Archiv für den Monat: Februar 2018

Über Schule, ein Kloster und Intimszenen

Mein Mann und ich fahren mit einem Bus durch eine Stadt. Beiläufig erzählt er mir, er hätte noch gar nicht für die neue Schule gelernt. Ich habe den Eindruck, dass er es auch zukünftig gar nicht will.

Rechts der Straße erscheint ein großes Gebäude. Die Front ist weiß verputzt, die Fenster und das große Eingangstor sind mit roten Steinen umrandet. Sie sind mit grünen Fensterläden verschlossen, das Tor mit einem grünen Holztor. Mein Mann meint, er hätte das gleich als einen Italienischen Stil erkannt. Es würde sich um ein Kloster handeln, in welchem es als einzigen kirchlichen Gebäude der Welt erlaubt sei, Intimszenen zu drehen.

Dann bin ich aufgewacht, ganz dicht an meinen Mann gekuschelt, mein rechter Arm lag auf seiner Brust.

Sitten und Gebräuche


Man wird so alt wie ’ne Kuh und lernt immer noch dazu. Na, so alt, wie ich inzwischen bin, werden Kühe wohl nicht, aber ich lerne immer wieder was neues kennen. So habe ich in diesen Tagen gelernt, dass es regional üblich ist, am Aschermittwoch Heringssalat zu reichen. Das war mir bislang völlig unbekannt. Nun ja, mit den sogenannten närrischen Tagen habe ich es nicht so, Heringssalat esse ich aber recht gern – unabhängig davon, ob nun gerade Aschermittwoch ist oder ein ganz gewöhnlicher Tag des Jahres.

Entsprechend dieser Narrenwoche, oder wie auch immer man diese Woche auch nennt, werden in den sozialen Medien Rezepte für selbstgemachten Heringssalat veröffentlicht. Ein veganischer Heringssalat darf da natürlich nicht fehlen. Wobei ich allerdings der Meinung bin, dass ein veganischer Heringssalat gar nicht Heringssalat heißen kann und darf weil nämlich da gar kein Hering drin ist.

Muttertag fällt aus

Dienstags ist immer Muttertag, will sagen: Ich fahre nach Lübeck um meine Mutter im Seniorenheim zu besuchen. Das lass ich heute lieber bleiben, denn mein Mann und ich sind leicht durchfällig. Und wir wollen ja nicht, dass ich eine Dame, die im Rollstuhl sitzt, anstecke und damit die ganze Abteilung in Quarantäne versetze.

Uns geht es zwar gut. Die letzten beiden kleinen Anfälle sind nun auch schon ein paar Stunden her. Aber besser ist besser. Und abgesehen von der eventuellen Ansteckungsgefahr möchte ich mit unserem Wagen nicht unterwegs irgendwo anhalten müssen und aus dem Auto stürzen, um mich dann im Straßengraben zu erleichtern.

Hähnchenbrust und Balela-Salat


Wir haben einige Gerichte, die nicht gerade unter den Betriff „Hausmannskost“ fallen, die bei uns aber mehr oder weniger regelmäßig auf den Tisch des Hauses kommen, sozusagen unsere ganz persönliche Hausmannskost. Man könnte auch sagen Männerhaushaltkost. Neuem Gegenüber sind wir immer sehr aufgeschlossen. Allein an den Zutaten kann ich einschätzen, ob wir das mögen oder nicht. Den Libanon-Reis lassen wir aber zukünftig weg. Mein Mann meint, der schmeckt nach Popcorn. Und das Italian Beef Stew, zu dem wir den Popcornreis gegessen hatten, war in unseren Augen eher ein Gulasch, nichts besonderes also. Deshalb habe ich beide Gerichte hier auch nicht veröffentlicht. Was gestern auf unseren Tisch kam, kommt aber auch in mein persönliches Kochbuch. Weiterlesen

Der Mohr

Unter dem obigen Titel veröffentlichte ich vor ein paar Tagen einen Bericht, wonach eine seit Jahrhunderten existierende Apotheke in Frankfurt ihren Namen ändern sollte. Heute bemerkte ich anhand der Statistik, dass gerade jener Artikel überproportional von einer bestimmten Homepage aufgerufen wurde. Natürlich wollte ich wissen, was dahintersteckt. Und meine Recherche gefiel mir gar nicht. Die Klicks kamen von einer sogenannten Newsseite namens PI-NEWS, und dort aus einem Kommentar bezüglich des Vorfalls in Köln, wo ein LKA-Mitarbeiter, der wohlgemerkt privat in Köln war, vor einen Zug gestoßen wurde und starb.

Ich musste in den Kommentaren ziemlich weit runterscrollen um den Link zu meinem Beitrag zu finden. Was ich dabei lesen musste, ließ sich mir die Nackenhaare hochstellen und die Fußnägel hochrollen. Rechte Prolls, vielleicht auch der rechte Mob, ließen sich über den Vorfall in Köln aus, ohne überhaupt nähere Einzelheiten zu wissen. Ich habe es nicht über mich gebracht, jeden Kommentar genauer unter die Lupe zu nehmen, es hat mir auch so gereicht. Ich wollte es vermeiden, einen gesundheitlichen Schaden zu nehmen.

Meinen Beitrag habe ich erstmal deaktiviert.

Winterspaziergänge


Die letzten Tage war ausnahmsweise mal richtig tolles Winterwetter: Sonnenschein, blauer Himmel, eine trockene Kälte, und das Wichtigste: Kein Schnee! Dieses Wetter musste ich ausnutzen und ein wenig an der Elbe flanieren, Bewegung ist gut. Also zog ich die dicke Winterjacke an, in der es mir meistens doch zu warm wird. Dieses mal war sie genau die richtige Winterjacke. Weiterlesen

Ich bin ein Verweigerer

Ja, die Winterspiele finden in diesem Jahr in Asien, in Südkorea statt. Am reizvollsten fand ich bisher immer die Eröffnungsshow. Die fand in diesem Jahr zu einer rentnerfreundlichen Zeit statt. Und ich hätte unter anderen Umständen vor dem Fernseher gesessen und mir das angeschaut.

Aber ich habe mich auch der Eröffnung verweigert. Ich bin ein totaler Olympiaverweigerer. Es geht doch nur noch um Geld, nicht mehr um die Leistungen der Atlethen. Die Atlethen sind nur noch Mittel zum Zweck, Geld in die Kassen und Konten von Verbänden und Funktionären zu spülen.

Hier noch einige Kommentare zum Thema Olympia, insbesondere zum Doping.

Frühling in den Startlöchern

Es ist so schön, ich krieg immer eine Glücksgänsehaut: Wenn ich das erste Mal im späten Winter die Drosselmännchen singen höre. Eins zwitscherte eben in unmittelbarer Nähe vom Elbe-Penthouse, ein anderes Männchen sang etwas weiter weg.

Die Blaumeise verteidigt vehement den Nistkasten wenn sich eine Kohlmeise blicken lässt. Schnell kommt sie angeschwirrt, steuert ohne Halt das Einflugloch an und verschwindet im neuen Zuhause. Augenblicke später schaut ein kleiner Meisenkopf aus dem Loch und sondiert die Lage und schwups – weg ist die Meise wieder.

Der Specht hämmert auf dem Totholz der Pappeln ein und sucht damit ein Weibchen.

Ich liebe diese kleinen Anzeichen des nahenden Frühlings!