen Industrie in den Bereichen, wo heute der Happy Kadaverday gefeiert wird, d.h. Rohstoffeinkäufe aus dem Ausland, die einen grossen Teil der Schifffahrtskativitäten ausmachen, werden heute nicht getätigt – und morgen wahrscheinlich auch nicht weil dann ja gebrückt wird.

Das, was wir heute gemacht haben, hätten wir auch leicht und locker von zu Hause machen können. Ich hasse diese Tage!

Dazu kommt, dass der Welthandel eh ziemlich flau ist und die Schifffahrt dadurch sowieso ziemlich am Boden liegt. Heute kommen also zwei Faktoren zusammen, die uns hier rumgammeln lassen.

Pfingstmontag …

… – so ein Tag, an dem es zwar nett ist, zu Hause sein zu können, aber so richtig frei habe ich nicht, ist doch dieser Tag nicht überall in Europa ein Feiertag. D.h., dass ich mich ab und zu in den Firmenrechner einlogge und nachschaue, ob mein Eingreifen notwendig ist und mein Handy durch die Wohnung schleppe damit ich keinen Anruf verpasse. Also so richtig entspannen kann ich an solchen Tagen nicht.

Nochmal


Heute hatte ich meinen ersten Arbeitstag nach drei Wochen Abwesenheit wegen Krankheit. Meine Kolleginnen und Kollegen mögen auch gern Kuchen. Als kleinen Ausgleich für meine Abwesenheit habe ich gestern nochmal Brownies gebacken.

Auf diesem Foto sind 370 Gramm Schokolade und 370 g Butter zu sehen, die im Wasserbad zu einer homogenen Masse zusammengerührt wurden. Allein vom Anschauen des Fotos nimmt man schon Kalorien auf.

Meine Kolleginnen und Kollegen waren begeistert von meinen Backkünsten. Ein Drittel Inhalt der Backform wurde heute schon verspeist!

Ostern im Sommer

Vorbei sind sie, die vier freien Tage. Wobei ich in meinem Job ja nie so hundertprozentig richtig frei habe. Da Karfreitag nicht in allen europäischen Ländern frei ist, ebenso wie der Ostermontag, habe ich mich mehrmals in den Firmenrechner einloggen müssen um zu kontrollieren, ob auch alles wie geplant abläuft. Es ist in meinem Job halt nicht möglich, die Arbeit immer ganz auszublenden. Aber ich will mich nicht beklagen solange ich von zu Hause arbeiten kann.

Vier freie Tage und das bei dem Wetter. Es war wie Sommer. Und wir haben die Tage genossen. Tagsüber haben wir viel auf der Terrasse sitzen können. Leider war der Ostwind abends dann zu frisch, um länger draussen sein zu können. Es ist eben doch noch kein Sommer. Egal – es war eine schöne Zeit.

Jetzt zwei Tage arbeiten, dann habe ich schon wieder vier Tage frei. Am Donnerstag fahren wir mit unseren Müttern hierhin, die Weihnachtsgeschenke einlösen.