Nach dem ESC 2013

Neid, Schuldzuweisungen, Politik, falsche Juryentscheidungen, gekaufte Stimmen – es gibt viele Gründe, warum einzelne Länder nicht gut abgeschnitten haben bzw. bereits in den Semis ausgeschieden sind. Dazu kommen nun auch noch Plagiatsvorwürfe zum Dänischen Siegertitel Only Teardrops. Und natürlich darf Homophobie nicht fehlen.

Apropo zum Thema ESC und schwul: An der privaten Veranstaltung, zu der wir eingeladen waren, nahmen etwa 20 Personen teil, Singles und Ehepaare, alles Heten – und zwei schwule Männer, nämlich mein Mann und ich! Da sag noch einer, dass der ESC eine Veranstaltung für Schwule sei! Wenn dem tatsächich so ist, dass etwa 10 % der Bevölkerung schwul sind, dann waren mein Mann und ich genau die Quotenschwulen auf der Party!

Schwanensee in Dresden

notenWir sind Freaks, denn wir fliegen schon mal zum Musical nach Stuttgart, wo wir uns dann sogar 2 Musicals an einem Tag anschauen. Oder wir fahren nach Dresden, um uns dort in der Semperoper das Ballett Schwanensee anzusehen.

Die Idee wurde geboren, nachdem wir in Hamburgischen Staatsoper vor etwa 2 Jahren “Illusionen wie Schwanensee” gesehen hatten. Das von John Neumeier inszenierte Ballett basiert auf dem Original, getanzt wird zur selben Musik von Pjotr Iljitsch Tschaikowski, aber die Handlung des Ballets wurde eingebettet in eine neue Handlung. Seinerzeit reifte in uns der Gedanke, Schwanensee im Original zu sehen. Und diese Möglichkeit eröffnete uns der Spielplan 2012/2013 der Semperoper in Dresden. Und da es in Dresden nette Menschen gibt, fragten wir sie, ob sie für uns eine Übernachtungsmöglichkeit haben und ob sie mit uns den Ballettabend geniessen wollten. Die Antwort fiel positiv aus. Da frühes Kommen gute Plätze sichert, wurden die vier Karten bereits im Juni vergangenen Jahres gebucht und so hatten wir das Glück, mittig in der 1. Reihe sitzen zu können.

Nach der langen ESC-Nacht hiess es für uns, Sonntagmorgen früh aufzustehen und nach Hamburg zu fahren, von wo uns die Bahn in 4-1/2 Stunden und ohne Verspätung nach Dresden brachte. Am Bahnhof wurden wir von Lutz und Tommy abgeholt. Um noch ein wenig den Tag geniessen zu können, fuhren wir direkt nach Kleinzschachwitz, wo wir bei herrlichem Sommerwetter – und mit Blick auf unser nächstes Ziel – auf der Terrasse des Fährhauses lecker speisten.

Nachdem wir gestärkt waren, überquerten wir die Elbe mit der Schlossfähre, um uns auf der anderen Elbseite das Schloss Pillnitz anzuschauen und im Schlossgarten zu lustwandeln. Aus Zeitgründen verzichteten wir auf eine Innenbesichtigung des Schlosses, schauten dieses nur von aussen an und lustwandelten bei strahlendblauem Himmel durch den Schlossgarten. An der Freitreppe zur Elbe liess ich es mir nicht nehmen, meine Hand in das Wasser zu tauchen – wie ich es an allen Gewässern mach, denen ich mich ganz bis ans Wasser nähern kann.

Auf der Heimfahrt zu unseren Gastgebern gab es noch einen kleinen Zwischenstop im Café Genuss bei eine Tasse Kaffee und hausgemachter Torte.

Nachdem wir uns alle fein gemacht hatten, ging es in die Altstadt zur Semperoper. Voller Vorfreude nahmen wir unsere Plätze in der ersten Reihe ein. Und wir wurden nicht enttäuscht. Ein tolles Bühnenbild, wunderbare Kostüme und eine phantastische Choreographie wurde uns präsentiert – einfach traumhaft! Für so eine Leistung lohnt es sich, nach Dresden zu reisen. Standing ovations beim Schlussbeifall – das sagt doch alles. Besonders beeindruckt waren wir von dem kleinen Spanier Jón Vallejo. Er verkörpte kraftvoll die Rolle des Benno von Sommerstein. Ich behaupte nach wie vor, dass das Ballett in Dresden besser ist, als das in Hamburg unter der Leitung des ach so hochgelobten John Neumeier.

Nach dem Frühstück am nächsten Morgen traten wir ganz entspannt die Heimreise nach Hamburg an. In Dresden und Berlin waren die Bahnsteige voll von Menschen, die ebenfalls ihren Pfingstausflug beenden wollten. Es zeigte sich einmal mehr, dass es sich in der 1. Klasse, deren Fahrpreis nur unwesentlich teurer ist, wesentlich angenehmer reisen lässt als in der 2. Klasse.

An unsere Gastgeber:
Herzlichen Dank für eure Gastfreundschaft. Und nochmal zum nachlesen: Eure Wohnung ist der Hammer!

Pillenschwemme

Seit etwa 2 Jahren werden mir leider immer wieder diverse Medikamente verschrieben, die ich glücklicherweise aber immer nur vorrübergehend nehmen musste. Inzwischen haben sich diverse Packungen mit Pillen angesammelt.

Da ist z.B. das Mittel, welches ich kürzlich nehmen sollte um meinen Magen gegen Nebenwirkungen eines anderen Medikaments zu schützen. Die Packung enthielt 50 (!) Tabletten. Eine sollte ich pro Tag nehmen solange ich das Hauptmittel gegen die Nervenentzündung genommen habe, und das war 10 Tage. Nun sind also noch 40 Tabletten übrig.

Die Packung des Hauptmittels enthielt ebenfalls 50 Tabletten, knapp 40 sind noch vorhanden. Das Gleiche gilt für ein paar andere Medikamente, u.a. Schmerzmittel (Bandscheiben- und Leistenbruch-OP), irgendwas gegen Verspannungen durch die Bronchitis, was weiss ich, was da noch im Schrank schlummert, möglich, dass da auch was doppelt vorhanden ist. Denn ich behalten die Namen der Medikamente nicht. Ich weiss nicht mal wie die Pillen heissen, die ich für bzw. gegen den Blutdruck nehmen muss.

Nun hat sich also eine Miniapotheke bei uns angesammelt. Was macht man damit? Aufbewahren für den Fall, dass ich die eine oder andere Medizin nochmal benötige? Aber wenn ich wegen akuter Beschwerden zum Arzt gehen müsste und er ein Rezept ausstellt, wüsste ich nicht, ob ich davon noch was habe oder nicht. Also hole ich wieder was aus der Apotheke, nehme das ein paar Tage und dann liegt wieder eine angebrochene Packung rum.

Ich denke mal, dass ich alles mal durchsortiere und was doppelt vorhanden ist bzw. was ich meine, nicht mehr zu benötigen, bei der Apotheke abgebe.

Grundsätzlich möchte ich aber mal sagen, dass Packungsgrössen von 50 Tabletten, die man nicht ständig nehmen muss, total unwirtschaftlich sind wenn nur 10 Stück – und selbst wenn es 20 Stück sind – davon benötigt werden. Und da wird immer von der Kostenexplosion um Gesundheitswesen geredet! Wenn abzusehen ist, dass ein Medikament voraussichtlich nur vorrübergehend eingenommen werden muss, sollten 20 Tabletten ausreichend sein. Der Arzt kann ja immer noch einen Nachschlag verordnen, wenn die Krankheit länger dauert. Vermutlich ist es aber so, dass die Pharmaindustrie gar keine kleinen Packungen verkaufen will. Sie verdient ja schliesslich an der Menge der verkauften “Drogen”. Ich persönlich glaube, dass die Pharmaindustrie den grössten Beschiss veranstaltet mit ihren Produkten. Denn nirgends sind Medikamente so teuer wie in Deutschland.

ESC – Finale

Am Tag 2 nach dem ESC in Malmö melde ich mich nun auch zu Wort nachdem ich in einigen Blogs schon über die Veranstaltung gelesen habe. Dabei habe ich festgestellt, dass die unterschiedlichsten Meinungen zu den diversen Beiträgen vorhanden sind. Der Musikgeschmack ist also ziemlich breit gestreut – und das ist auch gut so!

Dänemark hat also in diesem Jahr den Musikpreis gewonnen, den weltweit mehr als 100 Millionen Zuschauer verfolgen. Sogar in Australien gibt es eine Gruppe von Interessierten, die eine interne Abstimmung machen, so wie es auf vielen privaten ESC-Parties schon zur Tradition gehört.

Unser ESC-Abend war eingebettet in ein Spargelessen, und zwar im Neubau, in dessen Rohbau wir im Januar schon zur Eisparty gewesen sind. Es gab also für etwa 20 Leute Spargel, Holsteiner Katenschinken, Kartoffeln und wahlweise zerlassene Butter oder Sauce Hollandaise. Alles sehr sehr lecker. Kurz vor dem Beginn der Übertragung gab es im zukünftigen Carport eine kleine Tanzeinlage der Tochter des Hauses mit ihrer Freundin. Und dann ging es los.

Es ist ein wenig schwierig, im Nachhinein noch viel über den Abend aus Malmö zu schreiben. Doch ein paar Anmerkungen seien mir noch gestattet:

Für das Lied aus Dänemark habe ich per ESC-App abgestimmt. Genauso gut hätte ich auch für Aserbaidschan oder Rumänien anrufen können, doch die Nachbarn in Norden sind mir irgendwie lieber als die Osteuropäischen Länder. Also war das meinerseits eine politische Entscheidung. Warum sollte ich es anders machen als alle die, von denen Deutschland keine Punkte bekommen hat. Oder war es vielleicht der süsse Flötenspieler, der ausschlaggebend für meine Punktevergabe war? Ein wenig erinnert mich “Teardrops” an den Dänischen Siegertitel der Olsen Brothers im Jahr 2000, “Fly on the Wings of Love”. Beide Titel schweben so leicht daher.

Warum Ungarn so weit vorn gelandet ist, ist mir völlig unverständlich. Erstmal hasse ich diese unförmigen Strickmützen. Zweitens ist der Song total langweilig. Dass ausgerechnet aus Deutschland 12 Punkte dafür vergeben wurden, verusachte bei mir ein grosses Aufstöhnen.

Der Auftritt von Cascada war genial. Sozusagen auf den Punkt hat Cascada nicht nur ihr bestes gegeben, nein, sie war in topform, mitreissend! Warum sie es nicht unter die ersten 10 geschafft hat, ihr wurde an mancher Stelle sogar die Möglichkeit des 1. Platzes vorhergesagt – darüber werden sich wohl die Fachleute die Köpfe zerbrechen.

Vom ESC, Strumpfhosen und Hasenpfoten

Heute Abend findet in in der Südschwedischen Stadt Malmö das Finale des diesjähren ESC statt. Wir werden den Abend zusammen mit netten Menschen verbringen und hoffen, dass wir viel Spass haben und ordentlich ablästern werden.

Für uns wird das dann aber eine kurze Nacht. Kurz nachdem das Ergebnis feststeht werden wir uns auf den Heimweg machen denn wir müssen morgen früh aufstehen. Gegen 08:30 Uhr geht unser Zug von Hamburg nach Dresden, wo wir uns morgen Abend Männer in Strumpfhosen und Hasenpfoten im Schritt anschauen werden.

Mein Fazit des heutigen Abends und des Ausflugs nach Dresden wird nicht vor Montagnachmittag hier zu finden sein.

ESC – 2. Semi

Nach dem gestrigen Abend stehen nun alle Teilnehmer für die morgige Entausscheidung fest.

Im Gegensatz zum gemütlichen Törtchenabend am Dienstag schauten wir uns den langweiligen Abend gestern im Bett an. Wir hatten nämlich am späten Nachmittag dem Holsteiner Spargel mit Holsteiner Katenschinken zugesprochen, deshalb war auf Törtchen kein Appetit mehr vorhanden. Da gestern überwiegend Schnarchtitel dargeboten wurden, passte es ja in unser Konzept, die Show vom Bett aus zu verfolgen.

Bis zum Auftritt Norwegens hätte ich nicht gewusst, für wen ich denn meine Stimme gestern Abend abgeben sollte, was ich dann später per ESC-App auch gemacht habe. Je eine weitere Stimme von mir bekamen die Schweiz und Rumänien.

Warum habe ich ausgerechnet für die Schweiz eine Stimme abgegeben habe? Ich fand die Mischung der Gruppe witzig, in der u.a. der mit 95 Jahren bislang älteste ESC-Teilnehmer als Bassist auftrat und 2 hübsche anzusehende Männer, von denen der eine David Beckham ziemlich ähnlich sieht. Sollte David Beckham nachdem Ende seiner Fussballkarriere, die bekanntlich kurz bevorsteht, Musik machen wollen?

Rumänien schickte einen Countertenor ins Rennen und hatte damit einen ausserordentlichen Auftritt, der aus dem ganzen Balladenkram wohltuend hervorstach, deshalb ein dünnes Stimmchen von mir.

Bei keinem ESC darf eine dicke Frau fehlen. Meist war dies Malta vorbehalten. In diesem Jahr schickte Israel eine Dicke ins Rennen, die in ihrem Kleid aussah, wie in eine Presswurst gestopft. Konnte die damit überhaupt gehen oder musste sie an den Platz ihres Auftritts getragen werden?

Für morgen Abend habe ich mich schon ziemlich festgelegt, wer per ESC-App meine Stimme bekommt. Wer das Rennen morgen machen wird – gegen Mitternacht sind wir alle schlauer.

ESC – 1. Semi

Vor Wochen, nein, es muss schon vor ein paar Montaten gewesen sein, entdeckte ich im Supermarkt meines Vertrauens eine Packung mit Minitorteletts für pikanten Belag, Inhalt 24 Stück. Da das Mindesthaltbarkeitsdatum noch recht langfristig war, packte ich gleich 2 Packungen in den Einkaufswagen. Es würde sich schon eine Gelegenheit ergeben, damit was anzufangen. Und die war gestern.

Angeregt durch die Vorbereitungen zum 1. ESC-Semi in der Warmen Küche, fielen mir die Törtchen ein, als Überraschungssnack für meinen Mann wenn wir es uns vor dem Fernseher gemütlich machen. Schnell suchte ich ein paar Rezepte zusammen, wie die Törtchen ohne viel Aufwand gefüllt werden könnten. Cremes mit Frischkäse als Basis sind ja immer schnell zusammengerührt, ich bin ja immer noch im Schongang!

Pünktlich zum Beginn der Fernsehübertragung aus Malmö stellte ich die beiden Platten auf den Tisch. Nach dem 8. Titel waren die schon leergegessen, nach dem 10. war die Flasche Wein geleert. Nun ja, man soll ja so spät abends auch nicht mehr essen und Alkohol trinken, das soll nicht gerade förderlich für einen guten Schlaf sein.

Ich hatte mich im Vorfeld nicht so intensiv mit den einzelnen Bewerbern beschäftigt und liess mich einfach überraschen, was mir geboten werden würde. Manchmal ist es doch gut, sich spontan ein Bild zu machen, als sich schon vorher damit auseinanderzusetzen.

Österreich eröffnete den Reigen auf dem ungeliebten 1. Platz. Nun, das Liedchen war nicht schlecht, aber im Vergleich mit den folgenden Liedern wohl doch a bisserl fad, besonders wenn man die Wahl zwischen diverser anderer Balladen hat.

Dass Irland weitergekommen ist, hätte nicht nötig getan. Der Song selbst wäre als reiner Instrumentaltitel besser rübergekommen als mit dem dünnen Stimmchen von Ryan Dolan. Das gilt auch für Litauen und Andrius Pojavis. Andrius sieht ja ganz knuffig aus und wenn er die Arme hochreisst und dabei sein hochgerutschtes T-Shirt den Blick auf seinen Bauch freigibt …, sollte das etwa ein Ablenkungsmanövers sein? Auf Belgien mit dem jungen Chris de Burgh alias Roberto Bellarosa hätte ich auch verzichten können. Bedauerlich finde ich, dass Slowenien es nicht geschafft hat, ins Finale zu kommen. Nun, es ist passiert, die 10 ersten nicht ständigen Teilnehmer sind für das Finale nominiert. Morgenabend geht es weiter. Mal sehen, wer dann das Rennen macht.

Berührend empfand ich das Grand Opening, bei dem der Siegertitel aus dem letzten Jahr von zahlreichen Jugendlichen mit Gebärdensprache begleitet wurde. Gänsehaut pur!

Samstagabend werden wir das Finale zusammen mit einer Grupper netter und interessierter Menschen erleben, übrigens alles heterosexuelle Paare, wo es doch immer heisst, der ESC sei schwul. Wir wollen versuchen, uns Zierschmetterlinge zu besorgen um sie uns irgendwie ans Hemd zu stecken.

Weitere Anmerkungen zum 1. Semi gibt es bei
Ossi
in der warmen Küche
und keinesfalls versäumen bei
aufrechtgehn

Nice to have

Seit meinem Geburtstag Ende März bin ich ja stolzer Besitzer eines Kindles, von dem ich inzwischen reichlich gebrauch gemacht habe. Viele Menschen meinen ja, es wäre doch schöner, ein Buch in der Hand zu haben als ein Stück Technik. Das ist sicher eine Frage des persönlichen Geschmacks. Die Vorteile eines Kindles sind aber nicht von der Hand zu weisen, die ich gerade jetzt während meiner Krankheitsphase sehr zu schätzen gelernt habe.

So ein eReader ist praktisch im Wartezimmer. Ich hasse es z.B., die Zeitschriften dort anzufassen, an denen jeder Patient mit Schnupfen und Husten schon dranrumgegrabbelt hat. Mit dem Reader habe ich mein Buch dabei, ohne dass ich einen mehr oder weniger dicken Wälzer mit mir rumschleppen muss. Wenn ich aufgerufen werde, wird er zugeklappt und beim nächsten mal Aufklappen, also wenn ich weiterlesen will, ist die Seite wieder da, auf der ich aufgehört hatte.

Wenn ich meine Lesebrille nicht dabeihaben sollte bzw. wenn ich, so wie im Moment, zeitweise Sehprobleme habe, kann ich die Grösse er Buchstaben verändern, was sehr erholsam sein kann.

Sollte mal der Lesestoff ausgehen, findet sich im “Katalog” schnell Ersatz. In Sekundenschnelle ist ein neues Buch heruntergeladen. Man muss nicht in die nächste Bibliothek gehen und ein neues Buch kaufen, welches womöglich erst bestellt werden muss. Man muss auch nicht mehrere Tage auf eine Onlinebestellung warten, die gerade dann geliefert werden soll, wenn man vielleicht gerade im Wartezimmer sitzt, d.h. persönliche Abholung im Postamt erst am nächsten Tag, was möglicherweise heisst, noch ein Tag ohne Buch zu sein.

Für unsere Reise im September werde ich reichlich Lesestoff runterladen. Ob ich dann auch tatsächlich zum Lesen kommen werde ist natürlich eine andere Sache. Aber ich brauch nicht Taschen voller Bücher mitschleppen und vielleicht ungelesen wieder nach Hause bringen.

Es gibt also eigentlich keine Nachteile, einen eReader zu besitzen.

Mutter!

Meine Mutter (wird übermorgen 89) ist schlecht zu Fuss und kann nur noch mit dem Rollator gehen. Sie bemüht sich, jeden Tag nach draussen zu gehen um in Bewegung zu bleiben. Meist geht sie zur Bank, zur Apotheke oder zum Arzt, das sind etwa 700 m, für einen gesunden Menschen ein Klacks, für Mutter eine Weltreise. Sie ist aber so eisern und macht das wenn sie dorthin muss.

Morgen hat sie einen Termin beim Steuerberater. Da kann sie nun wirklich nicht mit dem Rollator hingehen. Sie kann aber mit dem Bus fahren und das letzte Stück geht sie dann zu Fuss. Ich habe ihr vorgeschlagen, mit dem Taxi zu fahren. Da ging ja fast ein Aufschrei durch das Telefon: Das ist mir zu teuer, für den kurzen Moment, bla bla bla bla. Sie kommt dort aber mit dem Rollator nicht wieder weg weil es bis zur Bushaltestelle ziemlich bergan geht. Sie wollte dann für den Heimweg ein Taxi nehmen.

Mutter nagt nicht am Hungertuch, sie hat relativ gute Einkünfte und ist in der Lage, sich auch mal ein Taxi leisten zu können. Vor ein paar Jahren, als sie sich entschieden hatte und zu der Erkenntnis kam, nicht mehr reisen zu können, sagte sie zu mir, dass sie dann ja auch hin und wieder mal mit einem Taxi fahren könnte. Das hab ich ihr heute knallhart an den Kopf geworfen! Warum soll sie sich mit Bus und Fussweg quälen wenn es auch anders geht. Mittwoch hat sie Geburtstag, der Abends in einem Restaurant gefeiert wird. Da will sie fit sein, d.h. sie stopft morgens Tabletten in sich rein damit sie abends einigermaßen auf den Beinen ist. Ihr Zustand wird ja nicht bessser, wenn sie sich morgen verausgabt.

Es ist ja einerseits lobenswert, wie sie denkt und ihr das Geld für eine Taxifahrt zu schade ist. Aber nee, sie muss da auch mal über ihren Schatten springen und an sich denken! Ich bin mal gespannt, was sie morgen machen wird.

ESC-Woche!

Am kommenden Samstag findet in Malmö das diesjährige Finale des European Song Contest (ESC), früher Grand Prix de la Chanson Eurovision (oder so ähnlich), statt. Aufgrund der vielen interessierten Teilnehmerländer gibt es in dieser Woche 2 Vorausscheidungen. Die erste findet morgen Abend (Dienstag) statt und wird auf dem Sender Einsfestival ab 21:00 Uhr übertragen.

Das 2. Semifinale gibt es am Donnerstag um 21:00 Uhr auf Phoenix.

Das Finale am Samstag überträgt die ARD um 21:00 Uhr im 1. Programm.