Wir sind Verweigerer

Heute ist er nun endlich da, der seit Wochen vielbeworbene Valentinstag.

Wenn ich so zurückdenke an die Anfänge dieses Tages, also seit mir dieser Tag im Gedächtnis ist, ging es nur darum, dem liebsten Menschen ein paar Blumen zu schenken, allenfalls ein Kästchen Pralinen. Im Lauf der Jahre hat sich anlässlich des Valentinstages eine ganze Industrie entwickelt. So werden z.B. Pralinen angeboten, die in ein Kästchen in Herzform gepackt wurden. Natürlich ist diese Valentinsausgabe teurer als ein normales Produkt. Die Umverpackung muss natürlich extra bezahlt werden. Und meist ist auch noch weniger Inhalt drin, hauptsache, es sieht hübsch aus.

Aber mit Pralinen und Blumen ist es heute nicht mehr getan. Schmuckgeschäfte richten extra Valentinsschaufenster her, in denen natürlich Schmuck angeboten wird. Von Kleinigkeiten kann da keine Rede sein. Auch Autofirmen bzw. -hersteller sind inzwischen auf den Valentinszug aufgesprungen. Da werden nämlich besondere Valentionsangebote beworben und Zugaben von Tabletcomuputern angekündigt falls Mann (oder Frau) sich entscheiden sollte, gerade an diesem Tag – auch noch am folgenden – ein Auto zu kaufen.

Was soll der Mist?! Mein Mann und ich lieben uns auch ohne Herrn Valentin. Wir benötigen keine Geschenke, weder kleine noch grosse, um uns an diesem Tag unserer Liebe zu versichern. Wir lassen Herrn Valentin Herrn Valentin sein. Sollen doch andere ihr Geld ausgeben. Wir sagen uns jeden Abend beim Schlafengehen und jeden Morgen wenn einer das Haus verlässt: Ich hab dich lieb! Und es zaubert uns immer noch ein Lächeln auf die Lippen weil wir es nicht als selbstverständlich nehmen, weil wir es nicht einfach so dahersagen. Wir sagen das jeden Tag, weil es so ist.

Wir veweigern uns dem Kommerz um die Liebe, aber nicht der Liebe selbst!

19 Gedanken zu „Wir sind Verweigerer

  1. karin

    ja, gott sei dank auch, haben wir alle einen freien willen und entscheiden so über unsere verhaltensweisen, ich selbst bin gern spontan, also was immer mir wann immer begegnet oder einfällt, um anderen menschen zu sagen, schön, dass es dich gibt, das tue ich dann auch

    einen schönen tag für alle, was immer der tag für einen namen hat oder welches datum

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  2. ossi1967

    Yup! Ich hab zum Valentinstag eher so die Assoziation, daß das was für Gören ausm Ghetto ist, die sich bei der Nagelelfe peinliche Muster auf die Fingernägel machen lassen
    http://www.die-nagelelfe.at/galerie/februar-2014/
    und mit einem Hawara durch die Gegend ziehen, dem man den Schulabbrecher an der Gesichtsfarbe (=Selbstbräunerorange) ansieht. Das sind doch die Leut, die regelmäßig in solche Gruppenzwang-Fallen tappen, obwohl sie in ihrem Leben noch nie einen richtigen Job hatten und sich den ganzen Mist gar nicht leisten können. Die und Volksschulkinder, dies einfach wegen ihrer Jugend nicht besser wissen können.

    Umso überraschter bin ich immer wieder von der Heftigkeit der Werbung und von den Umsatzzahlen, die in den Medien genannt werden. Irgendwas davon dürfte inzwischen in der Mitte der Gesellschaft angekommen sein… (Oder die Mitte der Gesellschaft besteht heutzutage aus orangen Schulabbrechern mit peinlichen Fingernägeln *LOL*)

    Anyway: Valentinstag-Verweigerer genießen meinen höchsten Respekt. Willkommen in der bräunungscremefreien Bildungselite! 😆

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    1. Hans-Georg

      So ganz bin ich nicht mir dir einer Meinung wegen der „Gören“. Ich glaube eher, dass recht viele Frauen wert darauflegen, an diesem Tag bedacht zu werden und recht enttäuscht sind, wenn der Liebste ihr morgens nichts auf den Frühstückstisch legt bzw. abends mit nichts heimkommt.

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      1. ossi1967

        Ich hab da natürlich keine empirischen Daten. Sowas ist sicher auch regional unterschiedlich und in verschiedenen sozialen Schichten jeweils ganz anders. Ich weiß nur: Die Frauen in meinem Freundes- und Bekanntenkreis, egal ob single oder in einer Partnerschaft, haben einen Valentinstag genauso ignoriert wie die Männer. Das war einfach nie ein Thema, darüber hat nie jemand gesprochen. Wenn, dann kannte man den Valentinstag aus Kinofilmen und hat ihn unter „typisch amerikanisch“ abgelegt/abgelehnt.

        Die ersten, die das dann ernsthaft in ihr Leben gelassen haben vor ein paar Jahren, waren eben so die bauchfreien und nabelgepiercten Tussis und deren männliche Gegenstücke, die auch andere Aspekte des Lebens nicht so 100%ig tiefschürfend betrachtet haben. 😉

        Daher mein ausschließlich subjektiver Eindruck, basierend auf ein paar wenigen Menschen, die ich persönlich kenne. Das heißt natürlich nicht, daß das allgemeine Gültigkeit hat.

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        1. Hans-Georg

          Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass eine bauchfreie und nabelgepiercte Tussi auf einen Blumenstrauss oder auf Pralinen abfährt. Die wird doch sagen: Was soll der Scheiss? – und ihr männliches Gegenstück mit den Blumen verprügeln.

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          1. ossi1967

            Ich glaub auch, daß die dann eher einen Gutschein für Solarium oder ein Arschgeweih bekommen. Aber egal was: Sie bekommen was und es ist ihnen wichtig, daß sie was bekommen. 🙂

          2. ossi1967

            Nö, bei uns ist künstliche Bräune ein untrüglicher Gradmesser für Bildungsferne (bzw. selbstgewählte Abhängigkeit vom Sozialsystem), so wie das Weglassen von Präpositionen („Kommst du Schwedenplatz?“), die Verunstaltung der Fingernägel oder bei Männern das Einfräsen von Nazca-Linien in die Stoppelfrisur (und das Zupfen der Augenbrauen, hätt ich beinahe geschrieben – aber ups, da haben wir ja gerade erst gelernt, daß dieser Code seine Bedeutung verliert *LOL*) .

            Drum sind die Nabelpiercingtussis auch immer schön braun. 😉

      1. ossi1967

        Da muß ich den Herrn Gerrit aber in Schutz nehmen. Das war ja irgendwie eine Verkettung unglücklicher Umstände. Dafür kann er nix.

        Ich hätt halt zum Schluß gesagt „Alles Gutte zum ‚I Love Free Software‘-Tag“… Aber das is ihm wohl nicht eingefallen. Dazu ist #ilovefs noch nicht bekannt genug. 😉

        (Nur fürs Protokoll: Zum „I Love Free Software“-Tag hab ich meinem Mann heute tatsächlich bereits gratuliert. – Auch nach 18 Jahren Beziehung schaff ichs noch, ihn völlig verwirrt und sprachlos zurückzulassen… *LOL*)

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  3. ossi1967

    Doch was Positives zum Valentinstag: Ich arbeite ja in einem doch recht großen Unternehmen mit über 10.000 Mitarbeitern. Da war heut im Intranet auch ein kurzer Artikel zum Valentinstag, so unter dem Motto „Auch wenns geteilte Meinungen dazu gibt – Kommerz oder Gefühl – wir erklären Ihnen, woher die Tradition kommt“. Darunter gibts, so wie hier, Platz für Kommentare.

    Während die meisten wortreich pro oder contra Valentinstag argumentiert haben, hat ein Kollege aus der Technik nur einen Link gepostet:

    http://www.youtube.com/watch?v=yaK5i-DLBPE

    Das *wirklich* Schöne daran:
    Man kann die Kommentare im Intranet bewerten, es steht dann daneben, wie viele „likes“ ein einzelner Kommentar bekommen hat. Keiner hat nur annähernd so viele positive Bewertungen wie dieses Video. War ein schönes Zeichen.

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    1. Hans-Georg

      Elke, du ziehst dir enen Schuh an, der dir nicht passt! Ossi und ich sprechen über eine Personengruppe, der du mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gar nicht angehörst.

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      1. Elke

        Ich hab das nicht auf mich bezogen!!! Auch die angesprochene Personengruppe sollte nicht ruckzuck mit Vorurteilen belegt werden. Fällt mir selber auch manchmal schwer, mich dran zu halten. Auch ich verfalle manchmal in dieses Muster und urteile über Menschen, die in ein bestimmtes Cliché passen. Sollte ich auch nicht tun. Also, ich hab es nicht auf mich bezogen. Schönes Wochenende – Gruß an alle die gebräunt oder blass sind – Elke

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        1. ossi1967

          Du hast schon ganz Recht, Elke. Es ist ein Unterschied, ob man sagt „Alle Menschen mit orangem Gesicht und Nabelpiercing sind… (was/wie auch immer)“ oder ob man differenzierter schildert: „Die meisten, die …. (was/wie auch immer) sind, laufen dann auch noch künstlich gebräunt und mit Nabelpercing rum.“ Oft steht dann aber das eine verkürzend für das andere… und es verschwimmt die Grenze zwischen Vorurteil mit Erfahrungswert. (Ich sag ja auch in Diskussionen zur Migration Dinge wie „Türken sind…“, obwohl ich ohne nachzudenken jede Menge Türken aufzählen kann, die genau so nicht sind. Gleicher Mechanismus… der unbestimmte Plural steht für den 80%-Erfahrungswert. Eine sprachliche Ungenauigkeit, die ein Vorurteil ausdrücken kann, aber nicht muß.)

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