Archiv für den Monat: April 2016

Waldmeisterbowle


Die Nacht vom 30. April zum 1. Mai hat irgendwas. Vielerorts wird in den Mai getanzt. In dieser Nacht feiern die Hexen auf dem Brocken, setzen sich dann auf ihren Besen und heben ab. In Lübeck trifft man sich tradtionell auf dem Markplatz und veranstaltet ein Maisingen für Jedermann. Um Mitternacht ertönt das wohl bekannteste Mailied „Der Mai ist gekommen“. Der Text stammt von Emanuel Geibel, der ein Sohn dieser schönen Hansestadt ist. Weiterlesen

Der Klassiker mit der Melone

Heute Morgen, schon mal ein paar Wochenendeeinkäufe erledigt. Die Kundin vor mir an der Kasse stellte fest, dass die Melone, die sie sich in den Einkaufswagen gelegt hatte, nicht in Ordnung war. Sie gab die Melone der Kassiererin. Die bat dann eine Kollegin, die Melone mit „nach hinten“ zu nehmen. Besagte Kollegin sorgte dann für allgemeine Erheiterung als sie sagte: Ich habe eine Wassermelone getragen. Ein paar Worte noch zu dem Thema, alle hatten ein Lächeln auf den Lippen, und schon war der nächste Kunde dran, abkassiert zu werden.

Dieses kleine Begebenheit hat mir sehr gute Laune beschert. Die Dame im Telefonladen mit ihrer schlechten Laune wirkte wie ein Fremdkörper. Da die Angestellte ihr natürlich nicht mit einem dummen Spruch kommen durfte, hab ich das dann gemacht. Na ja, sie hat sich dann auch zusammengerissen und wurde ein µ freundlicher. Tja, manchmal kann ich meine Klappe nicht halten. Ich lass mir doch meine gute Laune nicht von einer alten Schachtel kaputtmachen!

Bingo!

Alles wird gut: Die Pflegestufe für meine Mutter wurde genehmigt! Wenn die Krankenkasse abgelehnt hätte, hätte ich einen Anwalt mit dem Widerspruch beauftragt. Aber das ist nun nicht mehr notwendig.

Wer nun meint, damit wäre alles erledigt, der irrt. Jetzt heisst es, die Wohnung zu räumen. Wer will noch was aus der Wohnung haben. 2 Teile sind meins, das sind noch Erbstücke von meinen Großeltern. Alles andere wird man dann sehen.

Womöglich gibt es einen Interessenten, der die Wohnung mieten möchte. Aber vorher muss die noch renoviert werden. Aufatmen kann ich erst, wenn der Mietvertrag unterschrieben ist. Aber das, was jetzt noch auf mich zukommt, ist halt der Lauf der Dinge.

Ich bin gewappnet!

Am 1. Mai wird das Freibad für die diesjährige Saison eröffnet. Heute habe ich mir die Saisonkarte gekauft. Bei den aktuellen Lufttemperaturen wäre da wohl reichlich Platz, meine Bahnen zu ziehen. Aber laut Vorhersage soll es ja nun langsam wärmer werden, wird ja auch Zeit.

Zeit wird es auch für mich, wieder in die Fluten zu steigen. Ich habe mir aber fest vorgenommen, an 5 Tagen in der Woche zu schwimmen. Am ersten Tag, voraussichtlich am Dienstag nächster Woche, werde ich nach dem Aufstehen mein Gewicht prüfen und dann mal sehen, wie ich am Ende der Saison dastehe.

Spannend wird auch sein, wieviele Meter ich am ersten Tag schaffen werde. Nach mehrjähriger Schwimmpause waren es im vorigen Jahr 800 m.

Ich höre Stimmen!


Ich bin ja kein Handyfreak. Da bricht nicht gleich eine Welt zusammen wenn ich es mal nicht bei mir habe. Aber die Umstände meiner Mutter (sie ist nicht „in anderen Umständen“!) erforderten es, dass ich bei verschiedenen Institutionen meine Telefonnummer angeben musste. Da ich ja ab und zu auch mal unterwegs bin, habe ich die Nummer meines Smartphones angegeben.

Es gibt Situationen im Haushalt, dass ich das Handy in der Hosentasche mit mir herumtrage, z.B. wenn ich auf der Terrasse arbeite oder wenn der Robi durch die Wohnung wuselt und ich deshalb Türen schließe. Das war heute morgen der Fall.

Plötzlich sprach jemand mit mir, die Stimmen kamen aus meiner Hose. Also bisher hat „ER“ sich noch nie mit mir unterhalten, soll er auch nicht, „ER“ ist für andere Dinge zuständig. Ah, das Handy! Weiss der Geier warum es sich eingeschaltet hat. Der Sperrbildschirm war aktiviert als ich das Ding in die Hosentasche steckte. Aber irgendwie war es gelungen, dass eine Nummer aus den Kontakten angerufen wurde. Da ich nicht antwortete, legte der Teilnehmer auf. Gut so.

Danach fuhr ich zum Einkaufen und steckte das Handy mangels anderer Möglichkeiten in die Gesäßtasche. Als ich nach meiner Rückkehr das Handy wieder herauszog wurde ich gewahr, dass es sich wieder eingeschaltet hatte. Also ich habe weder einen fetten noch einen knochigen Hintern, trotzdem war es passiert.

Tja, und dann entdeckte ich eine Email vom HVV: Vielen Dank für Ihre Bestellung. Das Handy hatte eine Fahrradkarte für den öffentlichen Nahverkehr gekauft. Toll! Jetzt wird’s langsam teuer. Das sind zwar nur € 3,40, aber wer weiß schon, was es beim nächsten Mal wird, vielleicht ein Flugticket nach New York. Und dabei habe ich noch nicht mal einen Reisepass.

Also jetzt muss ich mir was einfallen lassen damit das Ding sich nicht dauernd verselbstständigt.

Momente

Wir haben es wohl alle schon mal erlebt: Momente wahrnehmen. Es kann ein ganz banaler Moment sein oder ein trauriger oder ein ganz besonders schöner. Der erste Schmetterling, den wir im Frühling sehen, ein Sonnenuntergang, eine Berührung – es gibt viele Momente im Leben, wir müssen sie nur wahrnehmen und verinnerlichen, wir müssen uns in die Momente, in die Wahrnehmung fallenlassen, einfach mal innehalten.

Viele Menschen haben es verlernt, ja, vielleicht haben sie es nie gelernt, Momente wahrzunehmen. Was ist schon ein Schmetterling, der da gerade rumfliegt? Ein Sonnentergang? Pah, die geht doch jeden Tag unter. Die Menschen nehmen Dinge, die um sie herum passieren zwar zur Kenntnis, aber sie sehen sie eigentlich nicht, sie können sich nicht darin verlieren.

Einen Spaziergang machen, sich irgendwo auf eine Bank setzen und einfach nur schauen, auch wenn man meint, dass es gerade nichts besonderes zu sehen gibt. Das Smartphone in der Tasche lassen und am blauen Himmel weißen Wolken nachschauen oder dem Kaninchen, das da gerade über die Wiese hoppelt. Ich kann stundenlang auf unserer Terrasse sitzen und den Vögeln lauschen, am Abend die Fledermäuse beobachten, die auf der Jagd nach Insekten sind. Ich kann auf Kreuzfahrten stundenlang auf der Veranda sitzen und einfach nur auf das Wasser schauen, bis die Sonne untergeht.

Im Urlaub nehmen wir viele neue Eindrücke auf, die zu Momenten werden können. Es gilt dann, nicht nur zu sagen: Ach wie schön! Ein Foto, vielleicht auch ein Selfie – und weiter zum nächsten Punkt. Nein, stehenbleiben und genießen, den Moment, die Wahrnehmung dessen, was wir da sehen, verinnerlichen, das ist es worauf es ankommt.

Wir können noch viele Jahre aus solchen Wahrnehmungen schöpfen: In der Firma, in der ich meine Ausbildung zum Schifffahrtskaufmann gemacht habe, hatte ich als Auszubildender die Möglichkeit, auf Frachtern einige Reisen zu machen. In der Firma gab es für mich Zeiten, die nicht immer einfach waren und mir manchmal schlaflose Nächte bereiteten. Irgendwann erinnerte ich mich an Momente auf diesen Reisen, die ich bis heute nicht vergessen habe. Und über die Erinnerung an die besonderen Momente fiel ich wieder in den Schlaf.

Inspiriert zu diesem Beitrag hat mich Igor, Autor des Reiseblogs 7 Kontinente, welches ich jetzt in der Rubrik „lifestyle“ bei mir verlinkt habe. In seinem neuesten Beitrag „Reisen im Jetzt“ schreibt Igor sehr anschaulich über das, was wir machen sollten, besonders wenn wir im Urlaub sind.

Ein paar Tage später fand ich bei n-tv.de einen zum Thema passenden Beitrag über den Selfiewahn.

Doch damit nicht genug, auch das passt, ebenfalls auf n-tv.de entdeckt: In Augsburg will man jetzt Ampeln in den Boden einlassen damit Fußgänger, die, statt ihre Umwelt wahrzunehmen – und damit vielleicht Momente verpassen -, auf ihr Handy starren und nicht auf die Ampeln achten. So wichtig kann absolut nichts sein als dass es nicht Zeite hätte, sich in Ruhe damit zu beschäftigen. Die Welt wird immer verrückter.

Besonders krass fand ich folgende Beobachtung vor ein paar Tagen: Eine Mutter schob mit einer Hand die Karre, in dem ihr Kind saß, mit der anderen Hand hantierte sie mit ihrem Smartphone. Fehlte nur noch, dass sie auch noch eine Zigarette irgendwie zwischen den Fingern eingeklemmt hätte. Vielleicht hätte sie gar nicht gemerkt, wenn ihr Kind aus der Karre gefallen wäre.

2 Monate Pause

Gestern saß ich wieder beim Zahnarzt auf dem Stuhl, d.h. eigentlich habe ich eher gelegen. Kurzfristig drängte sich aufgrund der Technik der Vergeilch eines Zahnarztstuhls mit einem modernen Krankenhausbett auf, die Symbole für die diversen Einstellungen sind ähnlich.

Der Doc fragte mich, ob er gleich eine Betäubungsspritze setzen soll. Ich überließ ihm die Entscheidung und sagte ihm, dass ich mich schon bemerkbar machen würde wenn mir es nicht passt, was er da macht. Es ging dann ohne.

Die 3 Wurzelkanäle des Backenzahns wurden also weiter behandelt. Seiner Assistentin erzählte er, was er benötigt: 14 rot, 15 blau. Ich überlegte schon, ober mir den Pfeilerstumpf jetzt in Regenbogenfarben bemalen wollte. Kurzfristig sah eine kleine Rauchfahne aufsteigen – alles sehr merkwürdig. Als ich endlich die Tür zu meinem Esszimmer schließen durfte, fragte ich, was das denn alles zu bedeuten hätte. Bereitwillig erhielt ich Auskunft: Die Farb- und Ziffernangabe bezieht sich auf kleine Stäbchen unterschiedlicher Länge und Dicke, die er mir in die Wurzelkanäle geklebt hat zur Stabilisierung des Pfeilers. Mit einem Feuerzeug hat er ein Gerät erhitzt, mit welchem er die Stäbchen oben am Zahn gekürzt hat. Der Doc erzählte mir, dass es dafür auch ein hochtechnisches Gerät zum Preis von ca. 1000 Euro gibt, aber mit seiner Methode geht es genauso gut.

Der Zahnstumpf wurde oben abgedichtet. Zur Kontrolle, ob das denn nun so geworden ist, wie er sich das vorgestellt hatte, wurde ein Röntgenfoto gemacht. Dr. B. war’s zufrieden. Er hätte nun auch mit dem Aufbau des Zahns beginnen können, es könnte aber auch sein, dass sich nochmal eine Entzündung entwickelt, dann wäre der nun folgende Aufwand umsonst. Deshalb gibt es jetzt 2 Monate Pause um abzuwarten, ob alles ruhig bleibt.

Links unten habe ich jetzt eine große Lücke, da wo ein Zahn fehlt, welcher mir mal beim Bund erfernt worden ist, und daneben der Backenzahn, bzw. das, was davon übrig geblieben ist. Gekaut wird also weiterhin überwiegend rechts.

Ich bin überzeugt, dass man sich beim Bund keine Mühe mit den Zähnen der Wehrpflichtigen gegeben hat, Zähne zu erhalten. Einfach raus damit und gut ist. Dr. B. hat sich in den fast 20 Jahren, während der ich regelmäßig zu ihm gehe, sehr intensiv um mein Esszimmer gekümmert. Er versucht immer alles, meine Zähne zu erhalten, wenn denn mal Karies auftreten sollte. Bisher ist ihm das immer geglückt. Ich hoffe, dass das dieses Mal auch der Fall sein wird.

Eingeknickt!

Das wird Mutti und der CDU Stimmen kosten: Die Kanzlerin hat bekanntgegeben, dass gegen Böhmermann ermittelt werden darf!

Man muss das, was Herr Böhmermann gegenüber Herrn Erdoğan vorgebracht hat, nicht mögen. Man muss dem nicht zustimmen und man kann Herrn Böhmermann durchaus vorwerfen, dass er sich ein Stück zu weit aus dem Fenster gelehnt hat. Ich selbst bin mir nicht ganz sicher, was ich davon halten soll und wie ich die Sache sehe. Es geht aber zu weit, einem Staatsmann, welcher die Menschenrechte in seinem eigenen Land mit Füßen tritt, in den Arsch zu kriechen nur weil er bezüglich der Flüchtlingsfrage am längeren Hebel sitzt.

Ich sehe Herrn Erdoğan in seinem Palast wie er grinst und sich die Hände reibt. Hoffen wir, dass die Deutsche Justiz zu dem Ergebnis kommt, dass Herr Böhmermann sich nicht schuldig gemacht hat.

Über Nacht in Geesthacht?


Heute Nachmittag sah von unserer Wohnung aus unten am Anleger an der Elbe ein Flusskreuzfahrtschiff. Schiffe interessieren mich ja immer, ich hatte aber die Befürchtung, dass es gleich weiterfährt gerade dann, wenn ich mich auf den Weg zum Anleger machen würde. Ab und zu schaute ich hinaus – das Schiff lag immer noch da. Ich überlegte, dass das Ding dann wohl um 18:00 Uhr weiterfahren würde und machte mich dann auf den Weg.

Kaum war ich unten am Anleger kamen 2 Reisebusse und brachten die Passagiere von irgendeinem Landausflug zurück an Bord. Na, dann werden die wohl gleich um 18:00 Uhr weiterfahren – dachte ich. Ich beobachtete das „boarding“ und mir fiel auf, dass eine Sicherheitsprüfung, wie auf Seeschiffen üblich, nicht stattfand. Das Handgepäck wurde nicht durchleutet und niemand musste eine Bordkarte vorzeigen. Die alten Herrschaften durften einfach so an Bord. Die ISPS-Sicherheitsvorschriften greifen wohl nur in Seehäfen.

Eine Dame im blauen Kostüm und mit 2 silbernen Streifen am Ärmel stand da noch ein wenig rum. Ich fragte sie, wann es denn weitergeht: Morgen früh um 5 Uhr! Tja, was will man abends in Geesthacht? Hier ist doch der Hund begraben. Eine Kneipe ist mir bekannt, ansonsten nur Restaurants. Aber zu essen gibt es ja an Bord. Ich konnte sehen, dass die Tische im Bordrestaurant schon eingedeckt waren.

Allerdings kann ich mir auch nicht vorstellen, dass die Damen und Herren sich was aus einem Stadtbummel machen würden. Wer von ihnen nicht mehr gut auf den Beinen ist, stützt sich nämlich auf Nordicwalking-Stöcke. Das sieht doch gleich viel sportlicher aus als eine Gehhilfe aus Alu oder Holz, oben mit ’ner Krücke dran. Ich finde, wer nicht mehr ohne Gehhilfe auf den Beinen sein kann, sollte dazu stehen und einen üblichen Krückstock nehmen. Alles andere sieht nämlich ziemlich lächerlich aus.

Eins ist mir jedenfalls klar geworden als ich die Passagiere gesehen habe: Obwohl die jüngsten Passagiere etwa so alt waren wie ich, wäre eine Flusskreuzfahrt nichts für uns.