Grünkohlauflauf

Es gibt Lebensmittel, für die nicht das ganze Jahr Saison ist. Spargel gehört z.b. dazu. Grünkohl gab es nur nach dem ersten Frost. Dorsch isst man nur in Monaten, in denen ein „r“ vorkommt. Muscheln gibt es im Sommer auch nicht. Es gibt sicher noch ein paar Beispiele mehr.

Grünkohl, was war das früher für ein Aufwand, den zu kochen. Ich erinner mich daran, wie der von meiner Mutter in einer Zinkwanne gewaschen wurde, immer noch mal und immer nochmal. Dann musste der abgestrippelt werden. Durch einen Fleischwolf wurde er gedreht mit einer Schüssel darunter um den Saft aufzufangen damit nicht die ganze Küche damit beschmutzt wurde. Irgendwann konnte man abgestrippelten Grünkohl kaufen. Das war schon eine Erleichterung. Und jetzt? Jetzt gibt es Grünkohl das ganze Jahr in Konserven, vermutlich auch tiefgekühlt. Trotzdem würde ich Grünkohl spätestens im Februar das letzte Mal essen. Und selbst dann darf es nicht zu warm sein, was ja schon mal vorkommen könnte. Grünkohl ist eben ein Winteressen.

Für den Grünkohlauflauf nehme ich immer den aus der Dose, und zwar für eine ovale Auflaufform von 36 x 24 cm:

1 Dose Grünkohl, Abtropfgewicht 1000 g
2 Becher Gänseschmalz
2 Zwiebeln
1 Becher Schmand
3 Scheiben Kasseler Kotelett
2 Kohlwürste
ca. 1 kg Kartoffeln
1 Packung, ca. 200/250 g geriebener Käse
Zucker
Pfeffer
Salz
scharfer Senf

Kann schon am Vortag erledigt werden:
Das Gänseschmalz in einem Topf erhitzen, geschälte und klein geschnittene Zwiebeln darin glasig dünsten, den abgetropften Grünkohl zufügen und stundenlang köcheln, wie man Grünkohl halt so köchelt.
Den Schmand hinzufügen und mit Zucker, Salz, Pfeffer und Senf abschmecken.

Kartoffeln mit der Schale garen und zu Pellkartoffeln verarbeiten und in kleinen Scheiben oder Würfel schneiden.

Wenn der Auflauf gegessen werden soll:
Das Fleisch vom Knochen lösen und in Würfel schneiden, die Kohlwürste in Scheiben schneiden.
Eine Hälfte des vorbereiteten Grünkohls in der Auflaufform verteilen, darauf kommt eine Schicht Kartoffeln (muss nicht flächendeckend sein), darauf die Fleischwürfel und Wurstscheiben verteilen.
Die 2. Hälfte von dem Grünkohl auf dem Fleisch verteilen, darauf kommt wieder eine Schicht Kartoffeln und dann alles mit dem Käse bestreuen.

Bei 190 Grad Umluft 45 Minuten im Ofen überbacken – fertig! Dazu schmeckt eine Flasche Weißburgunder. Am nächsten Tag schmeckt der Auflauf auch kalt. Wir essen von der Menge wie oben beschrieben 2 Tage.

5 Gedanken zu „Grünkohlauflauf

  1. karin

    ich liebe aufläufe, die käsespitzen, -zipfel, so schön gelb-braun, herrlich, seit meinem veganen versuch ist es aus damit, ich bedaure das, grünkohl gab es bei uns nicht, da hier einer gebürtiger bayer und kein interesse daran, bin aber durchaus mit meinem essen zufrieden, euch einen herrlichen auflauf-genuss, einschließlich des burgunders, an dem ich mir beteiligen würde, prost

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    1. Hans-Georg

      Die Spitzen werden von den Kartoffeln verursacht, auf die der Käse gestreut wurde.
      Für Vegtarier könnte man ja das Fleisch weglassen, aber vegan – hab ich keine Ahnung.
      Der Weißburgunder ist übrigens von Rindchen, bzw. war, es war die letzte Flasche. Aber Weißwein ist noch reichlich da.
      Ich warte auf den Punktegutschein, dann muss ich mal rüber und Rotwein holen, und Grappa.

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  2. Anne

    Klingt lecker, werde ich mal ausprobieren!
    Meine Eltern kochten immer an einem Adventssamstag einen Einkochkessel von Grünkohleintopf. Nach ihrem Umzug von der Stadt ins Sauerland kam viele Jahre traditionell eine Gruppe ihrer ehemaligen Kirchengemeinde zu Besuch. Am Vormittag stapften sie in den Wald und schlugen selbst die großen Weihnachtsbäume für Altar und Krippe, mittags gab’s deftige Kost.
    Einmal konnte die Gruppe wegen Blitzeis nicht kommen. Also haben wir tagelang Grünkohl gefuttert (ja, ich mag ihn immer noch 🙂 ). Mein Vater hatte schließlich die Nase voll und kaufte ein Päckchen TK-Spinat. Dachte er zumindest – rate, was er heimgebracht hatte….

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  3. Ayna

    Hmm lecker…. bekommt man direkt lust drauf.

    Anmerkung: Die Url wurde entfernt da es sich ganz offensichtlich um einen Kommentar zur Bewerbung der Seite handelt.

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