Archiv für den Monat: Februar 2014

Übersinnlich oder Zufall?

Die diesjährige Urlaubsreise ist noch nicht mal angetreten und wir beschäftigen uns schon mit einer Urlaubsreise für 2015. Die Reise ist, bzw. war, davon abhängig, ob Bernd zu dem Zeitpunkt Urlaub bekommt. Ich bin im Sommer nächsten Jahres bereits Rentner (das hört sich ja total alt an!) und brauche niemanden mehr zu fragen, ob es genehm ist, dass ich dann Urlaub nehmen kann.

Heute Nachmittag, als es im Job ruhiger wurde, rief ich die Seite auf, auf der die Reise angeboten wird, nur mal so. Und während ich mich informierte, welche Landausflüge angeboten werden, meldete sich mein Handy. Bernd hatte mir eine SMS geschickt: Wir können buchen!

Zufälle gibt es!

Nur eine Messerspitze

Ihr werdet wohl kaum erraten, was für Brösel das sind, die da auf der Messerspitze liegen. Das Zeug nennt sich LaBiDa, es sind Joghurtkulturen. Ein paar von den Krümeln, nämlich eine Messerspitze, reichen, um aus einem Liter Milch ebensoviel Joghurt herzustellen.

Und so funktioniert das:
1 Liter H-Milch wird auf ca. 30 Grad erwärmt und dann umgefüllt in den Becher des Joghurtbereiters. Die Krümel werden in die Milch gegeben, umrühren und den Becher in den elektrisch beheizten Joghurtbereiter stellen. Nach ca. 14 Stunden ist der Joghurt fertig. Dann hat der die Konsistenz von leicht cremig geschlagener Sahne. Wenn 2 Esslöffel Milchpulver zusammen mit LaBiDa eingerührt werden, wird der Joghurt etwas dicker.

Im Rahmen meiner Abnehmaktion esse ich seit monaten im Büro täglich einen Becher Joghurt und einen Apfel. Kürzlich habe ich den Joghurtbereiter wiederentdeckt, der seit vielen Jahren ein einsames Leben im Küchenschrank fristete. Da fiel mir ein, dass ich doch meinen Joghurt auch selbst herstellen könnte. Als Geschmackszusatz verwende ich Sirups von Teisseire. Den Tipp habe ich von Gerrit. Zurzeit habe ich Erdbeere und Tropic in Gebrauch. Ich werden mir demnächst wohl noch eine dritte Sorte holen. Es gibt den Sirup auch im Einzelhandel, sogar etwas günstiger als im Sirup-Shop.

1 Liter Joghurt reicht genau für 5 Arbeitstage. Passt doch.

Noch zu viel

Langsam, aber wirklich ganz langsam, nähert sich mein Lebendgewicht dem Level an, den es vor unserem Urlaub im vorigen Sepember hatte, in welchem ich ja 5 kg zugenommen habe. Heute morgen hatte ich endlich 3 kg wieder runter. Es ist schon erstaunlich, dass man in 10 Tagen 5 kg zugelegt, es aber voraussichtlich länger als 6 Monate dauert, bis das Ausgangsgewicht wieder erreicht wird.

Nun ist es ja nicht so, dass ich eine strenge Diät mache. Davon halte ich nicht viel. Meistens ist es ja so, dass man durch den JoJo-effekt nach dem Ende der Diät, die gepurzelten Pfunde schnell wieder auf den Hüften und anderswo sitzen hat. Ich mache es so, dass ich eben aufpasse, was ich esse, besonders von Montag bis Freitag. Allerdings wird nach wie vor Freitagabend das Wochenende eingeläutet mit irgendwelchen leckeren Kleinigkeiten. Dazu darf eine Flasche Wein natürlich nicht fehlen.

Wenn wir in den vergangenen Monaten auf die eine oder andere Flasche Wein verzichtet hätten und unser Augenmerk auf die Kalorien der Kleinigkeiten gerichtet hätten, würde die Waage vielleicht schon wieder das Vorurlaubsgewicht anzeigen. Aber muss man wirklich auf alles verzichten? Man sieht ja, dass es auch anders geht, wenn auch langsam. Und die nächste Kreuzfahrt ist ja erst im September. Bis dahin müssen die letzten 2 kg doch zu schaffen sein, und vielleicht noch etwas mehr, sozusagen als Reserve.

Frühling?

Ich weiss, man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Und jetzt, kurz nach 19:00 Uhr ist der Tag ja auch noch nicht vorbei. Aber bis jetzt war es ein guter Tag. Der fing nämlich schon gut an:

Wie an jedem Arbeitstag klingelt bzw. piept der Wecker so zeitig, dass noch ein wenig Zeit zum Kuscheln bleibt. Das muss einfach so sein. Und wie ich da so lag, mein Kopf auf der Brust meines Mannes gebettet, hörte ich das erste Mal in diesem Frühling eine Drossel singen. Der Gesang kam nicht aus der Brust meines Mannes, er kam von draussen, das konnte ich eindeutig hören. Ich bin immer ganz hin und weg, wenn ich das erste Mal im Frühling eine Drossel höre.

Als wir dann den Morgenkakao schlürfend im Wintergarten saßen, beobachteten wir zwei Eichhörnchen, die sie um eine der Pappeln jagden. Immer den Baum rauf und runter und drumherum um den Stamm, in einer wahnsinnigen Geschwindigkeit. Ob die Jagd nun mit den Frühlingsgefühlen der Eichhörnchen zu tun hatte oder ob das ein Revierkampf war, entzieht sich unserer Kenntnis. Aber es war niedlich anzusehen.

Auf dem kurzen Weg vom Haus zum Carport war ein vielstimmiger Chor von Vogelstimmen zu hören. Es piepte und tschiepte, dass es eine Freude war. Frühlingsstimmen eben. Wie der Koloraturwalzer von Johann Strauss.

Dann die Autofahrt ins Büro gen Westen. Im Rückspiegel sah ich einen goldgelben Himmel. Und dann sah ich sie, die Sonne. Das erste Mal bei meiner Fahrt ins Büro war die Sonne zu sehen!

Und der Tag im Büro war auch locker und entspannt, was nicht jeden Tag so ist und schon gar nicht unbedingt auf einem Montag. Vielleicht hat das auch mit dem Frühling zu tun.

Das Bild habe ich übrigens geklaut, im Elbe-Penthouse. Da hab ich auch über den Frühling geschrieben.

Wir sind Verweigerer

Heute ist er nun endlich da, der seit Wochen vielbeworbene Valentinstag.

Wenn ich so zurückdenke an die Anfänge dieses Tages, also seit mir dieser Tag im Gedächtnis ist, ging es nur darum, dem liebsten Menschen ein paar Blumen zu schenken, allenfalls ein Kästchen Pralinen. Im Lauf der Jahre hat sich anlässlich des Valentinstages eine ganze Industrie entwickelt. So werden z.B. Pralinen angeboten, die in ein Kästchen in Herzform gepackt wurden. Natürlich ist diese Valentinsausgabe teurer als ein normales Produkt. Die Umverpackung muss natürlich extra bezahlt werden. Und meist ist auch noch weniger Inhalt drin, hauptsache, es sieht hübsch aus.

Aber mit Pralinen und Blumen ist es heute nicht mehr getan. Schmuckgeschäfte richten extra Valentinsschaufenster her, in denen natürlich Schmuck angeboten wird. Von Kleinigkeiten kann da keine Rede sein. Auch Autofirmen bzw. -hersteller sind inzwischen auf den Valentinszug aufgesprungen. Da werden nämlich besondere Valentionsangebote beworben und Zugaben von Tabletcomuputern angekündigt falls Mann (oder Frau) sich entscheiden sollte, gerade an diesem Tag – auch noch am folgenden – ein Auto zu kaufen.

Was soll der Mist?! Mein Mann und ich lieben uns auch ohne Herrn Valentin. Wir benötigen keine Geschenke, weder kleine noch grosse, um uns an diesem Tag unserer Liebe zu versichern. Wir lassen Herrn Valentin Herrn Valentin sein. Sollen doch andere ihr Geld ausgeben. Wir sagen uns jeden Abend beim Schlafengehen und jeden Morgen wenn einer das Haus verlässt: Ich hab dich lieb! Und es zaubert uns immer noch ein Lächeln auf die Lippen weil wir es nicht als selbstverständlich nehmen, weil wir es nicht einfach so dahersagen. Wir sagen das jeden Tag, weil es so ist.

Wir veweigern uns dem Kommerz um die Liebe, aber nicht der Liebe selbst!

Die HSV-Oper

Ich bin weissgott kein Fussballfan, aber dem, was gerade in Hamburg beim HSV passiert, kann man nicht entgehen. Da wir bei uns zu Hause ständig Radio hören, werden wir über den Sender auf dem Laufenden gehalten, was da passiert, bzw. was da eher nicht passiert. Und ich bin ganz ehrlich: Als Fasthamburger bin ich doch ein wenig stolz, dass es einen Fussballverein gibt, der in der Bundesliga spielt, der dazu noch der einzige Verein ist, der seit bestehen der Bundeliga in eben dieser spielt.

Nun ist es also so, dass der Verein davon bedroht ist, von der 1. in die 2. Liga abzusteigen. Wie gesagt, ich bin kein Fussballfan und demzufolge auch kein Kenner der Materie. Ich verfolge das Nichtgeschehen nur am Rande, kann also ohne grosse Recherche nicht mit untermauerten Fakten aufwarten. Es gibt aber ein paar Dinge, die aus meiner laienhaften Sicht unverständlich sind:

Der HSV hat in letzter Zeit durch diverse Trainerwechsel versucht, aus dem Tief herauszukommen. Und was hat es gebracht?: Nichts! Im Gegenteil, der Verein ist in der Tabelle noch weiter abgerutscht. Da frage ich mich, ob da nicht eher die Spieler gefragt sind, sich mal mehr anzustrengen? Das sind hochbezahlte Männer, die sich teure Uhren und Klamotten leisten können, die sie sich dann nach noch klauen lassen. Verdienen die zu viel Geld? Sind die durch ihre Verträge so gut abgesichert, dass sie es sich leisten können, sich im Spiel faul zurückzulehnen?

Dazu kommt, dass dem Vorstand auf der letzten Hautpversammlung von den Mitgliedern die Entlastung verweigert wurde. Das heisst doch, dass dem ganzen Verein irgendwie der Zusammenhalt fehlt. Ist es da ein Wunder, dass die Spieler sie eventuell fragen: Für wen spielen wir hier eigentlich? Diese Einstellung wäre natürlich nicht akzeptabel. Gerade in dieser Situation sollten die sich beide Beine ausreissen auf dem Rasen.

Und nun noch die Posse um Herrn Magath. Kommt er oder kommt er nicht? Darf er oder darf er nicht? Soll er oder soll er nicht? Es werden Sitzungen anberaumt, auf denen eine Entscheidung getroffen werden soll, die dann wieder storniert werden. Da sitzen ebenfalls hochbezahlte Leute in den Gremien, die nicht in der Lage sind, dem Verein eine Richtung zu geben. Ob es Herr Magath richten könnte, sei mal dahingestellt. Wer weiss das schon.

Eins ist jedenfalls klar: Irgendwas muss geschehen. Sonst wird aus der Oper ein Drama wenn der HSV tatsächlich in die 2. Liga absteigen sollte.

Elektrisch geschnitten

Kürzlich hatte ich ja darüber geklagt, dass der Einzelhandel nicht genügend Auswahl anbietet und man doch gezwungen ist, sich das Objekt seiner Begierde im Internet zu bestellen. Der Versandriese war aber nicht in der Lage, das Objekt, nämlich eine elekrische Schneidemaschine im angekündigten Zeitraum zu liefern. Schlimmer noch, ich wurde auf Lieferung im März vertröstet.

Nachdem ich bei der Bestellung ja schon auf eine relativ lange Lieferzeit hingewiesen worden war, hatte ich versucht, das Stück zum etwa gleichen Preis woanders zu bekommen. Leider war das nicht möglich. Nach der Verzögerungsmeldung schaute ich mich nochmal um, und siehe da, die Schneidemaschine war woanders vorrätig und auch zum gleichen Preis. Und innerhalb von 3 Tagen stand das Teil, ein Allesschneider von Graef, in unserer Küche.

Wichtig für uns ist, dass ein Allesschneider Brot schneiden kann, welches frisch und noch warm aus dem Brotbackautomat kommt. Inzwischen haben wir Erfahrungen gesammelt. Und ja, er kann. Gleichmässige Scheiben werden vom noch feuchten Brot abgeschnitten, und natürlich auch vom Brot, welches einen Tag oder älter ist. Das Brot wird nicht zusammengedrück, es klebt nichts. Das Ding ist toll. Die vergleichsweise teure Investition hat sich gelohnt. Heute habe ich von einem grösseren Stück Käse Scheiben damit abgeschnitten. Auch das funktioniert problemlos.

Extremsituation

Vielleicht haben es einige von euch in den Medien gesehen oder gelesen: An der Französischen Atlantikküste und an der Küste Nordspaniens, also in der Biscaya, sind erhebliche Schäden durch sehr hohe Wellen entstanden. Vor dem Hafen von Bayonne ist ein Frachtschiff auseinandergebrochen.

Es ist logisch, dass diese hohen Wellen nicht nur an der Küste auftreten sondern auch auf See. Schiffe, die z.B. aus Nordeuropa kommen (England, Holland, Deutschland usw.) und ins Mittelmeer fahren, müssen dieses Gebiet durchfahren, in dem zurzeit vor 14 Meter hohen Wellen gewarnt wird. Einige Schiffe unserer Flotte warten bereits seit ein paar Tagen in geschützten Buchten oder in Häfen auf Wetterbesserung damit sie weiterfahren können. Teils war es die Entscheidung der Kapitäne, teils die Entscheidung der Reederei.

Heute habe ich das erste Mal in meiner über 40-jährigen beruflichen Tätigkeit einem Kapitän gesagt, der uns über die Wetteraussichten in der Biscaya informiert hat, er soll nicht einfach weiterfahren und lieber an einer geschützten Stelle auf besseres Wetter warten, als Besatzung, Schiff und Ladung einer Gefahr auszusetzen.

Kapitäne haben selbst die Freiheit zu entscheiden, ob es notwendig ist, irgendwo auf Wetterbesserung zu warten oder ob es Sinn macht, doch zu versuchen, weiterzufahren. Durch Zeitverlust hat die Reederei natürlich einen finanziellen Schaden. Aber wir werden nie, wirklich nie nie nie, einen Kapitän zwingen, eine Reise fortzusetzen wenn er der Meinung ist, es ist besser, das nicht zu tun. In erster Linie liegt uns das Wohl der Besatzung am Herzen. Und ich möchte nicht in die Situation kommen, im Falle einer Seegerichtsuntersuchung als Zeuge oder gar als Angeklagter aussagen zu müssen.