„Mein Schiff 1″ – Norwegen, Spitzbergen, Island – Teil 2

2. Teil – vom Nordkap nach Island

7. Juli 2015 – 3. Seetag
Heute Nacht haben wir also Europa verlassen und wir „segeln“ durch die Barentssee nach Spitzbergen. Wetter: 3 Grad Aussentemperatur, Windstärke 8 aus NE.

Holger hatte sich für eine Brückenbesichtigung angmeldet, die heute stattfand. Da Astrid kein Interesse hatte und sie ausserdem aufgrund des Wetters unpässlich war, hat Holger mich mitgenommen. Es fehlten dann doch ein paar Personen am Treffpunkt und während wir noch warteten, schrumpfte die Teilnehmerzahl weiter zusammen. Ein etwa 10-jähriger Junge hielt sich plötzlich würgend die Hand vor den Mund. Irgendwie hat er es geschafft, sich rechtzeitig in eine Kotztüte zu entleeren ohne dass ihm der Mageninhalt vorher durch die Finger quoll.

Nach dem Sicherheitscheck ging es dann auf die Brücke. Der 3. Offizier erklärte uns die diversen Geräte und beantwortete die Fragen der Teilnehmer. Auch der Kapitän liess sich kurz sehen. Nach etwa 30 Minuten wurde die Veranstaltung höflich aber bestimmt für beendet erklärt. Man darf nicht vergessen, dass auf der Brücke trotz moderner Technik absolute Konzentration herrscht, besonders bei der Wetterlage, wie wir sie an dem Tag hatten. Es war regnerisch und die Sicht war ziemlich mies. Nicht alle Objekte können mit dem Radar erfasst werden.

Im Laufe des Tages passierten wir die Bäreninsel. Wegen der schlechten Sicht war die aber nicht zu sehen.

Am späten Nachmittag hatten Bernd und ich unser Wiederholertreffen. Auf der Einladung dazu stand als Überschrift „Willkommen zu Hause“. Damit hatte es mich mal wieder getroffen, mit Pipi in den Augen, weil nämlich „Mein Schiff 1“ für mich ein fahrendes Zuhause ist, auf dem ich mich wohlfühle. Es gab Sekt und Schnittchen und viel Smalltalk. Während andere Gäste noch talkten setzten wir uns schon ab, es war einfach zu langweilig. Aber den Sekt wollten wir uns natürlich nicht aus der Nase gehen lassen.

Die Abendshow im Theater, „Cinema Songs“, musste wegen des schlechten Wetters abgesagt werden. Es bestand Gefahr, dass sich die Tänzer und Tänzerinnen durch die Schiffsbewegungen verletzen könnten.

8. Juli 2015 – Longyearbyen/Spitzbergen
Eigentlich war vorgesehen, dass das Schiff in diesem kleinen Hafen an die Pier gehen sollte. Wegen des kräftigen Windes war das aber nicht möglich und das Schiff musste in der Bucht ankern. Kurzerhand hatten die Verantwortlichen entschieden, die Tenderboote einzusetzen um den Passagieren den Landgang und die Teilnahme an ihren gebuchten Ausflügen zu ermöglichen. In ganz kurzer Zeit war alles entsprechend organisiert und wir konnten an Land fahren.

Wir hatten für diesen Hafen keine Tour gebucht. Ich hatte keine Lust, einen bezahlten Spaziergang über Geröll zu machen, auch wenn dieser von einem Eisbärenwächter begleitet wird. Auf Spitzbergen gibt es nämlich Eisbären, die sich auch schon mal ganz nah an die Siedlungen herantrauen. Ausserhalb der Siedlungen darf man sich nur in Begleitung eines bewaffneten Eisbärenwächters bewegen.

Das kleine Tenderboot brachte uns an Land. Nach rechts durften wir nicht gehen, da stand ein Eisbärenwarnschild, da war der Ort eh zu Ende. Also ging es nach links zum Dorf mit seinen 2000 Einwowhnern. Es gibt dort eine Einkaufsstrasse mit Andenkenläden, einem Supermarkt und Cafés. Im Supermarkt kauften wir vorsichshalber eine neue Speicherkarte für die Videokamera. Bernd hatte versehentlich Videosequenzen auf der externen Festplatte gelöscht. Die Restdaten wollten wir lieber nicht überschreiben um zu versuchen, sie noch zu retten.

In der Gegend wurde früher Kohle gefördert. Überall stehen noch Reste der für den Kohlentransport benötigten Seilbahn. Es gibt dort sonst aber wirklich nichts zu sehen. Erstaunlich allerdings, dass sich auf den Felsen und auf dem Geröll kleine Blumen angesiedelt haben.

Nachdem wir genug gesehen hatten, wollten wir zurück an Bord. Schon von weitem sah es so aus, als würde das Schiff bald an der Pier festmachen. Trotzdem waren die Tenderboote noch im Einsatz. Wir reihten uns in der Warteschlange ein. Ich bemerkte dann, dass das Schiff auf dem Weg zum Pier war. Warum also in der Schlange warten, wir könnten ja auch das Anlegemanöver beobachten. Kurz darauf strömten die Menschen zur Anlegestelle. Das Schiff machte fest …. und dann alles wieder auf null, es wird doch getendert. Das Schiff lag zu tief um die Gangway ausbringen zu können. Also alle wieder zurück zum Landeplatz für die Tenderboote. Unmut unter den Passagieren machte sich breit was mich dazu reizte, ein paar spitze Pfeile abzuschiessen.

Für den Nachmittag hatten wir uns mit Oliver verabredet. Wie das, sass er doch etliche tausend Kilometer entfernt in Mönchengladbach? Wir hatten herausgefunden, dass es in Longyearbyen an der Anlegestelle eine 360Grad Webcam gibt, die alle 15 Minuten eine Panoramansicht sendet. Wir wussten deshalb, mit welcher Seite das Schiff anlegt, nämlich mit Backbord, wo sich unsere Kabine befand. Wir hatten vereinbart, uns um 17:00 Uhr auf die Veranda zu stellen und zu winken. Oliver sollte dann davon einen screenshot machen. Na ja, das mit dem Winken hat irgendwie nicht geklappt, aber man kann uns sehen, wie wir auf unserer Veranda stehen. Was die moderne Technik doch alles so schafft!

Am Abend fuhr das Schiff nicht auf direktem Weg zum offenen Meer sondern steuerte eine Gletscherbucht an. Dort wurde ein Tenderboot ausgesetzt um einen Minieisberg an Bord zu bringen. Auf dem Pooldeck wurde dieser mittels Meissel zerkleinert und man konnte sich einen 1000 Jahre alten Gletschereisbrocken zu seinem Whisky ins Glas geben lassen.

Eigentlich trinke ich gar keinen Whisky. Und ich weiss, dass Kenner ihren Whisky ohne Eis trinken, aber dieses Ereignis wollte ich mir nicht entgehen lassen. Ersatzweise hätte ich mir auch Rum oder Wodka geben lassen können. Aber Rum mit Eis? Nee, dann lieber doch Whisky. Ich stellte mich also an der Poolbar an, an der diverse Sorten angeboten wurde. Die Sorten, die man früher trank, ich sag mal „Konsumwhisky“, wollte ich natürlich auch nicht. Die anderen Sorten kannte ich nicht. Blind suchte ich mir eine Sorte für 4 Euro aus (Highland Park) und wartete geduldig, bis der Eisbrocken angekommen war.

Ein Deck höher beobachteten mich Bernd, Karsten und Mike. Nachdem ich meinen 1000 Jahre alten Eiswürfel im Glas hatte, stieg ich zu ihnen hoch und nippte erstmals an meinem Drink. Ich war erstaunt, dass dieser Whisky einen so milden Geschmack hatte. Aber ich bleibe dabei – Whisky ist nicht mein Getränk.

Langsam wurde es nun Zeit, die 2-tägige Reise nach Island anzutreten. Durch die kahle Fjordlandschaft ging es wieder hinaus auf das Meer.

9. Juli 2015 – 4. Seetag
Nach dem gestrigen Spektakel mit dem Gletschereis diente der heutige Seetag der Entspannung. Lesen, essen, lustwandeln an Deck, Cocktails trinken, essen, Wasser fotografieren, Möwen beobachten, mit der Kamera Lichteffekte einfangen, Cocktails trinken, lesen – und Bergfest feiern. Die mitreisenden Kinder vergnügen sich in den Pools. Das Wetter ändert sich ständig und die Sonne zaubert immer wieder neue Reflektionen auf das Wassser, durch das die „Mein Schiff 1“ seine Bahn zieht.

Für den heutigen Abend hatten wir uns einen Tisch im Restaurant Surf & Turf reserviert. Die Gutscheine für ein 4-Gänge-Menü hatte ich von Oliver und Sabrina zum Geburstag bekommen, Astrid und Holger hatten wir die Gutscheine zu deren Geburstag geschenkt. Nach dem Essen waren wir tatsächlich pappsatt obwohl die Portionen nicht gerade sehr gross waren.

Am Abend schauten wir uns im Theater die Rock Show an. Grundsätzlich ist zu sagen, dass sich die Qualität der Shows gegenüber derer von vor 2 Jahren erheblich verbessert hat. Nach der Show tranken wir in der Abtanzbar noch ein paar Cocktails. Es war ja Bergfest.

Ganz unbedingt wollte ich noch ein Mitternachtsfoto haben. Holger machte von uns ein paar Aufnahmen mit einer Uhr im Hintergrund. Ich schwöre: Die Uhr war nicht defekt und es war auch nicht 12 uhr am Mittag. Es war tatsächlich Mitternacht als wir an Deck standen und das Foto gemacht wurde.

In dieser Nacht mussten die Uhren um 1 Stunde zurückgestellt werden. Wir fahren nun nach Westen.

10. Juli 2015 – 5. Seetag
Wieder ein Tag zum Erholen, zum Hängenlassen. Kein Landausflug nötigt uns, den Wecker zu stellen um rechtzeitig am Treffpunkt zu sein. Man lebt so in den Tag hinein. Nichts als Wasser um uns herum. Es werden aber ausreichend Aktiviäten sportlicher Art an Bord angeboten, ausserdem Vorträge. Und man kann essen und trinken. Aber irgendwann schraubt man die Essensaufnahme zurück. Anfangs ist man von dem Angebot überwältigt und man weiss gar nicht, was man essen soll und isst demzufolge zuviel. Aber das ändert sich im Lauf der Reise.

Heute wieder mal in Regen und Nebel unterwegs. Wir passieren die Insel Jan Mayen. Der Kapitän steuerte das Schiff extra dicht an die Insel heran. Wegen der schlechten Sichtverhältnisse musste er das Manöver abbrechen. Trotzdem erhaschten wir einen kurzen Moment lang noch einen Blick auf die Insel. Gleich darauf war wieder dichter Nebel. Man kann nicht alles haben. Und das Wetter ist halt so wie es ist.

Am Abend hatte Alexander Klaws seinen zweiten Auftritt im Theater, dieses Mal mit Songs aus diversen Musicals. Unverkennbar sind Musicals sein Metier. Da merkt man ihm an, dass es sein Ding ist. Seinen Stimmenumfang, von ganz tief bis ganz hoch, präsentierte er uns mit einem Song aus Jesus Christ Superstar, Gethsemane. Wow, Gänsehaut pur! Und mit recht standing ovations am Ende des Konzerts. Wir sind der Meinung: Alexander Klaws hat das Zeug, die Titelrolle im Phantom der Oper zu singen.

Die Uhren wurden in dieser Nacht eine weitere Stunde zurückgestellt.

11. Juli 2015 – Akureyri/Island
Akureyri? Nie vorher gehört. Wenn man an Island denkt, denkt man automatisch an Reykjavik. Nun waren wir also in Akureyri, mit ca. 18.000 Einwohnern die viertgrösste Stadt Islands.

Wir machten eine Bustour zum Godafoss-Wasserfall und zum Myvatn-See (Mückensee). Auf der Bustour bekamen wir viele Informationen über Island. Behalten kann man das nicht alles, eher zu Hause nochmal nachlesen. Am Wasserfall überkam mich ein menschliches Bedürfnis und ich musste eine Toilette aufsuchen. 200 Isländische Kronen bezahlte ich am Toilettenautomaten mit der Kreditkarte. Sowas finde ich ja total stark. Und nebenbei konnte ich dabei noch ein paar Punkte sammeln.

Für den Aufenthalt am See wurde im Vorwege geraten, sich mit einem Mückenschutz einzudecken. Da wir uns nicht in eine Gardine hüllen wollten, besorgte ich Antibrumm. Am See hat aber nichts gebrummt, es war zu kalt. Allerdings wurden uns Bilder gezeigt, auf denen Personen abgebildet waren, die in einer Mückenwolke standen. Die Mücken sollen zwar nicht stechen, aber eben sehr unangenehm sein wenn sie in Massen auftreten.

Fallende Wassermassen sind immer beeindruckend. Und der See, gut, nichts besonderes, eben ein See. Wenn man sich mit den Naturwissenschaft beschäftigt, hat man vielleicht ein anderes Bild von solchen Dingen.

Weiter ging die Fahrt zum Lava-Irrgarten. Der Rundgang hätte uns besser gefallen, wenn wir nicht mit einer Besuchergruppe unterwegs gewesen wären sondern ihn allein gemacht hätten. Aber so ist das nun mal auf einer gebuchten Tour. Mindestens ebenso interessant wie die Lavaformationen fand ich die Tatsache, dass sich auf der nackten Lava kleine Blumen angesiedelt hatten.

Am Nachmittag machten wir noch einen kleinen Spaziergang durch die Stadt. Wir entdeckten den Kapitän, der mit seinem Handy ein Foto von seiner Frau und seinem Sohn machte. Ich fragte ihn, ob wir ein Foto von allen 3 machen sollten. Das Angebot nahm er freudig an.
Hafenaufenthalte werden von der Besatzung für Ausbesserungsarbeiten an Stellen genutzt, an die man schlecht herankommt. Wenn ein Schiff nicht ständig instant gehalten wird, dauert es nicht lange bis nichts mehr funktioniert. Das Salzwasser ist sehr agressiv.

Mit der Mitternachtssonne ist es nun knapp vorbei. Sonnenuntergang heute um 23:54 Uhr.

Inzwischen gehörten mehrere Packungen Papiertaschentücher zu meiner Standardausrüstung. Da braucht nur jemand den Hauch einer Erkältung in meinem Dunstkreis haben, wie Halsschmerzen bei Holger und Karsten, und schon kommt das doppelt und dreifach auf mich zu. Wir hatten zwar mehrere Packungen Taschentücher eingepackt, jedoch waren die schnell verbraucht, besonders auch deshalb, weil Bernd es auch erwischt hatte. Also musste Nachschub her, aus dem Parfümerieshop. Wir da also rein und ohne das ich was sagen musste, wusste die Dame gleich, was ich wollte. Man sah mir das wohl an. Wie bei mir üblich entwickelte sich der Schnupfen bei mir zu einer Bronchitis. Shit – wie unangenehm.

12. Juli 2015 – Reykjavik
Mittags kamen wir in Reykjavik an und sollten übernacht bleiben. Eine Tour hatten wir für den nächsten Tag gebucht. Deshalb machten wir uns auf den Weg in die Stadt. Ein Shuttlebus setzte uns am Konzerthaus ab.

Die Architektur des Hauses mit viel Glas weckte unser Interesse und wir gingen erstmal in die Halle. Ich stellte fest, dass man an Führungen teilnehmen kann. Die nächste sollte in 2 Stunden beginnen, genügend Zeit, sich erstmal in der Stadt umzusehen.

Wir gingen hinauf zur imposanten Kirche vor derem Portal ein Denkmal für Leif Ericsson steht. Er soll schon vor Columbus Amerika entdeckt haben.

An buntbemalten Häusern vorbei ging es wieder hinunter zum Hafen. Wie in Akureyri sind alle Häuser mit Wellblech verkleidet. Bäume gibt es auf Island selten. Holz muss importiert werden. Irgendwo in der Stadt hörte ich einen Kommentar bezüglich der quietschbunten Häuschen In Reykjavik: Die Isländer hätten ja gar keinen Geschmack. Das war wohl ein Typ aus einer Innenkabine (Achtung, Insider!). Ich meine, man muss doch jeder Nation ihren Geschmack zugestehen. Wir traurig wäre das denn, wenn es überall auf der Welt gleich aussehen würde. Unten am Wasser, an der Rauchbucht, so die Deutsche Übersetzung von Reykjavik, findet man auch moderne Wohn- und Bürohäuser.

Die Führung durch das Konzerthaus Harpa hat uns sehr gut gefallen. Eine junge Frau leitete die Führung und zeigte uns alle Veranstaltungsräume, auch die Backstagebereiche. Das Haus wurde erst vor 4 Jahren fertiggestellt. Die endgültigen Kosten stehen noch nicht fest, sollen aber enorm hoch sein.

Für verschiedene Veranstaltungsarten lassen sich Wände und Decken der einzelnen Säle durch drehen oder versetzen von Elementen für die gewünschte Akustik herrichten. Sehr durdacht das System!

Am Schluss der Veranstaltung sang die junge Frau für uns auf der Bühne des grossen Konzert- und Theatersaales ein Strophe eines Isländischen Volkskliedes, ein wunderschöner Abschluss dieser Führung.

Manchmal gibt es Situationen, die irgendwie passend sind:
Als wir auf den Beginn der Führung warteten hatte Bernd sich mit seinem Handy über das freie WLAN eingeloggt. Von Stage erhielt er einen Newsletter in dem steht, dass der berühmte Isländische Startenor Garðar Thór Cortes ab Oktober das Phantom der Oper im 2. Teil des Musicals, „Liebe stirbt nie“, in Hamburg singen wird. Zufälle gibt’s!

Abends wurde an Bord eine Poolparty veranstaltet. Die Besatzung arbeitete aus eigens angelieferten Eisblöcken einen Eisthresen heraus. Auf der gegenüberliegenden Seite des Pools wurde ein grosses Buffet mit Obst und Spiessen mit in Schokolade getauchtem Obst aufgebaut. Ganz grossartig! Leider wurde die Eisbar nicht so richtig besucht. Die Drinks, die dort angeboten wurden, musste man nämlich bezahlen.

An diesem Abend präsentierte sich mal die Sonne mit einem phantastischem Sonnenuntergang.

13. Juli 2015 – Reykjavik
Heute machten wir unsere einzige Ganztagstour, genannt der goldene Kreis, auf dieser Reise. Warum golden? Ich weiss es nicht.

Wir bekamen durch die grosse Rundfahrt einen guten Eindruck von Island, auch wenn es nur ein kleiner Teil der Insel war, den wir kennenlernten durften

Vom Schiff fuhren wir erstmal zum Perlan innerhalb der Stadt. In diversen Tanks lagern 16 Millionen Liter Wasser mit einer Temperatur von 85 Grad welches durch Bohrlöcher der Erde entnommen wird. Mit dem Wasser wird ganz Reykjavik versorgt und im Winter die Gehwege geheizt. Von der Aussichtsplattform konnen wir Reykjavik von oben sehen.

Weiter ging die Fahrt zu einem Kraftwerk, welches mit der Erdwärme Strom erzeugt. Ringsherum gab es dampfende Löcher. Energie gibt es auf Island reichlich.
Und da würde die Illustration meines Reiseberichtes mit Bildern enden wenn ich nicht meine Immerdabeihosentaschenkamera eingesteckt hätte. Ich hatte an der grossen Kamera ein Objektiv gewechselt und die Kamera wieder in die Tasche gelegt, diese aber nicht verschlossen. Als ich vor dem Einstieg in den Bus meine Jacke auszog, fiel die Kamera heraus – und das war’s dann.

Wir fuhren jetzt zum Gulfoss-Wasserfall welcher uns mehr imponierte als der Godafoss-Wasserfall. Stürzende Wassermassen versprühten die Gischt, die durch den Wind weit umhergetrieben wurde.

Und dann ging es zum weltbekannten Geysir. Ca. alle 5 Minuten spritzt er seine Ladung in den Himmel. Natürlich war er umringt von vielen Schaulustigen. Aber rund um den Geysir war es auch recht interessant. Rauchende, nein, dampfende Löcher zeugen von der vulkanischen Aktiviät auf Island.

Das letzte Ziel war Pingvellir auf der Spalte, die die beiden tektonischen Platten von Europa und Amerika trennt. Aus der Spalte ist im Lauf der Jahre eine Ebene geworden. Auf Pingvellir wurde bereits vor mehr als 1000 Jahren eine Art Parlament abgehalten. Wir wandelten dort also auf ganz historischen Pfaden.

Ziemlich geschafft fuhren wir dann zurück zum Schiff. Die einzelnen Stationen der Tour waren zwar interessant, die Strecken, die der Bus dazwischen zurücklegen musste, waren aber eher ermüdend, trotz der vielen Informationen, die wir bekamen – oder gerade deswegen?

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10 Gedanken zu „„Mein Schiff 1″ – Norwegen, Spitzbergen, Island – Teil 2

  1. Silberlady

    Hach, da ist einiges was ich gerne selber einmal sehen würde.
    Die Sonnenuntergänge auf See sind ja einmalig.
    Hallgrimms Kirche hat es mir angetan.
    Supergute Aufnahmen, da macht Bilder schauen wirklich Freude.
    Der Reisebericht dazu, mehr geht nicht. Danke.

    Ich lese mich gerade ein, geht gleich weiter mit November 2003.
    Grüße Silberlady

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  2. Anette

    Ein toller Reisebericht, tolle Bilder, ganz so ausführlich mache ich das nicht 😉
    Wir sind heute morgen am sonnigen Myvatn angekommen, hier erholen wir uns 2 Tage, dann geht es weiter Richtung Osten Richtung Vatnajökull, dann mehr nach Süden und dann wieder Richtung Westen. Noch haben wir 8 Tage …

    Antworten
    1. Hans-Georg

      Hallo Anette!
      Bei dem, was ihr alles seht, wäre es wohl viel Arbeit, das ausführlicher zu beschreiben.
      Wir hatten leider meistens ziemlich bewölktes Wetter, auch am Myvatn, manchmal sogar etwas Regen. Aber das hat uns alles nicht gestört.
      Gute Fortsetzung!

      Antworten
  3. Ralf

    Hallo Hans-Georg. Ein toller Bericht mit tollen Bildern. Am besten hat mir der Whisky mit dem Gletschereis gefallen. Nordland Kreuzfahrten hatte ich noch nicht auf dem Schirm. Aber jetzt!
    Beste Grüße Ralf

    Antworten
    1. Hans-Georg

      Vielen Dank, Ralf.
      Kenner trinken Whisky ja eher ohne Eis. Aber ich bin eh kein Whiskytrinker und wenn man schon mal da ist …
      Mein Mann ist nicht so der Sonnentyp, deshalb sind für ihn die Nordeuropareisen entspannter. Die Reise im Jahr davor führte ja von Hamburg bis Mallorca, da ist man dann ja auch nicht ständig nur im Süden.

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